Dow und DuPont schmieden größte Fusion in der Chemiebranche

Die zwei größten Chemiekonzerne der USA wollen verschmelzen: 130 Milliarden Dollar Börsenwert wird der neue Chemiegigant haben, der durch die Fusion von Dow Chemical und DuPont entsteht. Es ist die größte Firmenhochzeit in der Geschichte der Branche.

Dow und DuPont schmieden größte Fusion in der Chemiebranche

Dow Chemical fusioniert mit DuPont: Der neue Konzern kommt auf einen Börsenwert von rund 130 Milliarden Dollar.

Der neue Konzern werde den Namen DowDuPont tragen und komme auf einen Börsenwert von rund 130 Milliarden Dollar (118,8 Milliarden Euro) und zusammen 90 Milliarden Dollar Umsatz. Damit stoßen sie den bisher weltgrößten Chemiekonzern BASF vom Thron, der aktuell einen Börsenwert von gut 65 Milliarden Euro hat.

Dies dürfte aber nicht von Bestand sein, da sich der neue Konzern wieder in drei verschiedene börsennotierte Unternehmen aufspalten will. Diese werden sich auf die Bereiche Agrarchemie, Kunststoffe und Spezialchemikalien konzentrieren. Die Aufspaltung wird 18 bis 24 Monate nach dem Abschluss der Transaktion angepeilt.

Diese neuen Player dürften auch der europäischen Konkurrenten wie Bayer und Syngenta kräftig einheizen. Denn bei dem Deal in den USA geht es nicht nur um schiere Größe. So sieht der Präsident des Verbands der Chemischen Industrie (VCI), Marijn Dekkers, durch die mögliche Fusion der US-Giganten den Trend zur Fokussierung bestätigt. Einzelne Geschäfte sollen gebündelt und später wieder separiert werden.

Die Aktionäre von Dow und DuPont sollen an dem neuen Konzern je rund 50 Prozent halten. DuPont-Chef Ed Breen soll Vorstandschef werden, der langjährige Dow-Chef Andrew Liveris soll den Posten des Aufsichtsratsvorsitzenden bekommen. "Diese Transaktion ist bahnbrechend für unsere Branche", sagte Liveris. Die Anteilseigner seines Unternehmens sollen eine DowDuPont-Aktie für jede Dow-Aktie erhalten, die DuPont-Aktionäre 1,282 DowDuPont-Papiere für jede ihres Unternehmens. Der Abschluss der Transaktion wird für das zweite Halbjahr 2016 erwartet. Der bislang größte reine Chemie-Deal war die Übernahme des US-Konzerns Lyondell durch die niederländische Basell 2007 für fast 19 Milliarden Dollar.

Die Pharmabranche hat die Übernahmewelle bereits voll erfasst. Hier setzte eine Rekordübernahme in den USA zuletzt neue Maßstäbe: Der Viagra-Konzern Pfizer will sich mit dem Botox-Hersteller Allergan zum größten Pharmakonzern der Welt zusammenschließen. Das Volumen der Ende November bekanntgegebenen Transaktion liegt bei rund 160 Mrd. US-Dollar. Hier liegen die Vorteile aber unter anderem darin, dem Fiskus ein Schnippchen zu schlagen.