Fed: Schneller Ausstieg aus dem Anleihen-Kaufprogramm der USA

Fed: Schneller Ausstieg aus dem Anleihen-Kaufprogramm der USA

Fed-Mitglied Charles Evans plädiert für einen Ausstieg aus dem Anleihenkaufprogramm der US-Regierung. Das Tempo dabei macht er vom Wirtschaftswachstum abhängig.

In der US-Notenbank können sich auch die stärksten Verfechter einer ultralockeren Geldpolitik einen rascheren Ausstieg aus dem Anleihenkaufprogramm vorstellen. Es sei zwar vorerst sinnvoll, dass Programm weiter schrittweise und damit monatlich um je zehn Milliarden Dollar zurückzufahren, sagte Fed-Mitglied Charles Evans am Mittwoch. Es sei aber auch ein aggressiveres Vorgehen denkbar, je näher sich die Notenbanker dem Ende näherten. Dies gelte auch für den Fall, dass die Wirtschaft schneller auf die Beine komme als erwartet. Unter den stimmberechtigten Mitgliedern im Fed-Offenmarktausschuss gilt Evans als einer der entschiedensten Vertreter eine expansiven Geldpolitik zur Stützung der Wirtschaft.

Die Fed hatte im Dezember den Ausstieg aus der Politik des billigen Geldes eingeleitet und die monatlichen Bondkäufe um zehn auf 75 Milliarden Dollar gekappt. Die nächste Gelegenheit zum Eindämmen der Geldflut ergibt sich Ende des Monats, wenn der Offenmarktausschuss zu seiner Zinssitzung zusammenkommt. Dabei werden die Notenbanker berücksichtigen, dass im Dezember in den USA mit 74.000 Jobs deutlich weniger Stellen geschaffen wurden als erwartet. Das Volumen der Anleihekäufe soll dem scheidenden Notenbankchef Ben Bernanke zufolge schrittweise gedrosselt werden, so dass es gegen Ende des Jahres auslaufen dürfte - dann unter der Ägide seiner Nachfolgerin Janet Yellen. Die Geldspritzen haben zur Gesundung der US-Wirtschaft beigetragen. Kritiker fürchten aber Vermögenspreisblasen und mittelfristig ein Anheizen der Inflation.

Einschränkungen im Rohstoffhandel von Banken

Ein weiterer Fed-Spitzenvertreter, Michael Gibson, machte am Mittwoch von sich reden. Er meinte, dass die Behörden die Handelsaktivitäten von Banken in diesem Bereich äußerst kritisch sähen und neue Beschränkungen wahrscheinlich seien. So seien die Risiken für das Finanzsystem nur schwer zu begrenzen und größer als gedacht. Durch den Rohstoffhandel von Banken entstünden zudem schwerwiegende Interessenskonflikte.

Der Vorsitzende der Anhörung, Senator Sherrod Brown, kritisierte das Vorgehen der Fed als zu zögerlich und unentschlossen. Banken müssten gezwungen werden, mehr über Umfang und Ausmaß ihrer Aktivitäten zu veröffentlichen. Es müsse verhindert werden, dass die Banken mit Spekulationsgeschäften die Kosten für die Realwirtschaft aufgrund steigender Rohstoffpreise unnötig erhöhten. Im Gespräch ist eine generelle Beschränkung des Handels mit bestimmten Rohstoffe

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