"Wir wissen welcher Kunde, bei welcher Bank Chancen auf attraktiven Immobilienkredit hat"

"Wir wissen welcher Kunde, bei welcher Bank Chancen auf attraktiven Immobilienkredit hat"

Ein Darlehen oder einen Kredit mit den bestmöglichen Konditionen zu finden, zählt zu den schwierigsten und wichtigsten finanziellen Aufgaben, die man zu bewältigen hat.

FORMAT : Herr Maurer, Sie bieten das erste Vergleichsportal für Immobilienkredite in Österreich an . Was sind die wesentlichen Serviceleistungen?

Wolfgang Maurer: Es gibt drei wesentliche Serviceleistungen: das Internetportal, eine eigens für uns entwickelte Software und hochqualifizierte Mitarbeiter am Telefon. Unser Portal bietet alle Informationen zur Hypothekarfinanzierung sowie Neuigkeiten, Trends und aktuelle Zinssätze. Der Kunde hat die Möglichkeit, sich rund um die Uhr auf unserer Homepage zu informieren und kann sofort eine Anfrage stellen. Zusätzlich stehen dem Kunden eine Vielfalt an Rechnern für den Zinscheck, die Kreditrate und den Bonitätscheck zur Verfügung. Dadurch hat der User die Möglichkeit, eine Vorabprüfung anonym durchzuführen. Die Software gleicht die persönlichen Angaben mit den Annahmerichtlinien der Banken ab. Speziell zu diesem Zweck hat die TU Wien in unserem Auftrag ein Programm entwickelt. Mit Hilfe eines speziellen Filters werden bereits 90 Prozent der Banken vorab ausselektiert. Jene Banken, die nach der Vorauswahl übrig bleiben, werden durch einen Feinfilter und das Knowhow unserer Mitarbeiter bearbeitet. Unsere Beratung reicht von der Produktinformation, Erstellung des individuellen Finanzierungskonzepts bis hin zur Koordination der Bankgespräche. Auf Wunsch begleiten unsere Berater den Kunden bis zum Vertragsabschluss bei der Bank.

Die aktuellen Konditionen der Banken für einen Hypothekarkredit sieht man auf Ihrem Portal allerdings nicht.

Maurer: Nein, das ist auch nicht möglich. Jeder Kunde wird nach seiner Bonität eingestuft und bekommt seinen eigenen Zinssatz. Deswegen sind die angezeigten Konditionen nur als Orientierungshilfe zu verstehen. Banken brauchen genaue Angaben wie Beruf, Alter, Familienstand und um welches Objekt es sich handelt. Deshalb bringt es auch nichts, wenn Kunden sich bei den Banken nach den aktuellen Standardzinssätzen für ein Darlehen erkundigen.

Wo werden heute die Entscheidungen getroffen, ob jemand einen Kredit bekommt oder nicht?

Maurer: Diese Entscheidungen fallen fernab der lokalen Bank. Die Kundendaten werden direkt an die zentral organisierten Risikoabteilungen der Banken weitergeleitet. Dort geben Risikomanager immer detailliertere Daten der potentiellen Kreditnehmer in ein computergesteuertes Risikoanalysemodell ein. Diese Auswertung bildet dann die Entscheidungsgrundlage, die persönliche Kundenbeziehung spielt da keine Rolle mehr. Früher war die Beurteilung, ob und zu welchen Konditionen ein Kredit vergeben wird, einfacher. Die Entscheidung wurde vom Bankberater, den der Kunde meist schon jahrelang kannte, vor Ort getroffen. Diese Zeiten sind längst vorbei.

Ist ein Onlinevergleich bei creditnet.at überhaupt nötig, wenn die Entscheidung ohnehin nach den fix vorgegebenen Risikokriterien einer Bank getroffen wird?

Maurer: Selbstverständlich, denn Banken beurteilen die persönlichen Angaben der Kunden ganz unterschiedlich und so entstehen auch die großen Zinsunterschiede unter den einzelnen Instituten. Das war unter anderem auch ein Grund, warum wir die Plattform ins Leben gerufen haben. Wir versuchen, genau diese Zinsunterschiede auszuarbeiten und können somit den Bestanbieter eruieren. Für den Kunden gibt es zwei Handhabungen. Er holt sich selbst mehrere Angebote ein, diese Variante ist natürlich schon vom Zeitaufwand fast nicht möglich. Die zweite Möglichkeit ist, unser Serviceangebot zu nutzen. Mit dem Onlinevergleich spart der Kunde Zeit und Nerven.

Wie viele Banken fragen Sie pro Kunden an?

Maurer: Wir schöpfen unsere Daten aus einem Pool von rund 100 Banken. Durch Filterkriterien wie Beruf, Wohnsitz, Familienstand und Objekt fallen viele Banken, die genau für diesen Kunden ungeeignet sind, bereits weg. Es bleibt meist nur eine Handvoll von Banken übrig.

Wie wichtig ist beispielsweise der Beruf für die Beurteilung, ob man einen Kredit bekommt?

Maurer: Die Höhe des Einkommens ist zwar für die Banken nach wie vor das wichtigste Entscheidungskriterium. Aber Softfacts, also nicht exakt messbare Risikofaktoren wie Beruf oder Familienstand, gewinnen an Bedeutung. Solche Daten können bei der Beurteilung des Kreditausfallsrisikos und damit der Höhe der Zinsen sehr wohl einen Unterschied machen. Ein Manager bekommt beispielweise ein anderes Darlehensangebot als ein Angestellter oder ein Beamter. Ein 40-jähriger Single wird etwa als risikofreudiger eingestuft als ein Familienvater im selben Alter, weshalb der Single mit höheren Kreditzinsen rechnen muss. Ein Beispiel: In ein und derselben Reihenhaussiedlung stellen drei Antragssteller jeweils einen Kredit. Jeder Antragssteller bekommt aufgrund unterschiedlicher Risikokonstellationen andere Konditionen.

Wenn Sie die besten Konditionen für einen Kunden suchen, verhandeln Sie da persönlich mit den Banken oder bekommen Sie deren Standardangebote zugesandt und nehmen dann das beste Offert?

Maurer: Da es das tägliche Brot unserer Mitarbeiter ist, laufend Kreditangebote einzuholen und Aufträge abzuwickeln, bekommen wir in 95 Prozent der Fälle bereits die Topkondition der jeweiligen Bank. Im Gegensatz zu den meisten Kunden kennen wir die Verhandlungsspielräume der Banken ganz genau. Kunden von Banken dagegen bleibt oft nichts anderes übrig als dem Berater zu glauben, wenn er ein absolutes Spitzenangebot anpreist. Wir können dagegen sofort einschätzen, ob das stimmen kann oder nicht.

Gibt es dennoch Punkte, bei denen Sie noch nachverhandeln?

Maurer: Meist nur bei kleinen Eckdaten wie der Eintragungsgebühr und den Kosten für das Schätzgutachten.

Manchen Kunden dürfte ein Onlinevergleich, bei dem sensible persönliche Daten preisgegeben werden, nicht ganz geheuer sein. Was spricht dennoch dafür?

Maurer: Wir gehen strikt nach dem Datenschutzgesetz vor. Es dürfen keine Informationen über Kreditanfragen weitergeben werden. Gearbeitet wird auf verschlüsselten Datenleitungen (https) und der Kunde hat durch Passwortvergabe sein eigenes Postfach.

Was passiert, wenn eine Bank den Kreditantrag eines Kunden ablehnt?

Maurer: Diese Ablehnung wird beim KVS vermerkt und diese Information ist dann für alle Banken zugänglich. Dann wird es wirklich schwierig, bei einer anderen Bank einen Kredit zu bekommen - auch für uns.

Kann es nicht genauso gut bei einer Online-Kreditanfrage durch creditnet.at passieren, dass eine Kreditanfrage abgelehnt wird?

Maurer: Theoretisch kann eine Kreditanfrage zu einer Ablehnung führen, aber nicht zu einem KSV-Eintrag.

Was können Kunden, die entweder mit Onlineportalen nicht so vertraut sind oder über die Informationen auf Ihrer Homepage hinaus noch Fragen haben, tun?

Maurer: Definitiv anrufen, wir verfügen über ein Team von geschulten Beratern, die auf unserer Helpline für Fragen zur Verfügung stehen. Oft glauben Kunden, dass wir nur ein vollautomatisches Service bietet. Bei uns sitzen hinter der Technik und den Bildschirmen Menschen, die gerne helfen.

So manche Vertriebsfirma ist in den vergangenen Jahren in Verruf geraten, weil sie Finanzprodukte von jenen Gesellschaften vorzugsweise verkauft hat, die die höchsten Provisionen gezahlt haben. Wie können sich Kunden sicher sein, dass das nicht auch bei Ihnen der Fall ist und Sie tatsächlich Topkonditionen, unabhängig von Provisionen vermitteln?

Maurer: Zum einen verkaufen wir keine Finanzprodukte, zum anderen übernimmt die Auswahl zu 90 Prozent das Computersystem. Als Lohn für unsere Arbeit bekommen wir einen Teil der Bearbeitungsgebühr, den die Banken in jedem Fall dem Kunden in Rechnung stellen. Die Gebühren (Bearbeitungsgebühren) liegen zwischen 1,5 und 2 Prozent der Darlehenssumme, meist bei 1,6 Prozent. Die Höhe unserer Spesen ist daher völlig transparent und für den Kunden fallen keine zusätzlichen Kosten an.

Wie freigiebig sind die Banken derzeit generell mit Krediten? Wurden die Hürden in den vergangenen Jahren verschärft?

Maurer: Für Kunden mit besonders hoher Bonität ist es sogar leichter geworden, einen Kredit zu bekommen. Sonst sind die Anforderungen an einen Kreditnehmer gleich geblieben.

Welche Banken bieten aus Ihrer Erfahrung derzeit die besten Konditionen?

Maurer: Grenznahe deutsche Banken etwa, die auch in Österreich Standorte haben. Diese Institute können aufgrund ihrer aktuell günstigeren Refinanzierungsmöglichkeit und ihres besseren Ratings vielfach bessere Konditionen anbieten. Diese Banken können fast 1 Prozent niedrigere Zinsen zahlen. Aber auch so manches kleineres österreichisches Institut kann bei attraktiven Angeboten derzeit mithalten.

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