"Börseprofi 2012“: Die Siegerparade

Der Sieger beim "Börseprofi 2012“ ist ermittelt. Der Hauptpreis, ein Toyota Avensis 2.0, geht an eine Wienerin, die mit Dax-Zertifikaten und Aktien ihr Spielgeld in elf Wochen um 13 Prozent vermehrte.

And the winner is: "Sparmeisterin“. Nachdem die knapp 5.000 Teilnehmer elf Wochen lang beim Anlegerspiel "Börseprofi 2012“ ihr Glück versuchten, steht jetzt die beste Spielerin fest. Alexandra Moser-Witzky vermehrte ihr Startkapital in Höhe von 60.000 Euro mit einem Plus von 7.800 Euro am stärksten und sichert sich so den Hauptpreis: einen Toyota Avensis 2.0. Das schicke Auto wird bei der Abschlussveranstaltung am 24. April übergeben. Stefan Sandberger, Chef der bankdirekt.at: "Die Gesamtgewinnerin Moser-Witzky hat schon einige Wochen davor einen Etappensieg errungen. Damals war klar, dass sie Chancen hat, auch am Ende ganz vorn mitzumischen.“

Zuletzt setzte Moser-Witzky in ihrem Depot auf ein RCB-Ölzertifikat und Aktien des Medienkonzerns Sky Deutschland. Ihre Investmentstrategie orientierte sich damit nicht an der Mehrheit der Teilnehmer, die vor allem mit Bankaktien spekulierten. Unter den am häufigsten gehandelten Aktien finden sich Papiere von Raiffeisen Bank International, Erste Bank und Commerzbank (siehe Tabelle). Die 49-jährige Wienerin überholte mit ihrem Gesamtplus von 13 Prozent sogar den deutschen Dax, der mit einem Plus von 11 Prozent im Spielzeitraum besonders gut lief. Zum Vergleich: Der EuroStoxx50 rutschte im gleichen Zeitraum mit 6 Prozent ins Minus. Moser-Witzky zeigt, dass auch Neueinsteiger an der Börse punkten können: "Ich bin privat sehr konservativ investiert. An der Börse habe ich noch nie spekuliert.“

Ins kalte Wasser springen. Anleger, die nun daran denken, auch im richtigen Leben ein Depot zu eröffnen, sollten nicht zu spekulativ an die Sache herangehen. Zu den wesentlichen Zutaten eines Anlage-Erfolgsrezepts zählen laut dem Banker Sandberger "starke Nerven und ein langer Atem. Wer beim Anlegen auf der Suche nach schnellem Geld ist, wird sich die Finger verbrennen.“ Außerdem rät der bankdirekt.at-Chef nur zu Aktien von Unternehmen, die Produkte mit Wachstumspotenzial anbieten und in ihrer Sparte Weltmarktführer sind. Zu den heimischen ATX-Favoriten zählt er den Faserkonzern Lenzing, den Ölmulti OMV und den Maschinenbauer Andritz. Sandberger: "Lenzing hat seine Marktposition dank Kostenvorteilen laufend erweitert. Lenzing-Aktien sind mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis 2011 von 6,3 günstig bewertet und bieten zusätzlich eine attraktive Dividendenrendite.“

Schwierig bleibt das Börsegeschäft in jedem Fall. Nachdem der deutsche Leitindex DAX im März ein neues Hoch mit knapp 7.200 Punkten markierte, sackte er zu Redaktionsschluss wieder auf unter 6.800 Punkte. Sandberger: "Die Börsen sind nicht euphorisch, aber durchaus stabil mit einer Grundtendenz nach oben.“ Hintergrund ist, dass viele Großinvestoren, wie etwa Pensionsfonds oder Banken, den Aufschwung 2012 verschlafen haben und auf günstige Einstiegsgelegenheiten warten, um in Aktien zu investieren.

Zudem gibt es wenige Alternativen zu Wertpapieren. Anleihen von sicheren Staaten werfen nach Inflation negative Realrenditen ab, und Anleihen der sogenannten Euro-Sorgenkinder bleiben weiter auf der Kippe. Wenn nach Griechenland auch Spanien unter den Rettungsschirm schlüpfen müsste, könnte sich das die EU gerade noch leisten. Alle weiteren Problemfälle wären allerdings kaum noch zu retten, weil damit auch zunehmend Deutschland in den Schuldensumpf geraten würde. Sandberger: "Anleger, die jetzt einsteigen, sollten Rücksetzer abwarten und dann zuschlagen. Die Wirtschaft ist robust, aber es gibt noch keine Entwarnung vonseiten der überschuldeten Staaten.“

Wie gut es den Unternehmen geht, zeigt auch die soeben angelaufene Bilanzsaison für das zweite Quartal, bei der viele Unternehmen wie etwa Alcoa oder IBM positiv überraschten. Fazit: Das Börsespiel ist gelaufen, das echte Leben als Aktionär fängt jetzt für viele Teilnehmer erst richtig an.

Feiern mit Börseprofis: Abschluss-Event

Am 24. April findet im Wiener Marriott um 19 Uhr die Abschlussveranstaltung statt. Topexperten sprechen über die Schuldenkrise, über Europa-Aktien und verraten, wie sie die Wirtschaft künftig einschätzen. Anmeldung unter auf www.bankdirekt.at

- Carolina Burger