Wal-Mart verliert 20 Milliarden Dollar in 20 Minuten

Wal-Mart verliert 20 Milliarden Dollar in 20 Minuten
Wal-Mart verliert 20 Milliarden Dollar in 20 Minuten

Die Spekulanten von Wal-Mart kennen keinen Spass, wenn es um Profitaussichten geht.

Der US-Einzelhändler Wal-Mart hat am Mittwoch kräftig die Börse durchgerüttelt. Mit dem Ausblick haben die Anleger kalte Füße bekommen. Binnen weniger als 20 Minuten hatte die Aktie rund 20 Milliarden Börsewert verloren. Und am Ende war es noch etwas mehr.

Ob die Börse immer Recht hat – ein Sager, der Herrschaften, die nur den schnöden Mammon anhimmeln, für die Börsegrundregel erachten – sei für das wirkliche Leben als Maßstab dahingestellt. Der US-Einzelhändler Wal-Mart hat es nun erwischt. An der Börse hat er sich eine kräftige Watschen abgeholt.

Was ist passiert? Die gute Nachricht für die Anleger zuerst: Wal-Mart hat ein Aktienrückkaufprogramm angekündigt, was eigentlich den Börsenkurs nach ob zieht. In den Anfangsminuten des Börsentages am Mittwoch hat dies auch geklappt. Vom Eröffnungskurs von 66,73 Dollar hat die Aktie einen ersten Schwung in der ersten halben Stunde nach Eröffnung der Börse bekommen und notierte auf 67,95 Dollar, was einem Zuwachs von immerhin 1,82 Prozent entsprochen hat.
Doch damit war der Auftrieb vorbei: Binnen der nächsten kaum 20 Minuten ist der Kurs jäh abgestürzt auf 60,02 Dollar. Unterm Strich wurden dabei rund 20 Milliarden Dollar Börsenwert vernichtet.

Das Problem mit dem Gewinn

Das Aktienrückkaufprogramm – im übrigen von exakt 20 Milliarden Dollar Volumen - wurde überlagert von Wal-Marts Bekanntgabe das Gewinnziel würde nicht halten: Von 4,70 bis 5,05 Dollar pro Aktie auf 4,40 bis 4,70 Dollar wurde die Prognose revidiert. Und dies soll sich auch in den kommenden Jahren bis 2018 nicht besser entwickeln. Im Jahr 2017 soll der Gewinn sogar um sechs bis zwölf Prozent sinken. Und das ist im groben Gegensatz zu den Analystenschätzungen. Sie hatten Wal-Mart auf Gewinnkurs und im Schnitt mit einem Gewinn-Zuwachs von vier Prozent gerechnet.

Neues Geld für Online

Den Grund für die rückläufigen Gewinn hat Wal-Markt-CEO Doug McMillon gleich mitgeliefert: Der US-Einzelhändler rechnet ab 2016 mit der Erhöhung der Mindestlöhne von neun auf zehn Dollar pro Stunde mit Zusatzbelastungen in der Höhe von 2,6 Milliarden Dollar. Außerdem will der Konzern massiv ins Online-Geschäft investieren, wo derzeit bereits Amazon zur Attacke geblasen hat. Wal-Mart hat das Online-Geschäft bislang sträflich vernachlässigt. 3000 neue Manager sollen dem US-Urgestein zudem neuen Schwung geben. Wal-Mart muss daher auch viel Geld in Ausbildung, neue Lagerhäuser und Logistik investieren, was bis 2019 auf den Gewinn schlägt. Erst dann würde laut Wal-Mart die Wende wieder geschafft.

Aber auch außerhalb der USA laufen die Geschäfte nicht wie geschmiert. Der starke Dollar drückt ebenso auf die Profite. Die Auslandseinnahmen fallen mit der Umrechnung in US-Währung niedriger aus, als erwartet.

Der Börsentag endete mit einem kräftigen Minus: Die Aktie notiert zuletzt satte zehn Prozent gegenüber dem Vortag bei 66,02 Dollar – oder anders ausgedrückt: Bis zum Börsenschluss wurden 21,3 Milliarden Dollar verbrannt – das Unternehmen ist nun nur noch 192,45 Milliarden Dollar wert.

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