Deutsche Bahn: Widerstand gegen Pofalla als Vorstandsmitglied

Deutsche Bahn: Widerstand gegen Pofalla als Vorstandsmitglied

Der vorab bekannt gewordene Wechsel von Ex-Kanzleramtsminister Ronald Pofalla in den Vorstand der Deutschen Bahn sorgt weiter für Aufsehen. Als Minister soll Pofalla laut einem Medienbericht Bahn-Personalentscheidungen entscheidend beeinflusst haben.

Die mögliche Berufung des bisherigen deutschen Kanzleramtschefs Ronald Pofalla (CDU) in den Vorstand der Deutschen Bahn (DB) sorgt für immer lauter werdende Kritik. Der Widerstand gegen den raschen Wechsel aus einem politischen Spitzenamt in das Entscheidungsgremium eines der zentralen Staatsbetriebe wächst.

Von Seiten der Opposition im deutschen Bundestag, aber auch aus den Reihen des Koalitionspartners SPD, wird zum wiederholten Male die Einführung einer Sperrfrist für den Wechsel politischer Amtsträger in die Wirtschaft gefordert. Auch im DB-Aufsichtsrat scheint sich Widerstand gegen seine Berufung zu bilden. Wie "Der Spiegel" in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, wollen Teile des Aufsichtsrates verhindern, dass die Führungsspitze weiter aufgebläht wird. Ein Aufsichtsratsmitglied wird mit den Worten zitiert: "Unser Ziel ist es eigentlich seit längerem, die Zahl der Vorstände zu reduzieren. Deshalb wird das Upgrade für Pofalla mit Sicherheit nicht einfach durchgewinkt."

Pofalla ist einem Zeitungsbericht zufolge zur Aufgabe seines Bundestagsmandats bereit, um einen Spitzenposten bei der Bahn antreten zu können. "Bild am Sonntag" berichtete unter Berufung auf die Unionsführung, Pofalla werde seinen Verzicht erklären, wenn der Aufsichtsrat der Deutschen Bahn (DB) ihn in den Vorstand berufen sollte.

Pofalla soll Aufsichtsratschef durchgeboxt haben

Die "Welt am Sonntag" berichtet unterdessen, Pofalla habe als Minister Einfluss auf Personalentscheidungen des Staatsunternehmens genommen. DB-Aufsichtsratschef Utz-Hellmuth Felcht sei gegen den Willen des Koalitionspartners FDP durchgesetzt worden, berichtete das Blatt.

Pofalla sei im Frühjahr 2010 in der schwarz-gelben Koalition für die Koordinierung der Suche nach einem neuen Bahn-Aufsichtsratschef auf Seiten der Union federführend zuständig gewesen, hieß es in dem Bericht unter Berufung auf ranghohe Regierungskreise. Felcht, einst Chef der Degussa, habe nicht als erste Wahl für die Besetzung des Postens gegolten.

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