Tiffany hat an Glanz verloren

Tiffany hat an Glanz verloren
Tiffany hat an Glanz verloren

Nobelschmuck-Hersteller Tiffany ist zu Jahresbeginn kein Börse-Darling. An nur einem Tag wurde der gesamte Gewinn des Jahres 2014 verspielt. Analysten sehen den bevorstehenden Valentinstag als Wendepunkt.

Nachdem im November und Dezember der Umsatz in den USA um ein Prozent eingebrochen war, hat der Luxus-Juwelier Tiffany (ISIN: US8865471085) am Montag den Ausblick für das Gesamtjahr stark reduziert – und das gefiel den Aktionären überhaupt nicht: Sie zeigten sich enttäuscht davon, dass das Unternehmen nicht stärker vom Aufschwung der US-Wirtschaft profitiert und verkauften ihre Aktien; an nur einem Tag ging es um 15 Prozent bergab. Zum Handelsschluss am Montag war die Aktie gar um fünf Prozent weniger wert als zum Jahresanfang 2014.

Tiffany kämpft, so wie andere US-Unternehmen, mit dem starken Dollar. Denn durch die harte Heimatwährung leiden erstens die Exporte; zweitens kommen weniger Touristen in die USA, um sich dort ein schickes Andenken zu gönnen. Damit hatten die Aktionäre ja ohnehin gerechnet – wirklich schockiert waren sie aber, als sie auch von einem schwächeren Umsatz in den USA erfuhren, verrät Dorothy Lakner, Analystin bei Topeka Capital Markets, gegenüber Bloomberg.

Zum Handelsschluss am Dienstag notierte die Aktie bei 89,01 Dollar. Am Mittwoch haben etliche Analysten den plötzlichen Kurseinbruch zum Anlass genommen, eine Kaufempfehlung auszusprechen – besonders optimistisch ist Telsey Advisory Group, welche den Zielkurs bei 120 Dollar sehen. Insgesamt sehen die Analysten den Zielkurs bei 106,30 Dollar, mit einem Ertragspotenzial von 20,5 Prozent. Unter den bei Bloomberg gelisteten Analysten setzten 13 auf eine Kaufempfehlung, 18 auf Hold.

Doch was muss passieren, damit das rund 10.000 Mitarbeiter starke New Yorker Kult-Unternehmen seinen Glanz zurück erlangt? Experten bei Bloomberg sehen vier Faktoren, welche die Zukunft des Unternehmens beeinflussen.

1. Die Spendierlaune der Amerikaner

Tiffany generiert rund 49 Prozent seines Umsatzes im Heimmarkt USA – dementsprechend war man davon ausgegangen, dass das Erstarken der US-Wirtschaft auch die Tiffany-Bilanz beflügelt. Voller Optimismus hatte Tiffany die Preise erhöht und die Marketingkosten in die Höhe geschraubt. Diese Strategie hatte sich zuvor stets ausgezahlt, doch im vergangenen Weihnachtsgeschäft ging die Rechnung nicht auf: Insgesamt geben Amerikaner nun lieber ihr Geld im Diskont-Bereich als für Luxus-Produkte aus – denn die schmerzhaften Erinnerungen an die vergangene Rezession sitzen noch tief, daher gehen Kunden noch vorsichtig mit ihrem Ersparten um. Davon profitieren vor allem Händler von Massenware im mittleren Preisbereich – zu Lasten der Hersteller von Luxusgütern.

2. Der harte Dollar

Viele US-Exporteure leiden unter dem harten Dollar; unter anderem hat auch Apple deswegen seine Preise für Apps erhöht. Für Tiffany bedeutet die Änderung im Wechselkurs, dass ein vierprozentiges Wachstum in Europa auf einen Prozent schrumpft und dass acht Prozent Einbruch in Japan zu insgesamt 16 Prozent anwachsen. Zudem werden durch den harten Dollar weniger Touristen nach Amerika gelockt, die sonst im New Yorker Flagship-Store eingekauft hätten.

3. Tiffany T

Chefdesignerin Francesca Amfitheatrof legte vergangenes Jahr ihre erste Kollektion namens „Tiffany T“ für das Unternehmen vor. Deren Schmuckstücke rangieren preislich in einer Bandbreite zwischen ein paar hundert Dollar und 20.000 Dollar und sollten das Kaufverhalten ändern: Zielgruppe sind nicht mehr Männer, die ihren Ehefrauen Juwelen kaufen – sondern Frauen, die sich selbst eine Freude machen wollen. Laut Tiffany hat sich die Kollektion gut verkauft – nicht aufgegangen ist laut Analysten aber der Plan, dass das neue Kaufverhalten auch auf andere Produkte übergreift.

4. Wachstum in Asien – Verzweiflung in Japan

Japan war lange Zeit einer der wichtigsten Märkte für jegliche Hersteller von Luxusprodukten. Ein Fünftel aller Tiffany-Geschäfte befindet sich dort. Doch diese Goldgräberstimmung ist ausgeklungen; nun kämpft das Land mit einer Rezession und einer alternden Gesellschaft – die definitiv wenig Lust auf schicken Schmuck hat. Die gute Nachrichten für Tiffany sind allerdings, dass es dem Rest der Region vergleichsweise gut geht: Vor allem durch China und Singapur wuchs Tiffanys Umsatz in der Region um sieben Prozent auf 210 Millionen US-Dollar. Der Nobel-Juwelier wird also wohl seine Aktivitäten innerhalb der Region umschichten müssen, um genug aus Asien herausholen zu können.

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