Arbeiten bis 67 als Königsweg zur Sanierung leerer Rentenkassen

Arbeiten bis 67 als Königsweg zur Sanierung leerer Rentenkassen

Bert Rürup (Bild), Deutschlands wichtigster Rentenexperte, sieht die Verschiebung des Pensionsantrittsalters als Lösung, die zusätzlich das Wirtschaftswachstum ankurbelt.

Die staatlichen Pensionen speisen sich aus zwei Quellen: den Sozialversicherungsbeiträgen und dem Staatszuschuss. Die künftige Ergiebigkeit ist bei beiden Quellen mit großen Fragezeichen zu versehen. Bert Rürup, der bekannteste deutsche Pensionsexperte, sieht ein zentrales Problem sowohl in Deutschland als auch in Österreich in der sinkenden Lohnquote. Weil der Anteil der Arbeitnehmereinkommen am Volkseinkommen seit Jahren sinkt, steigt auch das zum großen Teil gehaltsabhängige Beitragsaufkommen nur gebremst. Den Hauptgrund sieht Rürup, Stichwort "Globalisierung“, in der starken Konkurrenz aus Billiglohnländern. Außerdem verschlechtert sich wegen der zunehmenden Überalterung der Gesellschaft das Verhältnis von Beitragszahlern zu Pensionisten.

Ab 2016 neue Reform nötig

Rürups Lösungsvorschlag: "Man muss die Erwerbsquoten erhöhen. Zwar könne auch Zuwanderung die leeren Kassen füllen helfen, aber der Effekt sei begrenzt, zumal ja auch Zuwanderer früher oder später zu Empfängern werden. Deshalb führe kein Weg an einer Erhöhung des Pensionsalters vorbei. In Deutschland sei auch wegen der Verschiebung des Rentenbeginns auf 67 die staatliche Pensionsversicherung zumindest bis ins Jahr 2030 auf Schiene. Erst dann werde, falls nötig, über weitere Maßnahmen zu entscheiden sein. In Österreich wird dagegen dieser notwendige Schritt immer noch auf die lange Bank geschoben. Rürup: "Jede Reform, die man vertagt, führt später zu noch einschneidenderen Maßnahmen.“ In Österreich erwartet Rürup akuten Handlungsbedarf im Zeitraum 2016 bis 2018, möglicherweise sei auch ein neuerlicher Konjunktureinbruch der Auslöser neuer Diskussionen.

Wenn dann Pensionen gekürzt oder Beiträge erhöht werden müssten, schlage sich das naturgemäß in der Kaufkraft nieder und belaste das ohnehin schwache Wirtschaftswachstum. Eine Lebensarbeitszeit-Verlängerung erhöhe dagegen sogar das Wirtschaftswachstum laufend um ein paar Zehntel Prozentpunkte.

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