Halbjahresbilanz: voestalpine gut auf Kurs

Der Gasometer im voestalpine-Stammwerk in Linz

Der Stahlkonzern voestalpine ist nach dem halben Geschäftsjahr auf Kurs.

Das Geschäft bei der voestalpine läuft ist in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2014/15 nach Plan gelaufen. Für Konzernchef Wolfgang Eder eine Bestätigung, den eingeschlagenen Kurs Richtung Qualität und Internationalisierung konsequent weiter zu verfolgen. Der Gewinn konnte auch durch einen Einmaleffekt aus dem Verkauf der niederländischen Flamco-Gruppe auf 757 Millionen Euro gestiegen.

„In Anbetracht eines wieder zunehmend herausfordernden Umfeldes verlief die Entwicklung der voestalpine-Gruppe in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres (1. April 2014 bis 31. März 2015) auf sehr ansprechendem Niveau“, erklärte CEO Wolfgang Eder bei der Bekanntgabe des Betriebsergebnisses der ersten Hälfte des Geschäftsjahres. Trotz der für den Konzern anhaltend herausfordernden Konjunkturlage habe sich der Konzern gut entwickelt. Ein wesentlicher Grund dafür ist für Eder, dass das Unternehmen mittlerweile international sehr gut aufgestellt ist und Konjunkturschwankungen in einzelnen Erdteilen leichter verkraften kann.

Die Internationalisierung des Unternehmens wird daher auch konsequent vorangetrieben. Erst vor kurzem hat der Stahl- und Technologiekonzern mit Zentrale in Linz bekanntgegeben, dass bis zum Jahr 2020 alleine China 15 neue Werke eröffnet werden sollen. Als Erfolgsgarant für die voestalpine sieht Eder seine konsequente strategische Ausrichtung auf die globale Qualitäts- und Technologieführerschaft bei anspruchsvollen Nischenprodukten. Auch der Fokus auf die Verlängerung der eigenen Wertschöpfungskette in allen Geschäftsbereiche ist ein wichtige Teil in Eders Strategie, der sich rechnet. „Wir haben uns in den letzten 15 Jahren vom klassischen Stahlunternehmen zum stahlbasierten Technologie- und Industriegüterkonzern mit Fokus auf technologisch herausforderndsten Kundensegmenten entwickelt. Das findet in der Ergebnisentwicklung gerade unter konjunkturell schwierigen Rahmenbedingungen ihre Bestätigung“, so Eder.

Lohnende Strategie

In Zahlen ausgedrückt heißt das, dass der voestalpine Konzern seinen Gewinn im letzten Halbjahr trotz eines leicht rückläufigen Umsatzes um 1,5 Prozent von 5,64 auf 5,56 Milliarden Euro seinen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) um 11,2 Prozent auf 757 Millionen Euro steigern konnte. Den leichten Umsatzrückgang erklärt das Unternehmen mit der Schließung der Standardschienenproduktion in Duisburg mit Jahresende 2013, den Gewinnzuwachs mit Einmaleffekten in der Höhe von 66,5 Millionen Euro. Der Verkauf der holländischen Flamco-Gruppe beeinflusste das operative Ergebnis positiv. Weitere Verkäufe sind jedoch laut Eder nicht geplant. Die Einmaleffekte werden also auch tatsächlich einmalig bleiben.

Eine noch deutlichere Verbesserung zeigt das Ergebnis vor Steuern mit einer Erhöhung um 25,5 % auf 392 (nach 312) Millionen Euro. Auch nach Abzug der Sondereffekte von 45,2 Millionen Euro liegt es für die ersten sechs Monaten des aktuellen Geschäftsjahres immer noch bei 347 Millionen Euro bzw. um 11 % über dem Vorjahreswert. Das Ergebnis nach Steuern weist einen Zuwachs um 36 % von 238 auf 324 Millionen Euro auf. Der Gewinn je Aktie beläuft sich auf 1,65 Euro, was einer Veränderung von +43,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreswert von 1,15 Euro entspricht (bereinigter Gewinn je Aktie: 1,40 Euro.

Divisionen auf gutem Niveau

Die operative Geschäftsentwicklung der vier Divisionen verlief weitgehend stabil. Die Steel Division, zum größten Teil am europäischen Markt tätig, profitierte von der ungebrochen hohen Nachfrage aus dem Automobilsektor und einer Belebung im Bereich Öl-/Gastransport (Pipeline-Projekte), während die übrigen Marktsegmente nach einer weitgehend stabilen Nachfrageentwicklung zu Beginn des Geschäftsjahres über den Sommer zum Teil Abschwächungstendenzen zeigten.

Die Special Steel Division konnte von den prosperierenden Märkten in den USA und Asien profitieren, währedn die Nachfrage aus Europa weiterhin verhalten blieb.

Anhaltend positiv ist die Entwicklung der Metal Engineering Division, die sich bei gleichzeitig anhaltend guter Nachfragesituation in praktisch allen Business Units stabil auf hohem Niveau bewegte.

Die Metal Forming Division konnte im Bereich Automotive Parts die schon bisher sehr gute Entwicklung fortsetzen, war jedoch seit Anfang des Geschäftsjahres in Europa mit einem gedrückten Markt auf der Rohr- und Profilseite konfrontiert.

Den Ausblick auf das Gesamtjahr 2914/15 hält die Voest aufrecht. „Aus heutiger Sicht zeichnet sich für den voestalpine-Konzern 2014/15 unverändert ein etwas über dem Niveau des vergangenen Geschäftsjahres liegendes operatives Ergebnis (EBITDA) bzw. Betriebsergebnis (EBIT) ab,“ so Eder. Auch wenn die Konjunktur in Europa nicht den zu Jahresbeginn erhofften Aufschwung genommen hat, rechnet Eder mit einer weitgehenden Vollauslastung in allen vier Divisionen. Neben der weiteren Internationalisierung werden die milliardenschweren Effizienzsteigerungs- und Kostenoptimierungsprogramme weiter fortgeführt, un die Profitabilität des Unternehmens weiter zu verbessern.

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