Diamanten: Funkelndes Trend-Investment

Diamanten: Funkelndes Trend-Investment
Diamanten: Funkelndes Trend-Investment

Lupenrein: Der Pink Star mit seinen 59,6 Karat gilt als teuerster bisher verkaufter Diamant der Welt. Für 61,65 Millionen Euro kam er 2013 in Genf unter den Hammer.

Aktien, Gold und Immobilien gelten als klassische Anlageformen. Das Geld in teure Diamanten zu investieren, wird hingegen als zukünftiger Investment-Trend gesehen. Denn von den blauen, weißen und gelben Steinchen werden Studien zufolge immer weniger gefördert - und damit steigt ihr Wert.

Sie sind die Könige unter den Edelsteinen, die Monarchen der Welt ließen mit ihnen ihre Kronjuwelen besetzen, sie verzaubern die Schmuckindustrie ebenso wie die Traumfabriken Hollywoods, erzielen bei Auktionen mitunter Preise wie man sie für Picasso-Gemälde gewohnt ist und gelten als ein absoluter Liebesbeweis: Diamanten.

Weltweit wurden im Jahr 2013 Diamanten um insgesamt 79 Milliarden Dollar verkauft, um 3 Prozent mehr als 2012. Und die Nachfrage nach den edlen Klunkern, die großteils in den Minen Russlands, Kanadas, Australiens, Botswanas, Namibias, Angolas oder Südafrikas gefördert werden, steigt weiter. Sie steigt so rasch, dass das Angebot damit bald nicht mehr mithalten könnte. In den wichtigsten Absatzmärkten USA, China und Indien stehen die funkelnden Steine hoch im Kurs. In den USA entdeckt man sie nach der Rezession gerade wieder neu.

Angesichts des für die USA erwarteten anhaltenden Wirtschaftswachstums von zwei bis drei Prozent über die nächsten Jahre dürften Diamanten nachhaltig gefragt sein. In China und Indien wird die Nachfrage durch die wachsenden Mittelschichten befeuert. Dem Global Diamond Report zufolge wird sich die Nachfrage in China bis 2024 verdoppeln. Schon 2019 könnte die Nachfrage mit den geförderten Diamanten nicht mehr befriedigt werden.

Steigende Preise

Der Luxemburger Minengigant De Beers geht davon aus, dass das weltweite Diamanten-Angebot voraussichtlich 2020 seinen Zenit erreichen und darauf signifikant zurückgehen wird. "Mit der zunehmenden Nachfrage nach Diamanten und dem schrumpfenden Angebot wird es vermutlich zu höheren Diamantenpreisen kommen“, sagt Bruce Cleaver von De Beers.

Höchste Zeit also, in die begehrten Steinchen zu investieren. "Wir glauben, dass Diamanten in Zukunft auch als Investment stärker nachgefragt werden", sagt Wolfgang Traindl, Head of Erste Private Banking & Asset Management. Juwelen waren zudem bereits in den vergangenen Jahrhunderten ein praktisches Mittel, Reichtum aufzubewahren und weiterzugeben.

Superreiche kaufen daher auch gerne Diamanten. Stabile Renditen machen die Edelsteine attraktiv für das Investment-Portfolio, heißt es etwa im Wealth Report 2015. "Seit 2009 ist der Preis von geschliffenen Diamanten mit mindestens einem Karat oder mehr um 5 Prozent angestiegen“, weiß Ari Epstein, CEO des World Diamond Centre im belgischen Antwerpen.

Zwischen 19 und 25 Millionen Dollar soll dieser 100-karätige weiße Diamant bei einer Sothebys's Auktion einbringen.

Laut Global Diamond Report wird der Löwenanteil der Edelsteine bisher dennoch als Schmuck gehandelt. Nur fünf Prozent der Gesamtmenge wandern als Investment in Depots und Tresore. Dass Investoren bei Diamanten noch etwas zurückhaltend sind, liegt in der Natur der Steine. Die Gewichtsangabe in Karat (1 Karat = 0,2 Gramm) sagt noch wenig über den tatsächlichen Wert eines Steins aus. Jeder Diamant ist ein Unikat. Der Preis orientiert sich oft ziemlich subjektiv an den "4 C's" der Diamantenindustrie: clarity, color, cut und carat size. Einen Standardpreis pro Karat gibt es also nicht und Investoren klagen über fehlende Preistransparenz und mangelnde Marktliquidität. Auch die Erträge sind verglichen mit Edelmetallen geringer. Für Diamanten als Investment spricht hingegen, dass die Preise von geschliffenen Diamanten viel stabiler sind als die von Silber, Gold oder Platin.

Als besonders rentabel gelten die sogenannten "fancy colour diamonds", also Edelsteine mit einer sehr ausgeprägten Farbe. Deren Preise sind in den vergangenen Jahren stark gestiegen: Gelbe, pinke und blaue Diamanten haben seit 2005 167 Prozent an Wert gewonnen. Im November 2013 wurde bei einer Auktion von Sotheby's in Genf ein rosafarbener Diamant von 59,6 Karat um 61,65 Millionen Euro versteigert - der bisher teuerste Diamant, der zum Verkauf angeboten wurde. Ebenfalls in Genf wechselte der "Graff Vivid Yellow" im Mai vergangenen Jahres um rund 12 Millionen Euro seinen Besitzer. Und die Autoren des Global Diamond Reports sehen weiteres Potential: "Der Investmentmarkt für Diamanten gewinnt für verschiedene Interessensgruppen an Fahrt", heißt es darin.

Finanzen

Schon 75 Millionen Kunden: Netflix revolutioniert das Fernsehen

Börse

US-Konzerne: Quartalsgewinne brechen ein - Droht Rezession?

Finanzen

Zalando steigert Umsatz um ein Drittel - Gewinn ist aber noch unklar