Erste Group steigert Gewinn im dritten Quartal

Die Erste Group bleibt dank eines anhaltenden Aufschwungs in Osteuropa auf Wachstumskurs. Im dritten Quartal wurde dank einer anziehenden Kreditnachfrage und geringerer Vorsorgen für faule Kredite ein Nettogewinn von 276,9 Millionen Euro verbucht. Für 2015 wird es auch wieder eine Dividende geben. Wegen der Zwangskonvertierung von Frankenkrediten gibt es allerdings in Kroatien eine neue Last zu verdauen.

Erste Group steigert Gewinn im dritten Quartal

Im Vorjahr hatte das Institut noch wegen höherer Risikovorsorgen in Rumänien und Sonderkosten einen Verlust von 554,2 Millionen Euro ausgewiesen. Die Erste Group liegt damit über den Erwartungen. Analysten hatten im Schnitt mit einem Überschuss von 206 Millionen Euro gerechnet. An der Börse wurde das Ergebnis belohnt: Die Aktie liegt 3,71 Prozent im Plus.

Für die ersten neun Monate 2015 verbucht die Bank einen Gewinn von 764,2 Millionen Euro. Zum Vergleich: Im Vorjahr gab es einen Verlust von 1,4 Milliarden Euro.

Im dritten Quartal schrumpften die Risikovorsorgen auf 144,4 (Vorjahr: 879) Millionen Euro. Die bei den Aufsehern viel beachtete harte Kernkapitalquote (Basel 3) lag bei 11,5 (10,8) Prozent.

Dividende von 40 bis 50 Cent je Aktie

Nach einem abschreibungsbedingten Verlustrekord waren 2014 die Aktionäre der Erste Group leer ausgegangen. Für 2015 wird es wieder eine Dividende geben. Erste-Chef Andreas Treichl hat am Freitag in einer Analystenkonferenz angekündigt, aus heutiger Sicht 40 bis 50 Cent je Aktie ausschütten zu wollen.

Die Wahrscheinlichkeit, dass die Aktionäre bedient werden, habe zuletzt noch zugenommen, sagte der Erste-Chef. Für 2013 hatte die Erste Group 20 Cent Dividende gezahlt.

Weniger Geld für faule Kredite

Für normale Vorsorgen und Wertberichtigungen für Problemkredite muss die Erste Group 2015 weniger Geld zurücklegen als noch im Sommer erwartet. Die Kreditvorsorgen sollen jetzt bei 750 bis 950 Mio. Euro liegen und somit unter der bisherigen Vorschau (0,9 bis 1,1 Mrd.) Euro. Unterm Strich bleibt es aber wohl bei den alten Zahlen: Denn es gibt eine neue Last aus Kroatien zu verdauen.

Die Banken in Kroatien müssen hohe Kosten für die politisch verlangte Zwangskonvertierung von Frankenkrediten tragen. Daraus erwachse der Ersten eine im "sonstigen Ergebnis" verbuchte Einmalbelastung von 144,9 Mio. Euro, schreibt die Bank am Freitag im Bericht zum dritten Quartal 2015.

Unverändert blieb damit die Indikation für das Betriebsergebnis 2015: Hier wird weiter ein Rückgang im mittleren einstelligen Prozentbereich erwartet. Erreichen will der Vorstand auch eine Eigenkapitalverzinsung von etwa 10 Prozent. Erstmals gab es eine Prognose für das kommende Geschäftsjahr 2016: Aufgrund eines weiterhin soliden Wirtschaftsausblicks für Zentral- und Osteuropa peile die Erste eine weitere Verbesserung der Profitabilität an und rechne mit einer Eigenkapitalverzinsung von 10 bis 11 Prozent.