Zumtobel enttäuscht Anleger mit weniger Gewinn

Der Vorarlberger Leuchtstoffkonzern hält zwar weiterhin an seinem Ausblick fest. Der rückläufige Gewinn sowie der Preiskampf in der Branche stimmt die Anleger alles andere als optimistisch. Auch die Übernahme des britischen LED-Herstellers acdc vom Vortag bringt die zuletzt verwöhnten Anleger der Zumtobel-Papiere noch nicht in Stimmung.

Zumtobel enttäuscht Anleger mit weniger Gewinn

Am Ausblick hält Zumtobel-CEO Ulrich Schumacher fest, das Ergebnis konnte nicht bis zu den Anlegern durchleuchten und überzeugen.

Wien/Dornbin. Auf den ersten Blick scheint der Leuchtenkonzern Zumtobel alles richtig gemacht zu haben. Der Umsatz ist im ersten Quartal 2015/16 (Mai bis Juli) um 5,9 Prozent auf 342,4 Mio. Euro gestiegen. Doch beim Gewinn hapert es dann doch kräftig. Der bereinigte Gewinn (EBIT) ist hingegen um satte um 29,1 Prozent von 19,1 auf 13,5 Mio. Euro gesunken. Zu wenig, wie Anleger befinden, die der Aktie eine Abfuhr erteilen und die Aktie ins Minus schicken. Auch der operative Gewinn, der ums 36,6 Prozent auf 12,4 Millionen Euro gesteigert wurde, konnte den folgenden Kursverlust nicht verhindern.

Lieferengpässe in einigen Leuchtenwerken, steigende Forschungs- und Entwicklungskosten, aber auch der anhaltende Preiskampf im LED-Geschäft macht dem Leuchtenhersteller für Büros, Fassaden, Straßen und Sportarenen derzeit zu schaffen. Mit dem LED-Geschäft erzielt Zumtobel bereits rund 60,2 Prozent des Gesamtumsatzes. Im Vorjahresquartal waren es noch 43,1 Prozent.

Die Unternehmensbereiche entwickeln sich sehr unterschiedlich. Das Segment Components machte mit 109,3 Mio. Euro um 13,3 Prozent mehr Umsatz, während der Umsatz bei Beleuchtung (Lighting) nur um 4,7 Prozent auf 254,8 Mio. Euro stieg und währungsbereinigt sogar gesunken ist, was mit den Lieferengpässen und dem anhaltenden Preisdruck begründet wird.

Die Belastungen seien jedoch großteils "temporär", versicherte Zumtobel. "Die Herausforderungen aus dem ersten Quartal werden uns im Jahresfortgang nur noch zum Teil weiter begleiten", heißt es im Quartalsbericht. An der eigenen Prognose für das laufende Geschäftsjahr 2015/16 will Zumtobel festhalten. Der bereinigte Betriebsgewinn soll auf 90 bis 100 gesteigert werden. Im Vorjahr wurde noch ein Gewinn von 66,5 Millionen Euro erzielt. Ebenso will Zumtobel am prognostizierten Umsatzplus von rund fünf Prozent im gesamten Geschäftsjahr festhalten.

Misstrauen bei den Anlegern

Die Anleger haben indes die Ergebnisse und das Festhalten an der Prognose keinesfalls goutiert. Die Aktie geriet nach der Bekanntgabe der Zahlen unter Druck. Nach einem kleinen Zuwachs zum Börsenbeginn hat die Aktie ins Minus gedreht und notierte gegen Mittag mit 1,87 Prozent bei 23,33 Euro im Minus und ist somit derzeit das Schlusslicht im Wiener Leitindex ATX, der hingegen mit 1,64 Prozent zulegen konnte.

Die Analysten der Baader Bank bewerten die Zahlen als "schwachen Start ins Jahr", bei der UBS sieht man die heutige Kursschwäche hingegen als Kaufmöglichkeit.

Die Korrektur

Die Aktie galt in den vergangenen Monaten als einer der Top-Papiere an der Wiener Börse. Die Börsenkurs der Zumtobel-Papiere hat von September des Vorjahres bis Mitte Juli um rund 80 Prozent auf 29,89 Euro zugelegt. Seither ist der Kurs rückläufig. In der Jahresfrist kann die Zumtobel-Aktie bis dato dennoch einen Zuwachs von 40 Prozent verbuchen.

Die Umstellung auf die energiesparende LED-Technik, die bereits fast zwei Drittel zum Umsatz beiträgt, hatte Zumtobel zu schaffen gemacht. Ex-Infineon-Chef Ulrich Schumacher hat mit seiner Bestellung als CEO per 1. Oktober 2013 ein umfangreiches Sparprogramm mit dem Abbau von 600 Arbeitsplätzen vorangetrieben. Im Zuge dessen machte das Unternehmen auch Leuchten- und Komponentenwerke dicht.

Das LED-Geschäft will Schumacher weiter forcieren. Mit Wochenbeginn hat Zumtobel den britischen LED-Hersteller acdc übernommen, mit dem sich das Unternehmen einen weiteren Wachstumsschub verspricht. Auch der Zukauf konnte die Anleger bisher nicht milde stimmen.