Einbruch der Rohstoffpreise verhagelt Glencore Ergebnis

Einbruch der Rohstoffpreise verhagelt Glencore Ergebnis

Kupfermine in Chile: Glencore kämpft mit den fallenden Kupferpreisen. In den vergangenen drei Monaten büßte das Metall mehr als 20 Prozent seines Preises ein.

Ob Rohöl, Kupfer oder Nickel: Die Rohstoffpreise sind seit Monaten auf Talfahrt - das bekommt auch der schweizerisch-britische Rohstoffkonzern Glencore schmerzlich zu spüren. Das Unternehmen machte 676 Millionen Dollar Verlust im ersten Halbjahr 2015, im Vorjahreszeitraum stand noch ein Gewinn von 1,72 Milliarden Dollar. Auch alle anderen Kennzahlen haben sich massiv verschlechtert.

Der bereinigte operative Gewinn (EBIT) etwa fiel um 61 Prozent auf 1,41 Mrd. Dollar, das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) brach um fast 30 Prozent auf 4,6 Milliarden Euro ein. Die Rohstoffpreise befinden sich aktuell auf einem Mehrjahrestief. Der Ölpreis etwa hat sich binnen eines Jahres mehr als halbiert, Ende Juli befand er sich auf dem tiefsten Stand seit sechs Monaten. Der S&P GSCI Index für Industriemetalle hat im gleichen Zeitraum gut 43 Prozent verloren, der Kohlepreis ging um knapp einen Drittel zurück.

Als Reaktion darauf hat Glencore seine Förderung - mit Ausnahme von Zink - auf breiter Front zurückgefahren. Die Zink-Produktion stieg um zwäöf Prozent auf 730.300 Tonnen an, vor allem durch eine Aufstockung in Australien. Die Kohleförderung wurde im ersten Halbjahr um 4 Prozent auf noch 68,7 Mio. Tonnen gekürzt. Die Kupferförderung sank um drei Prozent auf knapp 730.900 Tonnen. Das Metall fiel Mitte August auf ein Sechs-Jahres-Tief von 5.062 Dollar. Vor allem die schwächelnde Nachfrage aus China ließ den Preis für Kupfer einbrechen.

Glencore dreht an der Kostenschraube

Der Preiszerfall bei den Rohstoffpreisen hat auch dazu geführt, dass Glencore Abschreibungen von 792 Mio. Dollar auf sein Ölgeschäft im Tschad vornehmen musste. Belastend wirkte auch die Einstellung des Betriebs bei der südafrikanischen Optimum Coal Mine.

Aufgrund der ungünstigen Marktbedingungen dreht der Konzern weiter an der Kostenschraube. Die Investitionen sollen 2015 noch einmal um knapp eine Milliarde auf noch 6 Mrd. Dollar gekürzt werden. Bereits im Februar hatte das Unternehmen seine Investitionen um mehr als eine Milliarde Dollar gekappt.

Der in London gelistete und in der Schweiz ansässige Konzern erwirtschaftet rund ein Viertel des Gewinns mit dem Handel von Rohstoffen und konnte den Einbruch bei den Öl- und Metallpreisen deshalb bislang besser abfangen als reine Bergwerkskonzerne. Die Schwäche in China als einem der weltweit größten Abnehmer von Rohstoffen bremst nun aber zunehmend auch Glencore aus.

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