Start-Up Conda will Crowdfunding in Österreich populär machen

Start-Up Conda will Crowdfunding in Österreich populär machen

"Das größte Problem für Start-Ups ist es, passende Finanzierungen zu schaffen." Daniel Horak kennt das Problem aus eigener, leidvoller Erfahrung: Vor sechs Jahren hatte er sein erstes Start-Up gegründet, eine Art virtuelles Beratungsunternehmen. Die erste Finanzierung dafür war eine große Hürde.

Aus diesem Erlebnis kam die Motivation, neue Wege bei der Finanzierung von jungen Unternehmen oder ungewöhnlichen Ideen zu gehen. Vor rund einem Jahr gründete Horak daher gemeinsam mit Paul Pöltner die Firma Conda. Deren Geschäftsidee: Mit Crowdinvesting neue Wege bei der Geldbeschaffen zu finden. Darunter versteht man eine Finanzierungsvariante, bei der viele Personen mit vorwiegend kleinen Beträgen via Internet jungen Firmen beim Start helfen. Das Konzept, das beispielsweise in den USA schon sehr populär ist, spielt in Österreich bisher eine untergeordnete Rolle.

Ein Puzzleteil

Horaks Idee: "Crowdinvesting kann ein Puzzleteil bei einer Gesamtfinanzierung sein - nicht mehr, aber auch nicht weniger." Crowdinvesting könne keine "Insel" sein, sondern immer nur Teil eines Gesamtkonzepts. Die Plattform Conda soll aber nicht einfach (Klein)Investoren und Start-Ups zusammenbringen, sondern generell eine Anlaufstelle rund um die Themen Gründung, Finanzierung und Ideenfindung sein. "Wir stellen beispielsweise auch Kontakte zu Business Angels her", sagt Horak im Gespräch mit FORMAT.

Das prinzipielle Okay der FMA haben sich die Conda-Gründer im Herbst des Vorjahres eingeholt - keine schlechte Idee angesichts der Aufregung rund um die Causa Staudinger - der Waldviertler Schuhproduzent hatte sich mit seiner ungewöhnlichen Art der Finanzbeteiligung den Unmut der FMA zugezogen. Daniel Horak sagt: "Der Fall Staudinger ist nicht mit uns zu vergleichen." Generell aber spreche der Trend zu Bürgerbeteiligung und Investments "von unten" durchaus für die Plattform Conda.

Wie funktioniert die Beteiligung?

Wie läuft die Sache bei Conda nun im Detail ab? Auf der Plattform werden Unternehmen bzw. deren Projekte vorgestellt, interessierte Investoren können so genannte Substanzgenussscheine im Betrag zwischen 100 und 3000 Euro zeichnen. Sie werden damit am Unternehmenswert und am (möglichen) Erfolg beteiligt; andererseits droht bei Scheitern des jeweiligen Projekts auch der Totalverlust. "Daher ist die Höhe des Investments nach oben begrenzt", sagt Horak.

Finanziert werden von Conda Projekte mit einer Größenordnung zwischen 50.000 und 1,5 Millionen Euro. "Wir treffen die Vorauswahl und prüfen beispielsweise, ob das Business-Modell plausibel ist", erläutert Horak. Bis Ende des Jahres sollen mindestens zehn solcher Projekte bzw. Unternehmen vorhanden sein, bis Ende 2014 sollen es 20 bis 25 sein. "Wir müssen erst sehen, ob der österreichische Markt überhaupt funktioniert". Und was hat Conda selbst davon? Das Geschäftsmodell ruht auf zwei Standbeinen: Für die grundsätzliche Finanzierungsberatung erhalten die Conda-Gründe Provisionen, beim Crowdfunding verlangen sie einen Anteil an der erreichten Summe - dies soll aber auch Serviceleistungen wie entsprechendes Marketing enthalten.

Wohnwagen als erstes Beispiel

Das erste Projekt ist bereits online: Ein niederösterreichischer Unternehmer versucht gerade, Kapital für sein "Wohnwagon"-Projekt aufzustellen: Es handelt sich um eine Art Wohnzimmer auf Rädern inklusive Photovoltaikanlage, Bio-Toilette und Wasseraufbereitungsanlage. Im Gegensatz zu herkömmlichen Wohnwägen könnte dieser Wohnwagon eher als Mini-Wohnheim auf Gründen dienen, wo es keine Baugenehmigung gibt.

Mindestens 70.000 Euro sollen via Crowdfunding auf Conda hereinkommen, dann kann mit dem Aufbau der Produktionsanlage und dem Bau eines Prototypen begonnen werden. Investoren können ab hundert Euro in den Wohnwagon stecken; Weitergabe dieser Partizipation ist möglich, Mitspracherecht beim Projekt hingegen nicht. "Wir als Conda reden aber schon mit, alleine um die Investoren zu schützen", sagt Horak. Sonst könnten die Projektbetreiber das Geld als "geschenkt" ansehen. Per heutigem Stand haben sich auf conda.at 18 Investoren mit insgesamt 5400 Euro am Wohnwagon-Projekt beteiligt .

In Kürze soll ein weiteres Projekt zur Massen-Finanzierung bereit stehen, es handelt sich um eine Event-App. Dem österreichischen Gründergeist kann so etwas nur gut tun - nun gilt es abzuwarten, ob und wie sehr sich Investoren für diese Art der Finanzierung begeistern können. Und ob die damit geförderten Projekte tatsächlich abheben.