Autohersteller locken mit Herbst-Rabatten

Leise rieseln die Preise: Im Anflug auf die Jahresbilanz kämpfen Handel und Autohersteller mit Aktionsmodellen und Ökoprämien um jeden Kunden. Für clevere Käufer sind bis zu 34 Prozent Ersparnis drin.

Einen Autohändler beim Neuwagenkauf um 34 Prozent runterhandeln? Das ist selbst für den ausgebufftesten Verhandlungsprofi ziemlich unmöglich. Der Händler hat nämlich selbst – je nach Marke, Modell und Klasse – im Schnitt gerade einmal sechs bis zwölf Prozent Rabattspielraum beim Verkauf.

Wer jetzt einen Neuwagen kauft, kann dieses Kunststück aber dennoch schaffen – und das ganz ohne Verhandeln. Autohersteller wie Importeure sponsern die alljährliche „Lagerräumung“ derzeit mit Aktionsmodellen weit unterm Listenpreis oder „Ökoprämien“ für Eintauschfahrzeuge. Wer seine alte Rostlaube gegen einen Neuen tauschen möchte, kann etwa beim Kauf des neuen Fiat-Aktionsmodells Panda „MYLIFE“ (ab 6.990 Euro, siehe oben) so bis zu 34 Prozent Preisvorteil einsacken. Das vergleichbare Panda-Serienmodell „City“ mit Klimaanlage kostet „regulär“ nämlich 10.670 Euro.

Apropos „Ökoprämie“: Im Krisenjahr 2009 zur Ankurbelung des Neuwagenverkaufs erfunden, feiert die Eintauschprämie für altersschwache Vehikel ihre Rückkehr – diesmal ganz ohne Staatsbeteiligung. Zwischen 1.000 Euro (Hyundai) und bis zu 2.000 Euro (Fiat, Mitsubishi) sind drin. Bei der Namensgebung ist man durchaus kreativ (von Eintauschbonus bis Umweltprämie). In Kombination mit Aktionsmodellen kommt man – speziell bei Fiat – so auf atemberaubende „Rabatte“.

Aktionsmodelle

Auch wer gerade nichts einzutauschen hat, kann sich momentan über erstaunliche Preisnachlässe freuen. Chevrolet spendiert bei vielen Modellen einen „Benzinkosten-Zuschuss“ bis zu 2.000 Euro, andere Hersteller werben mit Aktionsmodellen oder Sondereditionen unter dem „Normalpreis“. Rainer-Chef Burkhard Ernst, als Bundesgremialvorsteher des Fahrzeughandels sozusagen „oberster Autohändler des Landes“: „ Das Motto lautet: Aktionen, Aktionen, Aktionen. Es gibt keine Marke, die momentan nicht mit irgendwelchen Angeboten aufwartet. Man kann jetzt sehr, sehr günstig Autos kaufen – und bis Weihnachen wird sicher noch die eine oder andere Aktion kommen. Alle versuchen natürlich, mit möglichst geringen Beständen über den Jahresultimo zu gehen und möglichst wenig Lager in der Bilanz auszuweisen.“

Neben Ökoprämien und Aktionsmodellen bemühen sich Importeure und Handel, die Kauflust ihrer Kunden auch noch durch großzügige Finanzierungsaktionen anzukurbeln. Rainer-Chef Ernst: „Man muss ganz klipp und klar sagen: Jetzt Auto kaufen lohnt sich.“

Spezialtipp „Kurzzulassungen“

Branchen-Insider Ernst hat noch einen Tipp auf Lager: „Kurzzulassungen spielen bei Schnäppchenkäufen eine wesentliche Rolle.“ Hintergrund: Um zu guten Absatzzahlen zu kommen, sponsern viele Importeure die „Tageszulassung“ bestimmter Modelle durch ihre Händler. Das Fahrzeug gilt damit offiziell als „verkauft“. Ernst: „Wir hatten im Vorjahr rund 70.000 Kurzzulassungen. Heuer werden wir bei etwa 90.000 Stück landen. All diese Fahrzeuge müssen natürlich an den Mann oder die Frau gebracht werden. Das heißt, diese Autos werden mit großen Rabatten abverkauft, denn das sind ja sogenannte gebrauchte Fahrzeuge …“

– Rainer Grünwald

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