Angekettet und versichert: Die richtigen Diebstahlversicherungen und Schlösser

25.000 Fahrräder wurden 2009 in Österreich geklaut. Gegen Diebe hilft ein gutes Schloss und die richtige Versicherung.

Martina L. und ihr Freund Harald S. nutzten am Dienstag vor Ostern die laue Frühlingsluft und verbrachten einen Abend in der Wiener Innenstadt. Ihre Fahrräder ketteten sie gegen 19 Uhr mit zwei Spiralschlössern an die Fahrradständer am Neuen Markt, wo schon 20 weitere Räder parkten. Als sie um 21.30 Uhr wiederkamen, fehlte von den Drahteseln samt Schlössern jede Spur – nicht nur von ihren, sondern von allen. „Ich hab das Gefühl, dass diese Ständer gerade dazu dienen, Fahrräder anzulocken, um sie dann im Pulk zu entfernen“, macht Radlerin Martina ihrem Ärger Luft. Leider ist sie mit ihrem Fall in guter Gesellschaft. Mehr als 25.000 Fahrräder wurden 2009 in Österreich Beute gemeiner Diebe. Schwerpunkte sind die Landeshauptstädte: In Wien stiegen die Schadensfälle von 2008 auf 2009 um 13 Prozent auf 8.387, in Graz um 23 Prozent.

Kostenlose Codierung
Für Martina ist der Diebstahl ihres 200-Euro-Rads leichter zu verschmerzen als Haralds Verlust, der ohne sein 1.400-Euro-Fahrrad nachhause musste. Angezeigt haben sie den Diebstahl zwar schon, die Chancen für ein Wiederauffinden sind aber eher gering. Die Aufklärungsquote lag 2009 österreichweit nur bei 4,7 Prozent, Wien war mit drei Prozent Schlusslicht. Ist das Fahrrad codiert und mit einer individuellen Nummer versehen, könnte sich das positiv auswirken. Herwig Lenz, Leiter der Kriminalprävention im Bundes­kriminalamt: „Wir führen die Codierung kostenlos durch, das kann sich auszahlen. Wir haben schon öfter Autos mit ­Anhänger, die angeblich Sperrmüll geladen hatten, mit mehreren Fahrrädern erwischt.“

Diebstahl versicherbar  
Die fahrbaren Untersätze lassen sich mit einer speziellen Fahrradversicherung auch versichern. Die Jahresprämien bewegen sich zwischen 9,3 und 16 Prozent des Kaufpreises. Für ein 500-Euro-Rad zahlen Radler zwischen 47 und 80 Euro pro Jahr. Auch der Teilediebstahl ist gedeckt, allerdings in unterschiedlichem Ausmaß. Beim Verkehrsclub Österreich (VCÖ) sind Tachometer und Licht inkludiert, auch wenn diese nur aufgesteckt sind. Argus, Grawe und Öamtc versichern nur fest montiertes Zubehör. Große Assekuranzen versichern Fahr­räder innerhalb der Haushaltsversicherung. Bei der Generali sind codierte 500-Euro-Drahtesel für 37,50 Euro pro Jahr mit dabei, die zur Prämie der Haushaltsversicherung dazukommen. Uniqa-Kunden zahlen fürs gleich teure Rad jährlich 35,52 Euro für den Baustein Fahrrad zusätzlich zur „Zuhause & Glücklich“-Versicherung.

Gesichert wie Fort Knox
Damit den Dieben keine Chance gegeben wird, sollte das Fahrrad in Hochburgen des Fahrradklaus immer durch Bügel- oder Faltschlösser mit hoher Sicherheitsstufe abgesichert werden ( siehe knackresistente Fahrradschlösser ). So gesehen waren die Drahtsesel von Martina und Harald mit Spiralschlössern leichtsinnig angehängt. Diese lassen sich nämlich in Windeseile knacken. Christian Pekar, Chef der Coope­rative Fahrrad in der Wiener Gumpendorfer Straße: „Wien ist ein heißes Pflaster. Da kommt ein 1.000-Euro-Rad nicht ohne Bügelschloss aus.“ Auch zuhause sollte das Rad nie unversperrt abgestellt werden. Pekar: „Allerdings hilft das beste Schloss nichts, wenn es nicht an etwas angehängt wird. Boden-Anker sind da eine wichtige Ergänzung.“

Von Ingrid krawarik

Zehn Tipps für den Steuerausgleich

Steuern

Zehn Tipps für den Steuerausgleich

Service

Die Suche nach dem besten Konto

Was man als Passagier wissen muss: 5 Fakten zum Lufthansa-Streik

Geld & Service

Was man als Passagier wissen muss: 5 Fakten zum Lufthansa-Streik