Börsencrash: China lässt die Kurse purzeln, Dax wieder unter 10.000

Börsencrash: China lässt die Kurse purzeln, Dax wieder unter 10.000
Börsencrash: China lässt die Kurse purzeln, Dax wieder unter 10.000

China bereitet den Anlegern und Investoren Sorgen. Das bekommen die Börsen der Welt zu spüren.

China reißt die Börsen der Welt aus ihren Höhenflügen. Der deutschen Aktienindex Dax ist wieder unter die 10.000-Punkte-Marke gerutscht und hat damit im August bereits über 13 Prozent an Wert verloren. Auch die US-Börsen und der Euro-Stoxx-50 haben dramatisch an Wert verloren. Die größten Verlierer und die Aussichten bis Jahresende.

Die Furcht vor einem heftigen Konjunktureinbruch in China hat zu Wochenbeginn massive Schockwellen durch die Finanzmärkte gejagt. Anleger warfen weltweit Aktien im hohen Bogen aus ihren Depots. Auch an den Rohstoffmärkten brachen die Preise für Öl und Kupfer ein. Der Dax rutschte auf rund 9.400 Zähler und damit auf den Tiefstwert des Jahres, weit unter der psychologisch wichtigen Marke von 10.000 Punkten.

Weltweit gerieten die Börsen zuletzt ins Wanken. Auch an der Wall Street gingen die Kurse dramatisch in die Knie: Dow-Jones - und S&P500 verloren allein in den ersten Handelsminuten rund 6 Prozent, der Dow ging um mehr als 1.000 Punkte in die Knie. An der Computerbörse Nasdaq ging es mehr als 8 Prozent abwärts.

Eine Erholung ist zunächst nicht in Sicht. "Der Markt sieht China als Riesenproblem und das bleibt vermutlich auch erst einmal so", prognostiziert ein Händler. Die Geschäfte der chinesischen Industrie waren nach Daten von Freitag im August auf den tiefsten Stand seit sechseinhalb Jahren gefallen. (Siehe auch: "Chinas Wirtschaft geht die Luft aus") "Die Regierung hat eine Belebung in der zweiten Jahreshälfte erwartet, doch es sieht nach dem Gegenteil aus", urteilt Volkswirt Chester Liaw vom Analysehaus Forecast Pte in Singapur. "Die Konjunktur dürfte sich weiter abschwächen."

"Wir sind mitten in einer Panikattacke und China ist das Epizentrum", erklärten die Analysten von JP Morgan Cazenove. Die Furcht vor den Folgen einer Wachstumsdelle in China für die gesamte Weltwirtschaft mache die Investoren höchst nervös, sagte Tobias Basse von der NordLB. Begonnen hatte das Beben in der Nacht in China, wo der Shanghai-Composite um 8,5 Prozent absackte. Die Entscheidung der Pekinger Regierung, Pensionsfonds erstmals Investitionen am Aktienmarkt zu gestatten, enttäuschte die Anleger. Börsianer hatten offenbar damit gerechnet, dass die chinesische Notenbank die Märkte mit neuen Geldspritzen stützen würde.

Katzenjammer im Dax

Seit dem Hoch vom 10. April geht es mit dem Dax steil bergab.

Am schlimmsten getroffen hat es den Energieversorger RWE (DE0007037129). Seit dem Hoch vom 10. April hat das Papier beinahe die Hälfte (44,06 Prozent) seines Werts verloren. Volkswagen (DE0007664005) hat 35,88 Prozent eingebüßt, BMW (DE0005190003) ebenfalls mehr als ein Drittel (-34,18 Prozent).

Von allen Dax-Wetten ist bisher nur jene auf Fresenius (DE0005785604) aufgegangen. Das Unternehmen konnte von April bis jetzt noch ein Plus von 1,71 Prozent retten. In der letzten Woche hat jedoch auch Fresenius 11,5 Prozent an Wert verloren. Es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis auch Fresenius die starken Gewinne des ersten Quartals 2015 wieder abgegeben hat.

Fresenius ist der letzte Dax-Wert, der sich seit dem Dax-Hoch vom April noch in der Gewinnzone halten konnte.

Belastet wurden die Aktienbörsen in Europa neben den China-Sorgen auch durch einen wieder steigenden Euro -Kurs, (aktueller Wechselkurs EUR/USD) der europäische Waren im Ausland verteuert. "Die Risiken in China und die dadurch ausgelösten Turbulenzen an den Finanzmärkten sollten die Fed dazu bringen, einen Zinsschritt im September zu verschieben", erklärte Commerzbank-Analystin Esther Reichelt. Daher lösten viele Anleger ihre Wetten auf einen steigenden Dollar auf, was im Gegenzug den Euro in der Spitze auf 1,1711 Dollar trieb. Damit notierte die Gemeinschaftswährung Euro wieder auf dem Niveau von Mitte Jänner

An den Rohstoffmärkten nahmen die Anleger ebenfalls Reißaus. China ist einer der größten Konsumenten von Industrierohstoffen. Der Preis für Nordseeöl der Sorte Brent fiel um 4,8 Prozent auf 43,28 Dollar (38,4 Euro) je Fass (159 Liter) und damit auf den tiefsten Stand seit März 2009. Kupfer verbilligte sich um 3,4 Prozent auf 4.882 Dollar je Tonne und war damit so billig wie seit mehr als sechs Jahren nicht mehr. Info: Aktueller Ölpreis (Brent).

Da in der neuen Woche kaum Zwischenberichte von Unternehmen anstehen, werden die Anleger ihr Augenmerk auf Konjunkturdaten vor allem aus den USA richten. Denn die US-Notenbank macht ihre Zinserhöhung von der Entwicklung der Wirtschaft abhängig. Zuletzt vermissten die Anleger in den Protokollen zur jüngsten Fed-Sitzung Hinweise auf eine baldige US-Zinswende. Das sorgte für einen zusätzlichen Dämpfer an den Aktienmärkten. Am Dienstag stehen Daten zum US-Verbrauchervertrauen sowie der Eigenheimabsatz an, einen Tag später folgt der Auftragseingang der langlebigen Güter, am Donnerstag wird die zweite Schätzung des US-Bruttoinlandsproduktes veröffentlicht.

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