Crowdfunding wird zur echten Alternative

Crowdfunding wird zur echten Alternative

Bei einer Konferenz in Berlin wird nächste Woche die Zukunft des Crowdfunding als alternative Finanzierungsform diskutiert, auch Österreich ist stark vertreten. Experte Karsten Wenzlaff im Interview über das Potenzial und die Hürden von Crowdfunding in Europa.

Am 17. April findet in Berlin die Konferenz Future of Crowdfunding statt. Experten wollen dort über die Möglichkeiten dieser alternativen Finanzierungsform diskutieren. Schon am Vorabend findet eine „Crowdlounge“ statt, bei der über drei konkrete Projekte berichtet wird.

Auch Österreich spielt bei der Konferenz eine Rolle – unter anderem werden Vertreter der neuen Crowdfunding-Plattform Conda dabei sein – das Start-Up will das Thema in Österreich populär machen .

Noch viel Potenzial

Veranstaltet wird das Ganze von ikosom (Institut für Kommunikation in sozialen Medien) . Karsten Wenzlaff ist Gründer und Gesellschaft von ikosom. Er bezeichnet Crowdfunding im Gespräch mit FORMAT noch als „Nischenthema“, weil etwa „die Summen in der
Start-Up- und Wachstumsfinanzierung, die über traditionelle Finanzierungsmethoden zusammen kommen, Crowdfunding deutlich übersteigen“ würden. Trotzdem seien Crowdfunding-Plattformen bereits eine reale Alternative für alle, die mit „viel Kreativität und Innovation neue Wege suchen, um sich mit ihren Fans, Kunden und Investoren direkt zu verbinden“. Diese direkte Kommunikation werde Geschäftsmodelle umkrempeln und ganze Branchen neu definieren.

Bei der Konferenz soll es unter anderem darum gehen, welche rechtlichen Rahmenbedingungen und gesellschaftlichen Veränderungen notwendig sind, um dieses neue Paradigma zu etablieren. Karsten Wenzlaff sieht nämlich ausreichend Potenzial für das Thema. „Der vor kurzem veröffentlichte Crowdfunding Industry Report 2013 zeigt, dass Crowdfunding in Europa auf dem Weg ist, ein Volumen in der Höhe von einigen Milliarden umzusetzen.“ Europa sei im Vergleich zum amerikanischen Markt wesentlich innovativer. „Die Plattformen sind nicht alle Copycats von Kickstarter, sondern haben viele eigene Funktionen entwickelt. Aber natürlich sind die Sprachräume viel kleiner und deswegen ist es noch offen, welches Geschäftsmodell sich durchsetzen wird.“

Die Masse macht´s aus

Es gebe bereits eine Reihe erfolgreicher Crowdfunding-Projekte, Filme und Unternehmen, die hohe Summen akquiriert hätten. „Viel wichtiger ist aber noch die Vielzahl kleinerer Projekte, die Crowdfunding schon jetzt als Instrument nutzen, um zu sehen, wie überhaupt die Resonanz auf eine Idee liegt“, sagt Wenzlaff. Crowdfunding sei auch deshalb noch kein Mainstream, weil „wir über Jahrzehnte als Konsumenten sozialisiert worden sind und nicht als aktive Co-Produzenten von Kunst, Kultur, Innovationen“, so Wenzlaff weiter.

Wofür ist es geeignet?

Doch für welche Projekte ist Crowdfunding überhaupt geeignet? Wenzlaff: „Es ist geeigneter für Projekte mit sehr konkreten Zielen, sehr klaren Ergebnissen. Je deutlicher das Geschäftsmodell oder das Produkt wird, desto eher versteht die Crowd die Innovation hinter einem Produkt oder einem Geschäftsmodell.“ Einen weiteren Aspekt gibt es in diesem Zusammenhang: Oft haben Gründer von Firmen oder Künstler und Kreative genaue Vorstellungen von ihren Projekten - sie sind sich dann aber unsicher, wie man diese kommuniziert. Crowdfunding ist dabei ungeheuer disziplinierend, denn es zwingt die Gründer, in kurzen Sätzen und in kurzen Videos die wesentlichen Informationen zu einer Idee zusammenzufassen.

Netzwerke bilden

Wenzlaff abschließend über seine Ziele mit der Konferenz: „Uns geht es darum, dass wir einerseits möglichst viele Plattformen aus ganz Europa zusammenbringen und uns über die Zukunft von Crowdfunding austauschen, andererseits aber auch die Bedeutung dieser Branche hervorheben.“ Die Besonderheit sei, dass Themen aufgegriffen werden, die bisher noch nicht diskutiert worden sind, wie etwa die Finanzierung öffentlicher Infrastruktur oder Crowdinvesting für die Energiebranche.

Anmeldung und weitere Infos zur Crowdfunding-Konferenz am 17. April in Berlin

Robert Prazak

Dem Autor auf Twitter folgen:

Private reichten 16.500 Anträge ein, Betriebe rund 500. Private können mit durchschnittlich 3.900 Euro Förderung rechnen. Neuauflage geplant.
 

Finanzierung

Topf für thermische Sanierung für heuer ausgeschöpft

Für das Sanieren, Renovieren und Modernisieren von Wohnungen und Häusern gibt es seit dem 1. Juli den Handwerkerbonus als Förderung. So kommen Sie an den mit bis zu 600 Euro dotierten Fördertopf.
#Handwerkerbonus
 

Finanzierung

Handwerkerbonus: Bis zu 600 Euro Förderung für Renovieren & Co.

Über die Website equityfinder.at will Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner Start-ups mit Investoren verkuppeln.
#dating #start-ups #gründung
 

Internet

equityfinder.at - Dating-Plattform für Gründer und Investoren