10 Fonds, die über die vergangenen 10 Jahre mindestens 10% Rendite erzielten

Mit normalen Aktien war seit 2001 nichts zu holen. Die besten Fonds erreichten trotz heftiger Börsenturbulenzen zweistellige Renditen. FORMAT präsentiert zehn Dauerbrenner mit besten Chancen für die Zukunft.

Die Latte für die aktuelle FORMAT-Covergeschichte lag ziemlich hoch. Nur Fonds, die langfristig zweistellige Zuwachsraten erzielten, kamen in die engere Wahl. Doch das war noch längst nicht alles. Der Startzeitpunkt im März 2001 lag auch noch ausgesprochen ungünstig. Immerhin notierten die Börsenkurse noch auf ziemlich hohem Niveau. Danach mussten die Manager ihre Fonds durch Katastrophen wie die Anschläge vom 11. September und die Pleite der Lehman-Bank manövrieren und die heftigste Finanzkrise seit 1929 überstehen. Mit anderen Worten: Als Siegerfonds kamen nur Produkte infrage, die trotz kräftigen Gegenwinds zehn Jahre lang durchschnittlich mindestens zehn Prozent erreichten. Dank des Zinseszinseffektes hat sich das Kapital insgesamt um mindestens 160 Prozent vermehrt.

Peter Pühringer schaffte mit dem ZZ1-Fonds sogar 20,1 Prozent im Jahr, also mehr als das Doppelte. Und das nicht mit Aktien, sondern mit Staatsanleihen. Pühringers Erfolgsrezept: Er setzte nicht auf vermeintlich solide Adressen wie Deutschland oder die USA, sondern auf Anleihen in exotischen Währungen wie der türkischen Lira, dem brasilianischen Real oder der indonesischen Rupiah. Wer vor zehn Jahren den Betrag von 10.000 Euro in den ZZ1- Fonds investierte, hat das Kapital inzwischen auf über 64.000 Euro vermehrt.

Zum Vergleich: Wer vor zehn Jahren denselben Ausgangsbetrag in einem durchschnittlichen Weltaktienfonds anlegte, besitzt heute nur 9.800 Euro. Nach zehnjährigem Auf und Ab ist das Investment also im Endeffekt leicht unter Wasser. Zieht man die jahrelange Inflation ab, sieht das Bild noch trister aus. Das ist aber kein Grund, die Reißleine zu ziehen und nie wieder in Aktien zu gehen. Es geht nur darum, abseits der ausgetretenen Pfade zu investieren.

Der Aufstieg der Schwellenländer

Insgesamt gelang es sogar über 100 Fonds, die in Österreich zugelassen sind, in den vergangenen 120 Monaten mehr als zehn Prozent Rendite zu erzielen (siehe www.morningstar.at ; dort können Anleger unter Eingabe der ISIN-Nummer der genannten Fonds auch weitere Informationen wie etwa die größten Wertpapierpositionen abrufen). Aus dieser Liste hat die FORMAT-Finanzredaktion diejenigen Produkte ausgewählt, die die besten Chancen haben, auch auf Sicht der nächsten zehn Jahre hohe, mit etwas Glück sogar zweistellige Renditen zu erzielen.

Auffällig ist: Praktisch alle Fonds, die laut Morningstar die Hürde von zehn mal zehn Prozent meisterten, investieren direkt oder indirekt in den aufstrebenden Wirtschaftsregionen der Zukunft, den sogenannten Emerging Markets. Schließlich profitierte auch der Goldminen-Fonds BlackRock World Gold, der jährlich 21,8 Prozent gewann, stark von der wachsenden Edelmetallnachfrage in Indien und China. M&G-Weltaktienfondsmanager Graham French kauft Titel wie Unilever, die von den vielen neuen Konsumenten in Asien profitieren. Und auch die Börse Wien war, zumindest aus Sicht internationaler Anleger, ein Markt, der vor allem von der Osteuropa-Fantasie gelebt hat.

Obwohl die Börsen der Schwellenländer auf staatliche Gewinne zurückblicken können, sind die Aktien immer noch nicht teuer. Mark Mobius, der wohl bekannteste Investor in den Schwellenländern und Kopf des erfolgreichen Asienaktienfonds Templeton Asian Growth : „Im weltweiten Schnitt sind die Aktien aus den Industriestaaten mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 13 auf Basis der geschätzten Gewinne der nächsten 12 Monate bewertet. Papiere aus Schwellenländern notieren an der Börse mit einem KGV von 11.“

Noch billiger sind die Börsen in Osteuropa. Angelika Millendorfer, Managerin des Raiffeisen-Osteuropa-Aktien : „In Russland liegt das mittlere KGV unter 8. Dabei werden dort 2011 zweistellige Gewinnzuwächse erwartet.“ Die besseren Wachstumschancen haben allerdings nach wie vor asiatische Staaten wie China. Templeton-Fondsmanager Mobius: „Zwar dämpft die Inflationsbekämpfung das Wirtschaftswachstum in China, aber es wird nicht abgewürgt. Statt derzeit zehn Prozent wird China halt nur um sieben oder acht Prozent wachsen. Das ist im Vergleich zu entwickelten Ländern immer noch deutlich höher.“ Deshalb hat Mobius China derzeit auch am höchsten in seinem Fonds gewichtet.

Mit derartigen Wachstumsraten kann Österreich naturgemäß nicht mithalten. Wolfgang Matejka, externer Fondsmanager des Meinl Equity Austria : „Ich glaube nicht, dass sich die Gewinne der österreichischen Unternehmen so wie in der Vergangenheit in kurzer Zeit verdoppeln. Die Börse Wien profitiert davon, wenn Osteuropa wieder in den Fokus der Anleger rückt. Letztlich hängt aber alles von der Entwicklung der Unternehmensgewinne ab. In den nächsten zehn Jahren sind zweistellige Durchschnittsrenditen ein Ziel, das wohl kaum zu erreichen ist.“

Trendwende bei Anleihen

Auch ZZ1-Chef Pühringer steckt momentan seine Erwartungen zurück: „Seit dem Jahr 1982 sind die Renditen der Anleihen fast ständig gesunken. Seit dem vergangenen Herbst sind diese goldenen Zeiten vorbei, der Zinstrend hat wieder nach oben gedreht. Davon können sich auch die Schwellenlandanleihen nicht ganz abkoppeln. Ich wäre in diesen schwierigen Zeiten schon dann zufrieden, wenn der Fonds sechs bis acht Prozent im Jahr erreicht. Langfristig bleibt es aber unser Ziel, zweistellige Renditen zu erzielen.“

Die besten Fonds mit zweistelligen Renditen

– Martin Kwauka, Carolina Burger, Robert Winter

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