voestalpine schraubt Umsatzziel für 2020 nach unten

Der österreichische Stahlkonzern hat seine eigenen Umsatzvorgaben für das Jahr 2020 von 20 auf 15 Milliarden Euro gekappt. Sinkende Rohstoffpreise und die schwache Weltwirtschaft würden sich auf die Höhe des einst prognostizierten Umsatz auswirken.

voestalpine schraubt Umsatzziel für 2020 nach unten

voestalpine-CEO Wolfgang Eder kappte die Umsatzziele für das Geschäftsjahr 2020/21 um fünf Prozent auf 15 Milliarden Euro.

"Die Rentabilitätsziele liegen durchwegs im Plan. Die einzige Modifikation der Kernziele betrifft die Umsatzziffer, da die ursprünglich für 2020 geplanten 20 Milliarden Euro aufgrund der anhaltend kritischen globalwirtschaftlichen Rahmenbedingungen realistischerweise nicht zu halten sein werden", heißt es in einer Aussendung des Linzer Stahlkonzerns. Die voestalpine hat ihr Umsatzziel deshalb von 20 auf 15 Milliarden Euro nach unten korrigiert. Nach seinen aktuellen Planungen soll der Umsatz durchschnittlich bis zum Jahr 2020 um fünf Prozent pro Jahr wachsen.

Das stärkste Umsatzwachstum werde weiterhin außerhalb Europas erwartet. Der Umsatzanteil außerhalb der EU soll sich bis 2020 auf 40 Prozent von derzeit rund 25 Prozent erhöhen.

Preise für Eisenerz und Kohle im Keller

Der Umsatz des voestalpine-Konzerns lag mit 11,2 Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2014/15 als einzige Kennzahl unter den Erwartungen von 2012, so der Konzern. Die EBITDA-Marge lag mit 13,7 Prozent (Ziel 2020: 14 Prozent), die EBIT-Marge mit 7,9 Prozent (Ziel 2020: 9 Prozent) und der ROCE (Return on Capital Employed) mit 10 Prozent (Ziel 2020: 15 Prozent) im Plan.

Die Entwicklung des Umsatzes ist laut voestalpine zum einen auf ein deutlich unter den damaligen Prognosen liegendes globales Wirtschaftswachstum in den vergangenen drei Jahren zurückzuführen. Außerdem machen die niedrigen Rohstoffpreise der voestalpine einen Strich durch die Rechnung. Bei Eisenerz und Kohle sind beispielsweise die Preise jeweils um 65 Prozent niedriger als im Jahr 2012. Beide Effekte zusammen würden alleine hochgerechnet bis 2020 den Konzen mehr als drei Milliarden Euro Umsatzzuwachs "kosten".

Bei Zukäufen hält sich der Linzer Stahlkonzern derzeit aufgrund des "weltweit überhitzten M&A-Marktes" zurück. Akquisitionen werden "bewusst selektiver als geplant" durchgeführt. Zu einem Rückgang des konsolidierten Umsatzes hätten zudem Devestitionen, wie etwa der Verkauf der Flamco Group und der voestalpine Polynorm Plastics, beigetragen.

Verstärkter Einsatz von Titan und Aluminium

Die voestalpine hat sich auf die Verarbeitung von Stahl zu Spezialstahlprodukten konzentriert. Das Geschäft mit der Stahl-Verarbeitung soll bis 2020 auf 75 (derzeit: 70) Prozent steigen. Nur noch ein Viertel des Geschäftes will der Konzern dann im "klassischen Stahlbereich" erwirtschaften.

Die Linzer stellen unter anderem Bleche für Karosserieteile für Autos her und beliefern die großen deutschen Hersteller. Zudem produziert das Unternehmen Weichen für die Eisenbahnindustrie oder Rohrbleche für Pipelines. "Stahl wird auch in Zukunft die Kernwerkstoffbasis des Konzerns bilden. Gleichzeitig werden wir aber andere Metalle wie Titan oder Aluminium verstärkt in der Weiterverarbeitung einsetzen", sagte Eder.