Polen: 700.000 Franken-Kreditnehmer bluten langsam richtig

Polen: 700.000 Franken-Kreditnehmer bluten langsam richtig

Seit kurzem müssen die rund 700.000 Bürger erstmals höhere Raten bezahlen als die Inhaber von Krediten in der heimischen Währung Zloty. Das liegt am gesunkenen Leitzins der polnischen Nationalbank und am Kursgewinn des Franken. Gesunkene Immobilienpreise führten außerdem dazu, dass bei rund 250.000 Personen mit Franken-Krediten die Schulden schon den Wert der Immobilie übersteigen.

Am stärksten sind diejenigen betroffen, die sich 2008 für einen Hypothekenkredit in der Fremdwährung entschieden. Damals erreichten die Immobilienpreise ihren Höhepunkt - und der Schweizer Franken sank bis auf einen Wert von 2 Zloty. Heute kostet er 3,39 Zloty. Wer 2008 200.000 Zloty mit einer 30-jährigen Laufzeit von der Bank bekam, zahlt heute im Falle eines Devisenkredits durchschnittlich eine monatliche Rate von 1.104 Zloty, errechnete Michal Krajkowski vom Kreditvermittler Notus für die Zeitung „Gazeta Wyborcza“. Die Inhaber von Zloty-Krediten bezahlen 170 Zloty weniger. Damit habe sich das Verhältnis umgekehrt, so Krajkowski. Anfangs lag die Rate für die Inhaber von Zloty-Krediten rund 30 Prozent höher.

2008 vergaben die polnischen Banken noch 67 Prozent ihrer Kredite in Schweizer Franken, 32 Prozent in Zloty und ein Prozent in Euro. Der Anteil der Fremdwährungen sank seitdem kontinuierlich. 2012 wurden 93 Prozent auf Zloty-Basis berechnet und rund 6 Prozent auf Euro-Basis. Der Schweizer Franken hatte nur noch einen Anteil von rund 1 Prozent. Dafür sorgte unter anderem eine Richtlinie der Finanzaufsichtsbehörde KNF, die höhere Auflagen für Kredite in Fremdwährungen einführte.

Die erstmals höheren Raten für die Besitzer von Krediten in Schweizer Franken führten nun auch zu einer politischen Debatte. Die rechtskonservative Oppositionspartei „Recht und Gerechtigkeit“ (PiS) fordert, den Kunden zu helfen - nach dem Vorbild von Ländern wie Ungarn. „Wir wollen eine gesetzliche Regelung erreichen und dafür mit der Regierung zusammenarbeiten - wir müssen die 700.000 betroffenen Menschen retten“, erklärte der PiS-Europaabgeordnete Ryszard Czarnecki gegenüber Medien. Dem widersprachen Vertreter aus dem Regierungslager. „Das Problem ist in Polen nicht so groß wie in anderen Ländern“, erklärte der EU-Parlamentarier Dariusz Rosati von der „Bürgerplattform“ (PO), außerdem hätten die Kunden mit Franken-Krediten über Jahre von niedrigeren Raten profitiert.

Experten halten es für möglich, dass die Betroffenen sich selbst helfen können - durch eine Sammelklage gegen die Banken. Nach Ansicht von Witold Modzelewski vom Institut für Steuerforschung (Instytut Studiow Podatkowych) schuldeten alle Kunden den Kreditgebern nur den Betrag, den sie in Zloty tatsächlich bekommen hätten, plus Zinsen. Eine zusätzliche Belastung durch eine Abwertung der heimischen Währung gegenüber dem Franken müssten sie nicht tragen, so Modzelewski zur Zeitung „Polska“. Denn durch einen Fremdwährungskredit habe die Bank mit ihnen ein - mit Krediten unvereinbares und daher unzulässiges - Spekulationsgeschäft geschlossen. Ähnlich argumentierte im Juli ein Gericht in Zagreb für die kroatischen Bankkunden, das die zwangsweise Umwandlung von Valutakrediten in die heimische Währung Kuna verfügte.

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