Wochen-Vorschau: Zittern in China, Zahlen in Amerika, Messen in Wien

Wochen-Vorschau: Zittern in China, Zahlen in Amerika, Messen in Wien

Es muss nicht immer Detroit sein: Auch die Vienna Autoshow hat schicke Fahrzeuge zu bieten.

Nach dem schlechten Jahresstart schielen Investoren auch in der kommenden Woche nervös in Richtung China. In den USA beginnt die Berichtsaison, in Wien finden die Vienna Autoshow und die Ferienmesse statt.

Die globalen Aktienmärkte haben zu Jahresbeginn 2016 einen handfesten Dämpfer hinnehmen müssen - der deutsche Leitindex Dax legte am Montag etwa mit einem Minus von mehr als vier Prozent den schlechtesten Jahresauftakt seiner Geschichte hin. Die zunehmenden Spannungen zwischen dem Iran und Saudi Arabien, überraschend schwache Konjunkturindikatoren aus China (und bis zu einem gewissen Grad auch aus den USA) sowie die in der Folge neuerlich eingebrochenen Rohstoff- und Energiepreise brachten viele Aktienindizes rund um den Globus ins Trudeln. Zusätzlich beunruhigt der abgeschwächte Yuan die Finanzwelt - besonders für exportorientierte Unternehmen sind die Wechselkurse ausschlaggebend.

Angesichts der Sorgen um die chinesische Wirtschaft müssen sich die Investoren kurzfristig auch weiterhin auf starke Kursausschläge einstellen, meint Jens Klatt vom Brokerhaus FXCM. Mittelfristig - so sehen es die Analysten der Commerzbank - haben Aktienanleger dank der binnenwirtschaftlichen Stärke der USA und des moderaten Wachstums im Euroraum allerdings wieder bessere Karten.

Was macht die Fed?

Entscheidend dürfte die Reaktion der Fed sein, meinen die Commerzbank-Experten Bernd Weidensteiner und Zhou Hao. "Solange die amerikanische Notenbank nicht in Panik verfällt, wird sich die Lage in den nächsten Monaten beruhigen", schreiben sie in einem Kommentar. Zuletzt rechneten viele Ökonomen damit, dass Fed-Chefin Janet Yellen bis Ende des Jahres die Zinsen auf 1 bis 1,25 Prozent anheben wird.

Die US-Währungshüter hatten Mitte Dezember erstmals seit fast zehn Jahren die Geldpolitik gestrafft. Der Leitzins wurde auf eine neue Spanne von 0,25 bis 0,5 Prozent hochgesetzt. Einige Investoren fürchten, dass sich die Fed nach den Turbulenzen in China nun zurückhaltender zeigen könnte. Dies würde Spekulationen schüren, dass die Lage in der Volksrepublik der US-Wirtschaft doch mehr zusetzt.

Weitere Hinweise auf den Zustand der chinesischen Wirtschaft liefern in der Nacht zum Sonntag die Erzeuger- und Verbraucherpreise wie auch die Außenhandelsdaten (Mittwoch). In den USA stehen vor allem die Einzelhandelsumsätze für Dezember (Freitag) im Fokus, die ein wichtiger Indikator für den privaten Konsum sind. Letzterer steht für etwa 70 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) der weltgrößten Volkswirtschaft. Ebenfalls am Freitag veröffentlicht werden das Verbrauchervertrauen der Uni Michigan und die Lagerbestände. Im Euroraum richtet sich der Blick auf die Daten zur Industrieproduktion (Mittwoch).

Die Berichtssaison beginnt

In Zeiten mangelnder Unternehmensdatenveröffentlichungen sowie urlaubender Marktteilnehmer können Ereignisse wie der chinesische Börsen-Crash sehr rasch zu heftigen Marktbewegungen führen. "Ohne Zweifel werden uns diese Verunsicherungsfaktoren noch einige Tage oder eher Wochen begleiten und die Märkte mal negativ, mal aber auch positiv beeinflussen", heißt es dazu in einem Marktausblick der Raiffeisen Bank International (RBI). Tatsache sei aber auch, dass bereits ab dieser Woche unternehmensseitig mehr zu berichten sein wird.

Per Montag erfolgt der Startschuss zur Berichtssaison für das Schlussquartal des Kalenderjahres 2015: Wenn Konzerne wie Alcoa, Intel, JPMorgan, Citigroup oder Wells Fargo ihre Ergebnisse veröffentlichen, dann wird vorerst einmal das Hauptaugenmerk auf den US-Aktienmarkt gerichtet sein. Die Erwartungen für das Gewinnwachstum des S&P 500 sind vorerst einmal – wie so oft – gedämpft.

Erwartete Veröffentlichungen von Unternehmenszahlen
Datum Unternehmen
11.1. Alcoa
14.1. Intel, JPMorgan, Infosys
15.1. BlackRock, Citigroup, US Bancorp, Wells Fargo
Quelle: Raiffeisen Research

Für Gesprächsstoff könnte zum Wochenauftakt zudem die Automesse in Detroit sorgen. Vor allem Volkswagen dürfte wegen der Manipulationen von Diesel-Abgaswerten im Rampenlicht stehen. VW-Chef Matthias Müller will auf der Messe bei seinem ersten öffentlichen Auftritt als Konzernchef in den USA um Vertrauen werben.

Dörfler und Rothensteiner im Hypo-U-Ausschuss

Hierzulande geht der Hypo-U-Ausschuss diese Woche mit zwei Sitzungstagen und unter anderen dem früheren Kärntner Landeshauptmann Dörfler (Mittwoch) und RZB-Chef Rothensteiner (Dienstag) als Zeugen in die nächste Runde. Im Vorfeld der Vienna Autoshow gibt es zahlreiche Zahlen über die heimische Kfz-Industrie. Wifo-Chef Aiginger wird am Montag die Konjunkturaussichten erläutern, OeBFA-Chef Stix am Donnerstag die Veranlagungen der Republik.

Sozialminister Hundstorfer und AMS-Chef Kopf sprechen am Dienstag über die Integration von Flüchtlingen am Arbeitsmarkt. Die Ferienmesse läuft, Deloitte und Wirtschaftsuniversität stellen am Donnerstag eine Studie über erneuerbare Energien vor. Am Wochenende könnte es ein Angebot an die Heta-Gläubiger geben.

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