106 Prozent Plus: An den Börsen geben
die Schwellenländer längst den Takt vor

Nach einem rekordverdächtigen Jahr 2009 erwarten Experten einen anhaltenden Boom in den Emerging Markets.

Wie sich doch die Zeiten ändern. Früher waren die etablierten Märkte wie die USA, Europa oder Japan die Wachstumslokomotiven der Weltwirtschaft. Die Schwellenländer bekamen allenfalls ein paar Brosamen ab, wenn internationale Konzerne wie Coca-Cola oder Nestlé dort Geld investierten. Heute haben sich die globalen Spiel­regeln eindeutig zugunsten der Emerging Markets gedreht. Während die Industriestaaten unter der schwersten Wirtschaftskrise seit 1929 stöhnen, entwickelt sich China mit Wachstumsraten von heuer 9,4 Prozent Plus zum Retter der Weltwirtschaft.

Exotenbörsen legen an Gewichtung zu
Auch an den Börsen geben die Exoten längst den Takt vor. Im Schnitt konnte heuer ein Euro-Investor seinen Einsatz an den Schwellenlandbörsen um 58 Prozent vermehren. Den Vogel schießt Brasilien (im Bild: São Paulo) mit einem Gewinn von 106 Prozent ab. China gehört mit 49 Prozent Jahresgewinn schon zu den Nachzüglern (siehe Tabelle ) . Allan Conway, Schwellenland-Experte der britischen Fondsgesellschaft Schroder, hält zwar eine temporäre Kurskorrektur für möglich (siehe Interview ) . Doch das wäre nur eine kurze Etappe, um wieder auf die Überholspur zu wechseln: „Die Welt hat sich verändert. Aktien der Exotenbörsen haben in der ­Gewichtung des umfassenden MSCI-Weltaktienindex bereits einen Anteil von 13 Prozent erreicht. Das hat es noch nie gegeben. Wegen des stark gestiegenen Anteils führt auch für Großanleger kein Weg mehr an Schwellenländer-Investments vorbei. Das stützt langfristig die Börsen der aufstrebenden Staaten.

Positive Wachstumsprognosen
Die Wachstumsraten bleiben jedenfalls laut aktuellen Prognosen der US-Investmentbank Goldman Sachs auch 2010 beachtlich. So soll China sogar auf einen Wert von 11,9 Prozent steigen, Indien auf 7,8 Prozent und Brasilien auf 4,8 Prozent. Zum Vergleich: Für die entwickelten Staaten der Welt geht Goldman Sachs von lediglich 1,9 Prozent Plus aus, was nicht einmal das heurige Minus von 3,2 Prozent wettmachen würde. Conway: „Das Tempo in China, Indien oder Brasilien wird längerfristig hoch bleiben. Zusätzliche positive Impulse bringen große Infrastrukturprogramme und Maßnahmen auf fiskal­politischer Seite. Trotzdem besteht die Gefahr, dass eine zweite Welle des Konjunkturabschwungs kommt. Das ist der Grund, warum Schwellenländeraktien einen Rückschlag erleiden könnten.“

71 Prozent Fondsperformance
Ein guter Aktienfonds, um in die vier BRIC-Staaten Brasilien, Russland, Indien und China zu investieren, ist der Schroder BRIC (ISIN LU0228659784), der seit Jahresanfang 71 Prozent Gewinn erzielte. Wer sich den schwankungsanfälligen Exotenbörsen lieber mit einem Sicherheitsnetz nähern will, sollte sich das neue Volksbank-Garantiezertifikat „CHI Garant 4. Tranche“ anschauen (AT000B059472). Bis 2015 in­vestieren die Käufer in einen fixen Indexkorb aus 52 Prozent Hongkonger Hang Seng und indischem Nifty. 48 Prozent werden in Anleihen geparkt. Am Ende der Laufzeit gilt eine 100-prozentige Kapitalgarantie sowie eine 85-prozentige Höchststandsgarantie. Damit ist man zwar nur etwa mit der Hälfte des Kapitals im aufstrebenden Asien investiert – aber das ist immer noch besser als gar nicht.

Martin Kwauka, Robert Winter

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