Aktien: Die Dividenden-Kaiser

Ausschüttungen von drei, fünf, ja über zehn Prozent versüßen das Warten auf besseres Börsenklima. FORMAT analysiert, welche Konzerne mit attraktiven und zudem steigenden Dividendenzahlungen aufwarten.

Ende August herrschte bei der amerikanischen Hamburgerkette McDonald’s Partylaune. Weltweit wurde der Monatsumsatz zum 100. Mal in Folge gesteigert. Da bleibt auch für Anleger einiges hängen. Der Konzern, der seine Aktionäre seit 1976 mit regelmäßigen Ausschüttungen bei der Stange hält, gab vor einer Woche eine 15-prozentige Erhöhung der Dividende bekannt. Das wird auch die Position im Ranking der weltweit höchsten Ausschüttungen verbessern. Bisher lag die Fastfoodkette mit einer aktuellen Dividendenrendite von 3,2 Prozent nur im oberen Mittelfeld.

Jährlich 24 Prozent mehr

Stuart Reeve, Fondsmanager des auf Aktien mit hohen Ausschüttungen spezialisierten BlackRock Equity Income Fund: „McDonald’s ist ein gutes Beispiel dafür, dass Aktionäre nicht nur auf die absolute Höhe der Dividendenrendite schielen dürfen. Das Wachstum der Ausschüttungen ist mindestens genau so wichtig.“ In diesem Punkt ist die Aktie von McDonald’s (ISIN US5801351017) top, lagen doch die durchschnittlichen Dividendensteigerungen in den vergangenen fünf Jahren bei 24 Prozent.

Bei Dividendenwachstum und anlegerfreundlicher Ausschüttungspolitik kann auch der Schweizer Nahrungsmittelmulti Nestlé (CH0038863350) punkten. Seit 1977 wurde die Dividende jährlich im Schnitt um 14 Prozent erhöht, die aktuelle Dividendenrendite liegt bei 3,8 Prozent.

Mit jährlichen Ausschüttungs-Wachstumsraten von 22 Prozent spielt der spanische Telekomkonzern Telefónica (ES0178430E18) in derselben Liga wie McDonald’s. Bei der aktuellen Dividendenrendite in Höhe von 10,5 Prozent hat Telefónica aber die Nase vorn. Norbert Janisch, Fondsmanager des Raiffeisen-TopDividende-Aktien: „Anleger müssen aber berücksichtigen, dass Telefónica unter der wirtschaftlichen Misere in Spanien leidet. Auch in Südamerika, einem wichtigen Markt der Spanier, schläft die Konkurrenz nicht.“ Fondsmanager Janisch bevorzugt den weltweit tätigen Tabakkonzern British American Tobacco (GB0002875804), bei dem die jährlichen Ausschüttungen seit 2006 im Schnitt um 19 Prozent angehoben wurden. Janisch: „Die Aktie hat selbst die schlimme Börsenphase im Sommer gut überstanden und ist ein Paradebeispiel für ein stabiles, defensives Papier. Die Dividendenrendite beträgt 4,9 Prozent.“

Exakt dieselbe Quote erhalten Anleger bei der Aktie des Pharmakonzerns Sanofi Aventis (FR0000120578), die BlackRock-Fondsmanager Reeve in seinem Dividendenaktiendepot derzeit am höchsten gewichtet hat. Reeve: „Anleger haben auf Jahressicht mit der Aktie nur 1 Prozent Kursverlust erlitten, während die Dividende in den vergangenen Jahren im Schnitt um 11 Prozent angehoben wurde.“ Das trifft auch auf den Schweizer Gesundheitskonzern Roche (CH0012032048, aktuelle Dividendenrendite 4,8 Prozent) zu. Fondsmanager Janisch: „Roche reicht im Schnitt die Hälfte des Gewinns an Aktionäre weiter und hat die Ausschüttungen in den vergangenen zehn Jahren kontinuierlich erhöht.“

Oft lohnt sich auch ein Blick auf Papiere, die von Anlegern über Gebühr abgestraft wurden. Monika Jung, Leiterin des Private Banking der Valartis Bank: „Allianz und Münchener Rück sind solide Aktien, die überverkauft sind. Bei beiden Versicherungen liegt die Dividendenrendite über 6 Prozent.“ Zu den Favoriten der Expertin zählt darüber hinaus der weltweit tätige Öl- und Gaskonzern Total (FR0000120271). Jung: „Die Aktie ist günstig bewertet und profitiert vom hohen Ölpreis, die Dividendenrendite ist mit 7,9 Prozent attraktiv.“

Zahlmeister der Wiener Börse

Investoren, die bei österreichischen Aktien auf Dividendenjagd gehen, werden beim Papier der Telekom Austria (AT0000720008) fündig. Manfred Huber, Vorstand der Euram Bank: „Aktuell liegt die Dividendenrendite bei 10,8 Prozent. Ich rechne zwar damit, dass die Ausschüttungen sinken werden. Dass sie gänzlich ausfallen könnten, ist aber so gut wie ausgeschlossen.“ Auch die Österreichische Post (AT0000APOST4) zählt mit einer Dividendenrendite von 7,9 Prozent zu den Austro-Favoriten des Euram-Bankers. Beim Mineralölkonzern OMV (AT0000 743059) können mutige Anleger derzeit eine doppelte Chance nutzen. Einerseits ist der Einstieg zum Schnäppchenpreis möglich, liegt doch das Kurs-Buchwert-Verhältnis bei einem Wert von 0,8, andererseits beträgt die Dividendenrendite 4,4 Prozent.

In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Fonds gestiegen, die sich auf dividendenstarke Aktien spezialisieren. Viele sind in den vergangenen Jahren mehr als respektabel durch die Börsenturbulenzen gekommen. Dabei gab der DWS Top Dividende (DE0009848119) mit einem seit September 2006 erzielten Gesamtertrag von 59 Prozent die Schlagzahl vor. Auch der von der deutschen Vermögensverwaltung Jens Ehrhardt gelenkte Dividendenaktienfonds DJE Dividende & Substanz (LU0159550150) schnitt deutlich besser ab als der Durchschnitt vergleichbarer Depots.

Mit geschickter Taktik kam Fondsmanager Reeve mit dem erst im November des Vorjahres gestarteten weltweiten Dividendenaktienfonds BlackRock Global Equity Income (LU0545039389) gut über die ersten Runden. Dank Aktien von Sanofi, GlaxoSmithKline, Novartis und McDonald’s erzielte der Fonds trotz heftiger Börsenturbulenzen seit Start 4 Prozent Ertrag.

– Robert Winter

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