Betriebliche und private Vorsorge geraten durch Finanzkrise immer mehr unter Druck

Die Renten von der Pensionskasse schrumpfen, bei Lebensversicherungen sinkt die Gewinnbeteiligung.

Während die 1., die staatliche Säule des Pensionssystems mittelfristig Finanzierungsprobleme bekommt, brennt bei der 2., der betrieblichen Säule längst der Hut. Durch die Verluste an der Börse musste heuer ein großer Teil der Pensionisten mit einer empfindlichen Kürzung der Rente vom Chef rechnen. Laut Pensionistenvertretern sind knapp 60.000 Personen von Verlusten betroffen, die sich in manchen Fällen schon auf über 40 Prozent summieren. Kernproblem: Viele Pensionskassentarife wurden auf Basis sehr hoher Gewinnannahmen kalkuliert, die teilweise sieben Prozent und mehr prognostizieren. Schon bei zwei Prozent Jahresplus werden dann die Pensionsansprüche um fünf Prozent gekürzt. Jetzt haben die Pensionistenvertreter Blecha und Khol Druck auf die Regierung ausgeübt, dass die Reform der Pensionskassen noch in dieser Legislaturperiode umgesetzt werden muss.

Weniger Aktien zur Zukunftsvorsorge  
Auch an den Anbietern privater Lebensversicherungen gehen die Börsenturbulenzen nicht spurlos vorrüber – die Auswirkungen für die Kunden sind allerdings je nach Produkt und Aktienanteil sehr unterschiedlich. Bei der staatlich geförderten Zukunftsvorsorge sorgte die 40-prozentige Aktienquote, die jahrelang als Turbo diente, zuletzt für deutliche Verluste. Im Schnitt der letzten Jahre beträgt das durchschnittliche Minus aktuell 3,6 Prozent. Über fünf Jahre gesehen, steht aber immer noch ein Plus von fünf Prozent auf der Haben­seite. Da es aber derzeit schwierig ist, die gesetzlich geforderte Kapitalgarantie darzustellen, möchte die Versicherungsbranche den vorgeschriebenen Mindestaktienanteil auf 25 Prozent senken. Allianz-Vorstand Manfred Baumgartl, der auch die Brancheninteressen der Lebensversicherer vertritt: „Zusätzlich wünschen wir, dass diese Quote für ­einen zehnjährigen Durchschnitt gilt.“ Da die Berechnung schon ab 2003 gelten soll, könnte die Aktienquote aktuell noch tiefer als 25 Prozent liegen. Das gäbe zwar den Kunden mehr Sicher-heit, sie würden aber auch bei einer ­Erholung der Börsen entsprechend ­weniger verdienen. Bei den klassischen Lebensversicherungen läuft die Entwicklung wesentlich stabiler, allerdings wird von vielen Assekuranzen die Gewinnbeteiligung gekürzt, die im Vorjahr generell über vier Prozent lag. Versicherungsexperte Helmut Holzer: „Im Schnitt zahlt die Branche heuer nur noch rund 3,5 Prozent.“ Das reicht nach Abzug der Spesen gerade für den Kaufkrafterhalt der eingezahlten Prämien.

Von Martin Kwauka

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