Investitionen drücken Facebook auf den Gewinn

Investitionen drücken Facebook auf den Gewinn
Investitionen drücken Facebook auf den Gewinn

Daumen runter: Das jüngste Ergebnis war für Facebook-Chef Mark Zuckerberg nicht der große Wurf, auch wenn er damit zufrieden war.

Das Online-Netzwerk Facebook wächst weiter dank massiver Steigerung der Werbeeinnahmen. Mit dem Wachstum steigen schießen auch die Kosten in die Höhe - was spürbar auf den Gewinn drückt, der im zweiten Quartal 2014 zum Vorjahresvergleich gesunken ist. Der Fotodienst Instagram ist noch ein Nachzügler - was die Erlöse anbetrifft. Und Facebook forciert seine Mobile-Strategie, wo die Konkurrenz kräftig mitmischt.

Menlo Park. Facebook wächst und wächst, aber das Wachstum bringt auch ein wenig Kopfzerbrechen mit sich. Umsatz und Gewinn entwickeln sich nicht synchron, die Kosten für das Wachstum drücken auf den Profit. Soll heißen: Im abgelaufenen zweiten Quartal (Ende Juni) ist der Gewinn um neun Prozent auf 719 Millionen Dollar zurückgegangen. Der Umsatz ist hingegen weiterhin gesteigert worden - um satte 39 Prozent auf 4,04 Milliarden Dollar (3,6 Milliarden Euro). Die Ausgaben nahmen verglichen mit dem entsprechenden Vorjahreszeitraum um 82 Prozent auf 2,8 Mrd. Dollar (2,5 Mrd. Euro) zu.

Facebooks wichtigste Geldquelle, die Werbung, scheint weiterhin zu sprudeln wie eh und je: Die Werbeeinnahmen stiegen im zurückliegenden Quartal um 43 Prozent zum Vorjahr auf 3,8 Mrd. Dollar. Und rund 76 Prozent davon werden mittlerweile auf mobilen Geräte erwirtschaftet, vor einem Jahr waren es noch 62 Prozent.

Was den Umsatz anbetrifft konnte Facebook die Analysten überraschen. Sie hatten mit weniger Erlösen gerechnet. Konzernchef Mark Zuckerberg hatte die Anleger und Analysten bereits vor Bekanntgabe der Ergebnisse auf einen starken Kostenanstieg eingestellt. Mit dem Ergebnis zeigte sich Zuckerberg dennoch zufrieden, obwohl der starke Dollar belastet hat und die Auslandserlöse nach Umrechnung in US-Währung verringert hat. "Es war ein weiteres starkes Quartal", kommentierte der Facebook-Chef die Zahlen.

Doch die Anleger haben die Zahlen mit gewisser Skepsis aufgenommen: Die Aktie rutschte nachbörslich mit rund drei Prozent ins Minus, nachdem die Aktie am Mittwoch noch mit einem Plus von 1,78 Prozent zum Börsenschluss notiert hat. Allerdings ist der Kurs auf Jahressicht um ein Drittel gestiegen. Allein in den letzten zwei Monaten legte der Börsenwert um 50 Mrd. Dollar zu. Facbook ist an der Börse derzeit 272 Milliarden Dollar wert. Apple bringt es auf 701 Milliarden Dollar. Die Telekom Austria ist im Vergleich dazu bescheidene 4,0 Milliarden Euro wert.

Hohe Investitionen

Facebook investiert massiv in verschiedenen Bereichen des Unternehmens. Im Fokus steht vor allem die Mobilitätsstrategie des Online-Netzwerks. Künftig will Facebook auch seinen Umsatz bei Werbung auf Smartphones und Tablets kräftig steigern. Facebook will zusätzlich auch Rechenzentren auszubauen sowie seinen Fotodienst Instagram, den 3D-Brillenbauer Oculus VR oder das Chat-Programm WhatsApp weiter entwickeln.

Am Werbekuchen schneidet Facebook nicht alleine die großen Stücke. Auch Google, Amazon, Apple, Microsoft, Yahoo, Twitter oder auch Reiseseiten wie Tripadvisor forcieren ihre Mobile-Strategie, um via Smartphone und Tablet-Anzeigen an das große Werbegeld zu kommen.

Erlösquelle ohne Druck

Facebooks Fotodienst Instagram soll noch richtig in Schwung gebracht werden. Instagram bringt Facebook noch keinen Profit, obwohl der Fotodienst bereits 300 Millionen Nutzer zählt. Auf die Frage der Analysten, ob und wann Facebook mit seinen zugekauften Firmen Geld verdienen werde, stand vor allem Instagram im Fokus, das seit dem vergangenen Jahr Werbung schaltet. "Bis zu einem signifikanten Beitrag zu unserem Wachstum wird es noch dauern", sagte Facebook-Managerin Sheryl Sandberg.

Weiterhin Anstieg bei den Nutzern

Die Investitionsoffensive scheint auch zu wirken: Die weltweite Zahl der Nutzer, die mindestens einmal im Monat bei Facebook vorbeischauen, stieg im Juni um 13 Prozent zum Vorjahr auf 1,49 Milliarden. Die täglich aktiven Nutzer nahmen um 17 Prozent auf 968 Millionen zu. Der Trend zur mobilen Nutzung hält an. Inzwischen greifen 844 Millionen Mitglieder täglich von Smartphones und Tablets auf den Dienst zu - das waren 29 Prozent mehr als im Vorjahr.

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