Asiens Wachstumsmotor läuft wieder auf Hochtouren und lässt Krise hinter sich

China hat sich von den Folgen der Finanzkrise ziemlich schnell erholt und wächst wieder rasant. Für Anleger ist dennoch Vorsicht geboten.

Sechs Minuten und 39 Sekunden, dann war der Spuk auch schon wieder vorbei. Die Sonnenfinsternis, die am Mittwoch über weiten Teilen Chinas zu sehen war, hat nicht nur Erstaunen unter den Menschenmassen ausgelöst. Galt doch das Verschwinden der Sonne einst als böses Omen. Die rasante Erholung an den chinesischen Börsen wird deshalb mit Argusaugen beobachtet. Zu schnell und freundlich scheint sich China aus den Klauen der Finanzkrise befreit zu haben.

Aufschwung in vollem Gang  
Seit Jahresbeginn legte der ­MSCI-China-Aktienindex um mehr als 39 Prozent zu. Der Hang Seng, das Barometer der Börse Hongkong, liegt mit 48 Prozent im Plus. Die Börse Shanghai verzeichnete sogar ein Plus von 76 Prozent. Die Prognose für das heurige Wirtschaftswachstum des asiatischen Riesen wurde von sechs auf acht Prozent heraufgesetzt. Insgesamt hat die chinesische Regierung 4.000 Milliarden Renminbi (412 Mrd. Euro) in die Wirtschaft und Infrastruktur des Landes gepumpt. Samantha Ho, Anlageexpertin bei Invesco in Hongkong: „Es hilft, dass nur eine politische Partei in China das Sagen hat. Ohne Demokratie gibt es auch keine langen Debatten, wofür Geld ausgegeben wird.“ Mit dem Ausbau des Bahn­netzes, der Belebung des Auto- und Immobilienmarkts und der Ausweitung der Stromproduktion hat sich China an die Spitze der Erholung gesetzt.

Nicht alles Gold
Sorge bereiten weiterhin die sinkenden Exporte, die im Jahres­vergleich um 20 Prozent tiefer liegen. Leo Quell, Asien-Experte der Raiffeisen-Fonds-gesellschaft: „Chinas Wachstumsmodell ist exportorientiert. Aufgrund der hohen Devisenreserven von 2.000 Milliarden Dollar kann die Regierung die Ausfälle jedoch kompensieren.“ Weit dramatischer ist der Anstieg des Kreditwachstums. In den ersten sechs Monaten 2009 wurden bereits mehr Kredite vergeben als im gesamten vergangenen Jahr. Asien-Kenner Quell: „Eine Kreditblase schließe ich aber aus. China hat in den letzten Jahren eine sehr restriktive Geldpolitik betrieben, das kommt dem Reich der Mitte jetzt zugute. Auch die Sparrate ist extrem hoch.“

In Lauerstellung  
Anleger sollten mit einem Einstieg in chinesische Papiere eher noch zuwarten. Invesco-Anlageexpertin Ho: „Ich rechne mit einer Korrektur, auch wenn die Performance der chinesischen Aktienmärkte seit Jahresanfang den starken Fundamentaldaten Chinas entspricht.“ Obwohl die chinesischen Indizes 2009 bereits ordentlich zugelegt haben, fehlen auf die Höchststände vom Oktober 2007 noch mehr als 40 Prozent. Langfris­tig gesehen ist ein Investment in China aufgrund des starken Wachstums auf jeden Fall ein guter Tipp. So dürfen sich etwa Anleger des Baring Hong Kong China (ISIN IE0004866889) nach fünf Jahren über 164 Prozent Gesamtertrag freuen.

Von Ingrid Krawarik

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