Kampfansage an YouTube: Verizon übernimmt AOL um 4,4 Milliarden Dollar

Kampfansage an YouTube: Verizon übernimmt AOL um 4,4 Milliarden Dollar

Der US-Telekomriese Verizon kauft den Internetpionier AOL für 4,4 Milliarden Dollar; die Aktie steigt vorbörslich um 18,7 Prozent. Mit dem Deal will der Mobilfunk-Anbieter sein Videoangebot ausbauen - und damit gegen Facebook und Google antreten.

Der Telco-Riese Verizon bietet für den Internetpionier AOL 50 Dollar pro Aktie - ein guter Deal für Investoren, denn am Vortag hatte die AOL-Aktie noch bei 42,59 Dollar geschlossen; im Lauf der vergangenen zwölf Monate ist die Aktie bereits um 12,17 Prozent gestiegen - wenngleich es seit Jahresbeginn einen Kursverlust von 7,75 Prozent zu verkraften galt. Gleich nach der Verkündung des Deals legte die Aktie von AOL vorbörslich um 18,7 Prozent zu; die Papiere von Verizon notierten hingegen zuletzt leicht im Minus.

Laut einem Bericht des Wall Street Journal möchte Verizon durch diesen Deal den Ausbau des eigenen Geschäfts mit Online-Videos deutlich vorantreiben. Der US-Mobilfunkmarkt ist inzwischen gesättigt, wodurch unter den Anbietern ein aggressiver Kampf um die Gunst der Kunden ausgebrochen ist - mit dem neuen Videoangebot möchte Verizon gegenüber der Konkurrenz aus AT&T und Sprint punkten; noch in diesem Sommer möchte man einen Videodienst anbieten, der hauptsächlich auf mobilen Geräten laufen soll.

Umsatzplus durch mehr Werbung

Noch Anfang Mai hatte der Internetkonzern AOL ein Umsatzplus gemeldet; im ersten Quartal legten die Erlöse im Jahresvergleich um sieben Prozent auf 625 Millionen US-Dollar zu; der Nettogewinn sank hingegen um ein Viertel auf 7,0 Millionen Dollar. Im Gesamtjahr 2014 machte AOL 2,5 Milliarden Dollar Umsatz, um 9 Prozent mehr als im Vorjahr; der Jahresgewinn lag bei 126 Millionen Dollar.

Zu seinen Hochphasen, im Jahr 2000, hatte AOL über 30 Millionen Kunden, die mit knatternden 56k-Modems ins Internet gingen; es gab einen 183 Milliarden Dollar schweren Megamerger mit Time Warner. Doch dann platzte die Dotcom-Blase, der Unternehmenswert rasselte in den Keller und Time Warner sah sich 2009 gezwungen, AOL wieder abzustoßen.

Vom Provider zum Medienkonzern

Inzwischen hat sich der Web-Pionier, der auch in Österreich vielen Menschen zu ihren ersten Schritten in die große Welt des Internets verhalf, weiter entwickelt und ist weit mehr als bloß ein Provider - zu ihm gehören auch Online-Medien, wie etwa "Huffington Post" oder die Technologie-Blogs "Engadget" und "Techcrunch". Ein internes Memo von AOL-CEO Tim Armstrong zum Deal kann man daher auch auf techcrunch.com nachlesen.

Laut Wall Street Journal gibt sich Armstrong nun optimistisch, dass der neue Riese aus AOL und Verizon zu einer Größe im Geschäft der Online-Videos wird - und vergleichsweise junge Marken wie Facebook und Google auf die Plätze verweisen kann.

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