Gasstreit bremst Gazprom

Gasstreit bremst Gazprom

Gazprom CEO Alexei Miller

Die Ukraine-Krise und die Wirtschaftssanktionen gegen Russland lassen den Gewinn des russischen Gaskonzerns Gazprom um 23 Prozent einbrechen.

Der Gasstreit mit der Ukraine grenzt den Gewinnzuwachs des russischen Energieriesen Gazprom ein. Gazprom hat im ersten Halbjahr einen Gewinneinbruch von 23 Prozent verbucht. Dieser sei vor allem auf die Schulden der Ukraine zurückzuführen, gab Gazprom bekannt. Demnach erzielte der Konzern zwischen Jänner und Juni einen Nettogewinn von 450,5 Mrd. Rubel (8,8 Mrd. Euro). Beobachter hatten einen Gewinn von rund 484 Mrd. Rubel erwartet. Im zweiten Quartal stieg der Überschuss mit 13 Prozent auf umgerechnet 4,4 Milliarden Euro ebenfalls geringer als erwartet.

Der weltgrößte Gasproduzent verweist auf hohe Rückstellungen wegen Außenständen im Geschäft mit der Ukraine. Er habe deswegen vorsorglich im ersten Halbjahr 4,2 Milliarden Euro zurückgelegt. Im Streit über den Gaspreis und unbezahlte Rechnungen hatte Gazprom im Juni die Lieferungen an die Ukraine gestoppt. Im zweiten Quartal legte der Umsatz dennoch um knapp 20 Prozent auf 25,6 Milliarden Euro zu. Das Management rechnet nach vorläufiger Einschätzung damit, dass die westlichen Wirtschaftssanktionen im Zuge des Ukraine-Konflikts keinen signifikanten Einfluss auf das Geschäft haben.

Nach dem Sturz des prorussischen Präsidenten Viktor Janukowitsch hatte Gazprom im April Preissenkungen zurückgenommen und die Gaslieferungen an die Ukraine um 80 Prozent verteuert. Die neue Regierung in Kiew wirft Russland eine politisch motivierte Gaspreiserhöhung wegen ihrer Bemühungen um eine Annäherung an die Europäische Union vor. Die nächste Verhandlungsrunde soll kommenden Dienstag in Berlin stattfinden. Die EU vermittelt in dem Streit, der auch die Erdgasversorgung der Gemeinschaft gefährden könnte. Die EU erhält ein Drittel ihres Erdgases aus Russland, die Hälfte davon strömt durch ukrainische Leitungen. Sie befürchtet, dass die Ukraine in Notlagen Gas abzweigen könnte.

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