Volkswagen: Starke Quartalszahlen nach Machtkampf

Volkswagen: Starke Quartalszahlen nach Machtkampf
Volkswagen: Starke Quartalszahlen nach Machtkampf

Umsatz- und Gewinnplus bei Volkswagen.

Volkswagen-Konzernchef Martin Winterkorn hat mit dem gewonnenen Machtkampf gegen Ferdinand Piech seine Position im Unternehmen nachhaltig gefestigt. Zur Freude der Anleger und des Aufsichtsratspräsidiums liefert Winterkorn nun auch eine strahlende Quartalsbilanz.

Nach dem gewonnenen Machtkampf gegen Firmenpatriarch Ferdinand Piech wartet Volkswagen-Chef Martin Winterkorn mit einer glänzenden Quartalsbilanz auf. Der Betriebsgewinn sprang zu Jahresbeginn überraschend stark um fast 17 Prozent auf 3,3 Milliarden Euro. Den Ausblick bekräftigte das Management. In Abhängigkeit von den konjunkturellen Rahmenbedingungen sollen die Umsatzerlöse des Konzerns und seiner Bereiche im Jahr 2015 um bis zu vier Prozent steigen. Herausforderungen liegen in dem schwierigen Marktumfeld, dem intensiven Wettbewerb sowie in volatilen Zins- und Wechselkursverläufen und schwankenden Rohstoffpreisen. Positive Effekte werden aus den Effizienzprogrammen aller Marken und zunehmend aus den modularen Baukästen erwartet.

Hauptlieferanten des Ertrags waren erneut die Oberklassetochter Audi und der Sportwagenbauer Porsche, die zusammen fast zwei Drittel des operativen Ergebnisses einfuhren. Der Betriebsgewinn der beiden Gemeinschaftsunternehmen in China, den Volkswagen im Finanzergebnis verbucht, stieg sogar um 28 Prozent auf rund 1,6 Milliarden Euro.

Ergebnis im Detail

Der Umsatz stieg im ersten Quartal aufgrund des höheren Volumens, eines verbesserten Mix sowie positiver Wechselkurseffekte um 10,3 Prozent auf 52,7 (47,8) Milliarden Euro. Das Operative Ergebnis wuchs um 16,6 Prozent auf 3,3 (2,9) Milliarden Euro. Die operative Rendite verbesserte sich auf 6,3 (6,0) Prozent. Im Operativen Ergebnis sowie im Umsatz des Konzerns ist das Geschäft der chinesischen Joint Ventures nicht enthalten, es wird At Equity im Finanzergebnis bilanziert. In den ersten drei Monaten stieg das anteilige Operative Ergebnis der chinesischen Joint Ventures auf 1,6 (1,2) Milliarden Euro.

Vor Steuern erzielte der Volkswagen Konzern ein Ergebnis von 4,0 (3,4) Milliarden Euro. Die Vorsteuerrendite stieg im Zeitraum Januar bis März auf 7,5 (7,0) Prozent. Nach Steuern lag der Gewinn bei 2,9 (2,5) Milliarden Euro. „Wir haben immer betont, dass 2015 ein anspruchsvolles Jahr für die gesamte Automobilindustrie und auch für uns wird. Unsere Kennzahlen für das erste Quartal beweisen aber, dass der Volkswagen Konzern trotz Gegenwinds auf Kurs fährt. Die gesamte Mannschaft arbeitet mit voller Konzentration an dem Ziel, auch 2015 zu einem Erfolgsjahr zu machen", sagte Winterkorn dazu.

Operativ rechnet Volkswagen im Jahr 2015 mit einer Rendite zwischen 5,5 und 6,5 Prozent. Im Bereich Pkw erwartet Volkswagen die operative Rendite in einer Spanne von 6,0 bis 7,0 Prozent. Aktueller Aktienkurs Volkswagen

Sparkurs greift

Winterkorn kann auch erste Erfolge seines Sparkurses vorweisen. Die Marke mit dem VW-Logo, die für gut die Hälfte des Umsatzes steht, legte im ersten Quartal beim Betriebsgewinn um 16,8 Prozent auf 514 Millionen Euro zu. Die Rendite blieb mit 2,0 (Vorjahr 1,8) Prozent jedoch mager. Weitere Schritte müssen nach Ansicht von Analysten folgen, um die Ertragskraft zu steigern. Piech hatte im Aufsichtsrat neben der schwachen Marge der Hauptmarke auch eine verfehlte Modellpolitik in den USA angeprangert. Die Probleme dort dürften VW noch einige Zeit beschäftigen, denn die angekündigten großen Geländewagen kommen erst 2016/2017 auf den Markt.

Die weltweite Pkw-Nachfrage lag im ersten Quartal 2015 um 3,7 Prozent über dem Wert des Vorjahreszeitraums, die Märkte zeigten sich jedoch regional uneinheitlich. In den Regionen Asien-Pazifik, Nordamerika, Westeuropa und Zentraleuropa verzeichneten die Gesamtmärkte Zuwächse. In Osteuropa und Südamerika wurden dagegen im Vergleich zum Vorjahr deutlich geringere Marktvolumina registriert. „Wir gehen davon aus, dass sich die Pkw-Märkte in den einzelnen Regionen weiterhin unterschiedlich entwickeln werden. Dieses Umfeld verlangt von uns ein Höchstmaß an Flexibilität und Finanzkraft, damit wir den Erfolg des Konzerns nachhaltig sichern und die Ziele unserer Strategie 2018 erreichen", sagte Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch.

Ergebnisse der einzelnen Marken

Die Marke Volkswagen Pkw steigerte das Operative Ergebnis in den ersten drei Monaten 2015 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 16,8 Prozent auf 514 (440) Millionen Euro. Dies wurde durch Umsatzsteigerungen sowie Kostenoptimierungen erreicht. Belastet wurde das Ergebnis durch die schwache Marktentwicklung in Russland und Südamerika. Die positiven Effekte des erfolgreich gestarteten Effizienzprogramms lagen im ersten Quartal im niedrigen dreistelligen Millionenbereich. Die Operative Marge erreichte im Berichtszeitraum 2,0 (1,8) Prozent.

Mit 1,4 (1,3) Milliarden Euro übertraf Audi das Operative Ergebnis des Vorjahres. Hierbei wirkten sich höhere Volumina und bessere Wechselkurse positiv aus. Demgegenüber belasteten hohe Vorleistungen für neue Produkte und Technologien sowie für den Ausbau des internationalen Produktionsnetzwerks das Ergebnis. Die Operative Marge betrug 9,7 (10,1) Prozent.

In den ersten drei Monaten 2015 lag das Operative Ergebnis von Skoda mit 242 (185) Millionen Euro volumen- und mixbedingt deutlich über dem Vorjahr. Die Operative Marge belief sich auf 7,6 (6,2) Prozent.

Das Operative Ergebnis von Seat verbesserte sich auf 33 (– 36) Millionen Euro. Volumen- und Wechselkursverbesserungen sowie Kostenreduzierungen waren die ausschlaggebenden Ursachen für die Steigerung.

Das Operative Ergebnis von Bentley kletterte gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 49 (45) Millionen Euro. Die Operative Marge lag bei 10,3 (10,0) Prozent.

Porsche verzeichnete ein Operatives Ergebnis von 765 (698) Millionen Euro und erzielte eine Operative Marge von 15,1 (17,8) Prozent. Positive Volumen- und Wechselkurseffekte konnten Belastungen aus Mixveränderungen, gestiegenen Strukturkosten und höheren Entwicklungskosten für zukünftige Projekte und Technologien mehr als ausgleichen.

Das Operative Ergebnis von Volkswagen Nutzfahrzeuge stieg auf 165 (136) Millionen Euro. Die Operative Marge betrug 6,1 (5,8) Prozent.

Scania verbuchte ein Operatives Ergebnis von 237 (254) Millionen Euro und eine Operative Marge von 9,6 (10,3) Prozent. MAN erzielte ein Operatives Ergebnis von 34 (68) Millionen Euro und eine Operative Rendite von 1,1 (2,2) Prozent. Insbesondere die schwache Marktentwicklung in Russland und Brasilien belastete das Nutzfahrzeuggeschäft.

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