EU schiebt SEPA-Umstellung um sechs Monate auf, Notenbanken demonstrieren

EU schiebt SEPA-Umstellung um sechs Monate auf, Notenbanken demonstrieren

Die EU-Kommission verlängert die Übergangsfrist auf das SEPA-Zahlungssystem um sechs Monate, um Unterbrechungen im Zahlungsverkehr zu vermeiden. Die europäischen Notenbanken sind strikt dagegen.

Am 1. Februar sollte das neue, europaweit einheitliche Zahlungssystem SEPA in Kraft treten. Der zuständige EU-Kommissar Michel Barnier erklärte jedoch am Donnerstag in Brüssel, dass die Umstellungsfrist um sechs Monate verlängert wird. Für alle Bankkonteninhaber bedeutet das, dass sie ihre Bankgeschäfte noch ein weiteres halbes Jahr mit Bankleitzahl und Banknummer abwickeln können. Erst danach soll bei Zahlungen und Überweisungen die Eingabe der BIC und IBAN Codes notwendig sein.

Die europäischen Notenbanken sind jedoch offenbar strikt gegen die von der EU-Kommission vorgeschlagene sechsmonatige Verlängerung der Umstellungsfrist. Sie wollten höchstens einen um drei Monate verschobenen Startbeginn für das europäische Zahlungssystem akzeptieren. Das berichtet die "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" in ihrer Freitagausgabe. Bei einem Treffen der Notenbank-Vorstände mit der EU-Kommission Ende Dezember habe es starken Widerstand gegen den nun öffentlich gewordenen Vorschlag der Kommission gegeben.

Die Notenbank-Vorstände wollten den Druck auf Unternehmen und Vereine erhalten, ihre Überweisungen und Lastschriftverfahren möglichst schnell auf die 22-stelligen IBAN-Nummern umzustellen. Einige Vorstände wollen bei den Regierungen gegen den EU-Vorschlag Widerstand leisten.

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