EZB-Rat zu erster Zinsentscheidung 2014 zusammengekommen

EZB-Rat zu erster Zinsentscheidung 2014 zusammengekommen

Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) berät am Donnerstag zum ersten Mal im neuen Jahr über die Geldpolitik. Der seit November auf einem Rekord-Tief stehende Leitzins von 0,25 Prozent dürfte unverändert bleiben.

Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) hat am Donnerstagvormittag zum ersten Mal im neuen Jahr Beratungen über seinen geldpolitischen Kurs aufgenommen. Volkswirte rechnen mehrheitlich nicht damit, dass die Währungshüter den Leitzins weiter senken werden. Er liegt seit November mit 0,25 Prozent bereits so niedrig wie nie zuvor.

Einige Ökonomen fordern allerdings weitere Maßnahmen der Notenbanker gegen die Kreditklemme in einigen südeuropäischen Euro-Ländern und die aus Sicht der EZB zu niedrige Teuerung. Am Dienstag war bekanntgeworden, dass die Verbraucherpreise in der Eurozone im Dezember im Jahresvergleich lediglich um 0,8 Prozent gestiegen waren. Schon im November hatte das Plus nur 0,9 Prozent betragen und lag damit deutlich unter dem Zielwert der EZB, die bei einer Inflationsrate von knapp unter zwei Prozent von stabilen Preisen spricht. Bei deutlich niedrigerem Preisdruck fürchten die Notenbanker die Gefahr einer Deflationsspirale, in der fallende Preise auf Investitionstätigkeit und Nachfrage drücken.

Risikoabwägung dürfte neue Maßnahmen verhindern

Zusätzlich für Alarmsignale sorgen jüngst veröffentlichte Daten der EZB, wonach der Kreditfluss in vielen Ländern der Eurozone Ende 2013 so stark stockte wie noch nie seit Einführung des Euro. Die meisten Experten können sich aber trotzdem nicht vorstellen, dass die EZB schon zu Beginn des Jahres zusätzliches billiges Geld in das Finanzsystem pumpt, um die Konjunktur anzukurbeln. Zahlreiche Mitglieder des EZB-Rats hatten zuletzt nur geringes Interesse an weiteren Maßnahmen gezeigt, deren Risiken nach Ansicht von Kritikern - darunter Bundesbank-Präsident Jens Weidmann - beträchtlich sein können.

Denkbar sind unter anderem weitere milliardenschwere Geldspritzen für die Finanzwirtschaft - eventuell unter Auflagen - oder negative Einlagezinsen, also quasi Strafzinsen für die Banken, die Geld lieber bei der EZB parken als es an Firmen und Haushalte weiterzuverleihen. Letztlich ist auch eine weitere Senkung des Leitzinses nicht ausgeschlossen sowie als letzte Option Wertpapierkäufe in großem Stil, um so indirekt die Zinsen zu drücken. Nähere Auskünfte zu diesen Möglichkeiten könnte Zentralbankchef Mario Draghi geben, der am Nachmittag in Frankfurt vor die Presse tritt.

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