Zum Schreien für Anleger: Zalando-Aktie stürzt ab

Zum Schreien für Anleger: Zalando-Aktie stürzt ab
Zum Schreien für Anleger: Zalando-Aktie stürzt ab

Dem Online-Modehändler Zaladno geht's an der Börse an die Wäsche.

Der mit vielen Vorschusslorbeeren im Vorjahr ausgestattet Online-Händler Zalando hat ein veritables Problem: Die Ergebnisse passen nicht mit der Umsatzentwicklung. Offiziell heißt es, dass hohe Investitionen Zalando in die roten Zahlen drückt. Die Börse gibt dem Berliner Online-Händler eine Klatsche.

Berlin. Entgegen dem Werbemotto beim Online-Händler Zalando - Werbebotschaft: "Schrei vor Glück“ - entwickelt sich das Geschäft gerade in die Gegenrichtung. Und beunruhigt vor allem die Anleger. Dass es "etwas bis hoch spekulativ ist" auf Zalando-Aktien zu setzen, wie es immer wieder Händler, Analysten und Vermögensberater meinen, dürfte sich nach dem Börsengang im vorigen Herbst rumgesprochen haben. Immer wieder bewundert und gefeiert, hatte Zalando viel fürs Image getan. Und doch: An der Börse bekommt das einst als Online-Schuhhändler gestartete Berliner Unternehmen nun eine kräftige Watsche.

Und das nicht ohne Grund: Die Ertragssituation lässt zu wünschen übrig. Europas angeblich größter Online-Modehändler Zalando fährt wieder Verluste ein. Im dritten Quartal wurde ein Betriebsverlust (Ebit) von bis zu 32 Mio. Euro verbucht, wie der Berliner Konzern am Donnerstag nach vorläufigen Zahlen mitteilte. Im Vorjahreszeitraum wurde noch ein Gewinn in Höhe von rund vier Millionen Euro bilanziert. Schuld tragen laut Zalando die hohen Investitionen.

An der Börse sehen die Anleger derartige Nachrichten nicht sehr gerne, stellt sich das Unternehmen stets als das verheißungsvolle Unternehmen dar. Die Börse kennt kein Pardon. Sie straft Zalando postwendend ab: Bis 14 Uhr notierte die Aktie mit einem satten Minus von 4,8 Prozent, zum Börsenschluss betrug das Minus raund 5,1 Prozent.

Die seit Juni im Nebenwerteindex MDax notierte Aktie rutschte seither um bis zu 13,2 Prozent auf 26,55 Euro ab. Das Unternehmen war im vergangenen September mit einem Ausgabekurs von 21,50 Euro an die Börse gegangen.

"Das dritte Quartal ist in unserem Geschäft von der Marge her das schwierigste", versucht Zalando-Chef Rubin Ritter im Gespräch mit Reuters zu beruhigen. Ausgaben für den Ausbau der Logistik, für das Marketing für Smartphone- und Tablet-Anwendungen sowie für den früheren Start der Wintersaison sorgten dafür, dass das Unternehmen nun seine Gewinnerwartungen für das Gesamtjahr zurückschrauben musste. Die Marge - also der Anteil des operativen Ergebnisses am Umsatz - wird maximal bei vier Prozent liegen und nicht mehr bei bis zu 4,5 Prozent.

Die Investitionen sollten demnach auf die Erlöse positive Auswirkungen haben. Hier erwartet Zalando ein Plus im Gesamtjahr von bis zu 35 Prozent auf maximal knapp 3 Mrd. Euro. Bisher hatte der Onlinehändler ein Wachstum von bis zu 31 Prozent prognostiziert. Im dritten Quartal war der Umsatz zwischen 41 und 43 Prozent auf 707 bis 717 Mio. Euro geklettert. Der Sommerschlussverkauf war der Treiber für die gesteigerten Erlöse. Der Berliner Händler hatte seine Lager für die Winterware frei räumen müssen und die ohnehin schon günstige Sommerkleidung mit Rabatten auf den Markt geworfen.

Der 2008 gegründete Konzern mit 16,4 Millionen Kunden und 9000 Mitarbeitern profitiert vom Wachstum des Onlinehandels, der zwar stets als "rasant" bezeichnet wird. Aber der Branchenverband HDE prognostiziert für das Jahr 2015 ein bescheidenes Umsatzplus von gerade einmal zwei Prozent, vor allem dank der steigenden Online-Einkäufe.

Zalando wirbt mittlerweile mit einem breitem Modesortiment und schnellen Lieferungen. Ritter kündigte an, künftig "auf die eine oder andere Art und Weise" auch die Lieferung noch am Tag der Bestellung ins Angebot aufzunehmen. Bisher gibt es diese testweise nur in Köln und Berlin. Online-Händler Amazon bietet dieses Service besonderen Kunden in einigen Gegenden in den USA an. Das größte Problem von Zalando: Die Zahl der (kostenlosen) Retouren ist noch immer sehr hoch und drückt somit auch auf den Ertrag.

Am 12. November will Zalando Details zum Quartal veröffentlichen.

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