Schulden machen: So günstig wie nie - besonders in Österreich

Schulden machen: So günstig wie nie - besonders in Österreich

Verschulden ist weiter so günstig wie noch nie - und Kreditnehmer in Österreich kommen dabei sogar noch spürbar günstiger weg als der Schnitt der Eurozone. Neu vergebene Firmenkredite sind bei uns um 0,83 Prozentpunkte günstiger als im Euroraum insgesamt, bei Haushalten sogar um 0,93 Prozentpunkte, erklärte die Oesterreichische Nationalbank (OeNB).

Die Banken wollten einfach verstärkt Sicherheiten, und die Firmen-Liquidität sei innerhalb des Sektors ungleich verteilt, sagte der Direktor der OeNB-Hauptabteilung Statistik, Johannes Turner, vor Journalisten. Darauf würden die extrem hohen Einlagenstände der heimischen Unternehmen hindeuten, die 2013 trotz niedriger Zinsen um 2,6 Prozent auf 53,1 Mrd. Euro weiter zugelegt hätten.

Somit dürfte das im Vorjahr mit 0,5 Prozent mäßige Kreditwachstum der heimischen Betriebe eher nachfrageseitige Gründe haben, denn die Betriebe seien "mit genügend Liquidität ausgestattet", vor allem bei täglich fälligen Geldern, die in dem Sektor um 7,5 Prozent oder 2,7 Mrd. Euro zugelegt hätten, lautet die OeNB-Begründung.

Der aus österreichischer Sicht spürbar ungünstigere Euroraum-Durchschnitt wird freilich stark durch südeuropäische Länder nach oben gezogen: In Italien und Spanien etwa kosten Firmenkredite 3,5 Prozent pro Jahr, Privathaushalte in Spanien müssen über 5 Prozent jährlich berappen, in Italien 4,6 Prozent. Doch selbst gegenüber Deutschland gebe es in Österreich einen Zinsvorteil, sagte Turner.

Kleinere Unternehmen haben noch happigere Zinsvorteile als größere Betriebe, für KMU lagen sie in Österreich zuletzt bei 138 Basispunkten (1,38 Prozent). Bei größeren Firmen betrage dieser Vorteil lediglich 41 Basispunkte, so Turner.

Das Wachstum von Firmenkrediten war 2013 in Österreich mit 0,5 Prozent im Dezember im Vergleich zum Jahr davor stärker als im Ausland, etwa in Deutschland; der Euroraum insgesamt wies sogar einen Rückgang von 3,0 Prozent auf. Grund dafür dürfte primär der geringe Investitionsbedarf infolge der schwachen Konjunktur gewesen sein, vor allem in Südeuropa gab es bei Unternehmenskrediten starke Rückgänge (Spanien -11,2 Prozent, Italien -5,3 Prozent). Das Kreditwachstum der Privathaushalte wurde schon das zweite Jahr in Folge praktisch ausschließlich durch den Wohnbau getrieben, während Konsumkredite und andere Ausleihungen rückläufig waren, so Turner.

Auch die Einlagenzinsen lagen im Vorjahr auf einem Tiefststand. In Österreich erreichten die Sätze für neu veranlagte Gelder im August mit 0,78 Prozent p.a. ein Alltime-Low, bis Jahresende wurde ein leichter Anstieg auf 0,87 Prozent verzeichnet. Stärker war der Rückgang im (absolut gesehen darüber liegenden) Euroraum ausgeprägt, vor allem wegen der Süd-Länder, die 2012 noch höhere Zinsen zahlen mussten.

Bei den Privathaushalten stiegen die Einlagen im Vorjahr um 1,1 Prozent oder 2,3 Mrd. auf 216 Mrd. Euro. Das Plus war fast ausschließlich durch täglich fällige Einlagen bedingt, die um 8,1 Mrd. auf 85 Mrd. Euro zulegten. Bei bis zu einem Jahr und über zwei Jahren gebundenen Geldern gab es sogar einen Rückgang.

Die Finanzierungssituation der heimischen Banken sei im Vorjahr unverändert solide geblieben, es habe generell keine deutlichen Verschiebungen gegeben, sagte Turner. Die Bilanzsummen seien insgesamt gesenkt worden, und durch ein Plus bei den Einlagen habe es eher Verbesserungen der Refinanzierung gegeben.

Die langfristige Refinanzierung über die Europäische Zentralbank (EZB) hätten die heimischen Banken daher weiter zurückführen können. Und dabei haben die österreichischen Institute erneut relativ mehr Finanzspritzen zurückgezahlt als jene der Eurozone insgesamt. Von den ursprünglich rund 15 Mrd. Euro, die aufgenommen wurden, haben Österreichs Banken schon 10 Mrd. Euro, also zwei Drittel, rückgeführt, sagte Turner, auf europäischer Ebene dagegen sei es erst die Hälfte. Vor einem Jahr hatten heimische Institute die Hälfte der ursprünglichen Volumina schon zurückgezahlt, Eurozonen-Banken erst ein Viertel.

Die Zinsspanne der heimischen Banken im Kredit- und Einlagenneugeschäft lag 2013 - trotz eines Anstiegs um 13 Basispunkte auf 1,37 Prozentpunkte - weiterhin an der Untergrenze im Euroraum.

Allerdings wird der Euroraum-Durchschnitt stark durch die südeuropäischen Länder nach oben gezogen: In Italien und Spanien etwa kosten Firmenkredite 3 1/2 Prozent pro Jahr, Privathaushalte in Spanien müssen über 5 Prozent jährlich für Ausleihungen berappen, in Italien 4,6 Prozent. Doch selbst gegenüber Deutschland gebe es in Österreich noch einen Zinsvorteil, sagte Johannes Turner, Direktor der OeNB-Hauptabteilung Statistik vor Journalisten.

Kleinere Unternehmen haben noch happigere Zinsvorteile als größere Betriebe, für KMU lagen sie in Österreich zuletzt bei 138 Basispunkten (1,38 Prozent). Bei größeren Firmen betrage dieser Vorteil lediglich 41 BP, sagte Turner.

Das Wachstum von Firmenkrediten war 2013 in Österreich mit 0,5 Prozent im Dezember gegenüber dem Jahr davor stärker als im Ausland, etwa in Deutschland; der Euroraum insgesamt wies sogar einen Rückgang von 3,0 Prozent auf. Grund dafür dürfte primär der geringe Investitionsbedarf infolge der schwachen Konjunktur gewesen sein, vor allem in Südeuropa gab es bei Unternehmenskrediten starke Rückgänge (Spanien -11,2 Prozent, Italien -5,3 Prozent). Das Kreditwachstum der Privathaushalte wurde schon das zweite Jahr in Folge praktisch ausschließlich durch den Wohnbau getrieben, so Turner.

Von einer Kreditklemme bei Firmenausleihungen möchte der OeNB-Experte nicht sprechen. Die Banken wollten einfach verstärkt Sicherheiten, und die Firmen-Liquidität sei innerhalb des Sektors ungleich verteilt. Darauf würden die extrem hohen Einlagenstände der heimischen Unternehmen hindeuten, die 2013 trotz niedriger Zinsen um 2,6 Prozent auf 53,1 Mrd. Euro weiter zugelegt hätten. Somit dürfte das im Vorjahr mit 0,5 Prozent mäßige Kreditwachstum der heimischen Betriebe eher nachfrageseitige Gründe haben, lautet die OeNB-Vermutung.

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