Ebola und die Achterbahnfahrt von Biotech-Aktien

Hochspekulativ ist die Anlage in Biotech-Firmen, die in der Ebola-Forschung unterwegs sind. Sechs US-Aktien hatten in der Vorwoche profitiert und zweistellige Zuwächse erzielt. Seit Montagabend gibt es einen Newcomer - dessen Aktienkurs gleich ausschlägt. Der Kurs der bisher verheißungsvollen Ebola-Arzneihersteller sackt ab.

Ebola und die Achterbahnfahrt von Biotech-Aktien

New York/Wien. Seit gestern Abend gibt es neue Hoffnung auf eine neue Ebola-Arznei, die von dem US-Biotechunternehmens Chimerix entwickelt wurde. Da Medikament mit dem Namen Brincidofovir bekam von der Food and Drug Administration (FDA) eine begrenzte Zulassung. Die US-Behörde für Lebensmittel- und Arzneimittelsicherheit hat Chimerix grünes Licht gegeben für einen begrenzten, vom Fall abhängigen Einsatz seines neuen Medikaments. Für den „Notfall“ soll Brincidofovir nun auch rasch Ebola-Patienten verabreicht werden.

Tests mit dem Medikament hätten demnach positive Ergebnisse gebracht, das Medikament auch zur Behandlung von Ebola einzusetzen und zwar ohne umfangreiche klinische Tests, die Monate dauern würden. Weitere klinische Tests mit Brincidofovir, das bereits bei anderen Virenerkrankungen eingesetzt wird, sollen im Verlauf der Woche neue Aufschlüsse für die Verabreichung an Ebola erkrankten Menschen bringen. Das im Staat New York ansässige Biotechunternehmen Chimerix erklärte, dass es eng mit FDA und Center for Disease Control and Prevention (US-Zentrum für Krankheitskontrolle und Prävention) und dem National Institute of Health (Nationale Gesundheitsinstitute) zusammenarbeite.
Nachdem Chimerix von der FA die Zulassung für den Notfall „Ermergency Use“) erhalten hat, ist die Aktie des Unternehmen um satte 4,49 Prozent am Montagabend (MEZ) gestiegen.

Favoriten sacken ab

Auf die Entwicklungen von sechs weiteren Biotechunternehmen wurde bisher auch gehofft. Allen voran auf die Entwicklung von Tekmira aus Kanada, das bereits seit Jahresbeginn an einem Ebola-Medikament forscht. Ebenso wurden vergangenen Woche gehofft auf Entwicklungen von BioCryst Pharmaceuticals, NewLink Genetics, NanoViricides, Sarepta Therapeutics und Inovio Pharmaceuticals. Die Spekulanten hatten bereits auf die Aktien der Unternehmen gesetzt. . Zweistellige Kurszuwächse bis zu 25 Prozent waren vorige Woche die Folge. Alles sechs Unternehmen mussten nach der Bekanntgabe von Chimerix Kursverluste hinnehmen (Ausnahme Inovio: +1,09 Prozent).

Bisher war einzig das Medikament ZMapp von Mapp Biopharmaceutical in San Diego erfolgreich bei Patienten im Einsatz. Allerdings sind in der Zwischenzeit die Bestände des Medikaments aufgebraucht. Schlechte Nachricht für Spekulanten: Mapp Biopharmaceutical notiert nicht an der Börse.

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