Allan Conway: "Richtig spannend wird es an den Schwellenländerbörsen in zwei Jahren"

Schroder-Experte Allan Conway über Schwellenlandbörsen.

FORMAT: Herr Conway, Exotenaktien haben heuer enorm zugelegt. Geht es in diesem Takt weiter?
Allan Conway: Die Kursanstiege waren fantastisch, manche Börsenindizes haben ihren Wert seit den Tiefständen sogar verdoppelt. Gewinnmitnahmen, die nicht lange dauern und nicht besonders stark ausfallen werden, sind schon bald sehr wahrscheinlich. Der Kursrückgang wird aber 15 Prozent nicht überschreiten. Ich halte einen solchen Rückschlag für gesund, denn die Bewertung ist bei Schwellenländeraktien teilweise schon überzogen.

"Asien nicht mehr so billig"
FORMAT: Wie günstig oder teuer sind Aktien aus den Emerging Markets jetzt?
Conway: Asiatische Aktien sind keineswegs mehr so billig wie letztes Jahr. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 13 liegt die Bewertung der Fernost-Papiere leicht über dem langjährigen Schnitt. Dafür fallen die Prognosen für die Unternehmensgewinne gut aus. Die 12-Monats-Vorschau räumt indischen und koreanischen Börsenkonzernen ein Gewinnplus von rund 30 Prozent ein, in China werden plus 20 Prozent erwartet.
FORMAT: Sind die Schwellenländerbörsen bereits überhitzt?
Conway: Wenn der Rückschlag bald kommt, ist das Risiko relativ gering. Richtig spannend wird es in zwei Jahren, weil bis dahin sehr viel Geld in Aktien der Wachstumsregionen fließen wird, was die Bildung einer Blase begünstigt.

"Russische Aktien übergewichten"
FORMAT: Auf welche Aktien sollten Anleger jetzt setzen?
Conway: Ich rate dazu, auf Papiere aus China, Korea und Taiwan zu vertrauen. In Südamerika ist die brasilianische Börse von São Paulo mein Favorit. Wer in Osteuropa investiert, ist mit Aktien aus Ungarn am besten bedient. Sie sind um 15 Prozent günstiger bewertet als andere osteuropäische Börsen. Bei polnischen Werten würde ich vorsichtig sein.
FORMAT: Wie geht es an der Börse Moskau weiter, nachdem sie heuer besonders stark gestiegen ist?
Conway: Die russische Wirtschaft ist energielastig, nicht sehr differenziert, und viele Konzerne haben mit der Corporate Governance so ihre Probleme. Aber die Börse ist sehr günstig bewertet, was die negativen Faktoren relativiert. Deshalb empfehle ich, russische Aktien überzugewichten.

Interview: Robert Winter

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