FMA verordnet zwölf Banken höhere Eigenkapital-Puffer

FMA verordnet zwölf Banken höhere Eigenkapital-Puffer

FMA-Vorstände Helmut Ettl und Klaus Kumpfmüller und Österreichs größte Banken-Baustelle Hypo-Alpe-Adria (Heta)

Österreichs Finanzmarktaufsichtsbehörde FMA hat zwölf österreichischen Kreditinstituten mit Wirkung ab 1. Jänner 2016 zusätzliche Eigenkapital-Puffer vorgeschrieben.

Die „Kapitalpuffer-Verordnung“ der FMA ist mit Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt am 22. Dezember 2015 in Kraft getreten. Dabei wird jeder der zwölf Banken individuell der Aufbau eines zusätzlichen „Systemrisiko-Puffers“ vorgeschrieben, der letztlich bis zu zwei Prozent der risikogewichteten Aktiva beträgt und zusätzlich zum harten Kernkapitalerfordernis zu halten ist.

Von der Verordnung betroffen sind die BAWAG P.S.K, die Erste Group, die HYPO Niederösterreich und die HYPO Tirol, die Oberösterreichische Landesbank, die Raiffeisen Bank International, die Raiffeisen Zentralbank, die Raiffeisen Landesbank Niederösterreich-Wien, die Raiffeisen Landesbank Oberösterreich, die Sberbank, die UniCredit Bank Austria und die Vorarlberger Landes- und Hypothekenbank. (siehe Tabelle)

Systemrisikopuffer in % der risikogewichteten Aktiva
Bank 1.1.2016 1.1.2017 1.1.2018 1.1.2019
Erste Group 0,25% 0,50% 1,0% 2,0%
HYPO NOE 1,0% 1,0% 1,0% 1,0%
HYPO Tirol 1,0% 1,0% 1,0% 1,0%
OÖ Landesbank 1,0% 1,0% 1,0% 1,0%
RBI 0,25% 0,50% 1,0% 2,0%
RZB 0,25% 0,50% 1,0% 2,0%
RaiffeisenLB NÖ/W 0,25% 0,50% 1,0% 1,0%
RaiffeisenLB OÖ 0,25% 0,50% 1,0% 1,0%
Sberbank Europe 0,25% 0,50% 1,0% 1,0%
UniCredit Bank Austria 0,25% 0,50% 1,0% 2,0%
BAWAG P.S.K. 0,25% 0,50% 1,0% 1,0%
VorarlbergerLB 1,0% 1,0% 1,0% 1,0%
Quelle: FMA

Die FMA verfolgt mit der Verordnung das Ziel, die Widerstandsfähigkeit dieser Kreditinstitute gegenüber ihren spezifischen systemischen Risiken zu erhöhen. Sie setzt mit der Verordnung eine Empfehlung des Finanzmarktstabilitätsgremiums (FMSG) um. Der Systemrisikopuffer ist ein Risikopolster, der langfristige Risiken, die sich aus der starken Verflechtung der Banken untereinander, oder aufgrund gleichartiger Risikopositionen – also dem systemischen Klumpenrisiko - ergeben, abfedern soll.

Die Kapitalpuffer-Verordnung regelt neben dem Systemrisikopuffer auch den Antizyklischen Kapitalpuffer (AZKP), der dem Entstehen von riskanten Kreditblasen entgegenwirkt. Da jedoch in Österreich derzeit kein übermäßiges Kreditwachstum zu beobachten ist, wird der AZKP zunächst mit 0% festgesetzt. Das FMSG wird diesen Wert zukünftig quartalsweise evaluieren.

„Die Kapitalpuffer-Verordnung ist ein weiterer Meilenstein der FMA zur Stärkung von Quantität und Qualität der Kapitalausstattung der österreichischen Banken. Diese individuellen, risikoorientierten Kapital- und damit Sicherheitspölster stärken die Stabilität des österreichischen Finanzmarktes“, so die FMA-Vorstände Helmut Ettl und Klaus Kumpfmüller.

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