Noch ein Ebola-Profiteur: Lakeland-Aktie steigt 273 Prozent

Der Ebola-Virus setzt afrikanische Länder auch wirtschaftlich unter Druck und beunruhigt Menschen weltweit - doch es gibt auch Gewinner: Neben diversen Pharma-Unternehmen erleben nun auch die Hersteller von Schutzkleidung regelrechte Höhenflüge an der Börse.

Noch ein Ebola-Profiteur: Lakeland-Aktie steigt 273 Prozent

Am Ebola-Virus sind bereits tausende Menschen gestorben. Hinzu kommen die wirtschaftlichen Auswirkungen auf die betroffenen Länder und ihre kakao-produzierenden Anrainer-Staaten (mehr dazu unter diesem Link), sowie ein Einbruch des Tourismus-Geschäfts und ausländischer Direktinvestitionen. Doch es gibt auch Unternehmen und Investoren, die von der Krise profitieren – so haben etwa diverse Pharma-Aktien, wie von format.at berichtet, in den vergangenen Wochen einen regelrechten Höhenflug erlebt.

Weitere Profiteure sind jene Unternehmen, die Schutzkleidung für Fachpersonal produzieren; namentlich Alpha Pro Tech (APT) und Lakeland Industries. APT verzeichnete allein am vergangenen Freitag, 10. Oktober, ein Plus von 42 Prozent – der höchste Intraday-Gewinn seit November 2009. Seit Ende August hat sich der Wert der APT-Aktie (ISIN: US0207721095) verdoppelt; der Wert der Lakeland-Aktie (ISIN: US5117951062) hat sich im gleichen Zeitraum verdreifacht.

Noch beeindruckender sind die Gewinne mit Blick auf die Year-to-date-Zahlen, also die Steigerung des Kurses seit Jahresbeginn: Hier steht bei APT ein Plus von 245,58 Prozent, bei Lakeland sind es 273,19 Prozent. Aktuell ist die Lakeland-Aktie 19,63 Dollar wert, jene von APT gibt es für 7,43 Dollar. Die größten Sprünge haben die beiden Unternehmen vergangene Woche hingelegt – nun hat die Seuche auch den Weg nach Europa und in die USA gefunden; somit gewinnt das Thema jetzt an Aufmerksamkeit.

Zum Kaufen ist es zu spät

In Sachen Marktkapitalisierung ist APT mit 134,9 Millionen US-Dollar das größere Unternehmen; Lakeland ist mit 105,2 Millionen Dollar bewertet. Bei beiden Unternehmen ist nur ein geringer Teil der Aktien in Streubesitz – bei Lakeland sind es 0,69 Prozent, bei APT 0,26 Prozent.

Der massive Kursanstieg in so kurzer Zeit hat zur Folge, dass die Aktien dementsprechend überbewertet sind: Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von APT liegt bei ungesunden 58,72; jenes von Lakeland ist überhaupt nicht vorhanden – was daran liegt, dass das Unternehmen keinen Gewinn macht: Während bei ACP im Finanzjahr 2013 wenigstens noch ein Nettoertrag von 2,1 Millionen Dollar stand, stehen bei Lakeland für 2013 rote 25,8 Millionen Dollar auf dem Zettel.

Ein Langfrist-Investment sind die Aktien somit mit Blick auf die Fundamentaldaten nicht – und auch die Rally dürfte vorerst vorbei sein. Analystenempfehlungen sind bei diesen kleinen Unternehmen rar gesät; lediglich für Lakeland gibt es eine einzige Empfehlung von Craig Sterling – und diese rät bestehenden Aktionären dazu, ihre Aktien zu verkaufen und die Gewinne mit zu nehmen.