Telekom Austria schreibt über 300 Millionen Euro Gewinn

Telekom Austria schreibt über 300 Millionen Euro Gewinn
Telekom Austria schreibt über 300 Millionen Euro Gewinn

Telekom Austria CEO Alejandro Plater

Die Telekom Austria hat in den ersten neun Monaten des Jahres einen Gewinn von 308,4 Millionen Euro erwirtschaftet, nach einem Verlust von 136,5 Millionen im Vorjahr. An der Börse ist die Aktie aber weiterhin eine Enttäuschung. Der Umsatz ist rückläufig.

Gemessen am Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) hat das Geschäft in Österreich den Konzern in den ersten neun Monaten getragen. Im Heimatmarkt gab es einen Anstieg um 12,3 Prozent auf 675,7 Mio. Euro, während es in allen anderen Märkten Rückgänge gab. In Summe reichte das für einen Anstieg beim EBITDA um 1,7 Prozent auf 1,05 Mrd. Euro. Zugleich gab es in Österreich einen Rückgang der Mitarbeiterzahl seit Ende September 2014 um 2 Prozent von 8.806 auf 8.628, während die Zahl der Mitarbeiter international leicht auf 7.441 zulegte.

Für das gesamte Jahr erwartet der Konzern einen Umsatz auf Vorjahresniveau und will der Hauptversammlung eine unveränderte Dividende von 5 Cent vorschlagen.

In Österreich hat die Telekom Austria den Umsatz um 2,2 Prozent gesteigert. Dabei ist die Zahl der Mobilfunkkunden weiter leicht zurückgegangen (auf 5,4 Mio.), zugleich war auch der Umsatz je Kunden rückläufig (von 16,9 auf 16,3 Euro). Dank Breitband- und TV-Angeboten hat aber die Zahl der Festnetzkunden zugelegt (auf 2,3 Mio.). Der Umsatz je Kunden fiel allerdings auch hier - von 30,2 Euro im 3. Quartal 2014 auf 29,4 Euro im 3. Quartal 2015. Der Umsatz mit Sprachtelefonie fiel stärker, als der Umsatz mit Breitband und TV zulegen konnte.

Deutliches Minus in Bulgarien

In Weißrussland hat die Telekom Austria durch die Währungsabwertung verloren, in einheimischer Währung gab es einen deutlichen Zuwachs. In Bulgarien gab es trotz Anstiegs der Kundenzahl sowohl im Mobilfunk als auch im Festnetz ein deutliches Minus bei Umsatz und EBITDA. Die Telekom Austria hofft durch den Erwerb des zweitgrößten Kabelanbieters Blizoo auf künftiges Wachstum, der Zukauf wird erst im vierten Quartal konsolidiert. In Kroatien wieder "schwächte sich der Abwärtstrend langsam ab", heißt es in der Presseinformation zu den Quartalszahlen. Umsatz und EBITDA und Kunden im Mobilfunkbereich waren rückläufig, während es durch den Erwerb von Amis bei den Festnetzkunden ein Plus von 28,8 Prozent auf 273.500 gab.

Konzernweit hat die Telekom Austria letztlich sowohl im Mobilfunk, als auch noch mehr bei Festnetzanschlüssen ein solides Wachstum verbucht. Der Zukauf lokaler Kabelanbieter hat dazu beigetragen. Die Telekom Austria Gruppe hat nun 2,91 Mio. Festnetzanschlüsse (Plus 7,8 Prozent) und 20,2 Mio. Mobilfunkkunden (Plus 1,4 Prozent). Breitband war dabei der Renner: Der Zuwachs betrug im Festnetz 9,0 Prozent und im Mobilfunk 3,6 Prozent.

An der Börse kein Licht in Sicht

An der Börse ist die Telekom Austria weiterhin kein Star. Die Entwicklung der vergangenen Jahre ist mehr als ernüchternd. aktuell notiert das Papier bei 5,37 Euro und somit nur unwesentlich über dem Allzeit-Tief vom 10. Oktober 2012, als die Aktie bei einem Kurs von 4,86 Euro schloss. Die zwischenzeitliche Erholungsphasen des Jahres 2014 und der ersten Monate des Jahres 2015 sind für die Anleger somit verpufft.

Die Entwicklung der Telekom Austria Aktie über die letzten fünf Jahre: Aktuell grundelt das Papier nahe dem Allzeit-Tief.

Im laufenden Jahr hält sich der Verlust noch halbwegs in Grenzen. Das Papier hat seit Jahresbeginn bloß noch 2,34 Prozent an Wert verloren. Gegenüber dem 20. Oktober 2015 steht jedoch ein Verlust von über 20 Prozent.

Das Auf und Ab der Telekom Austria Aktie seit dem Börsenstart im November 2000. Der Ausgabekurs lag damals bei 8,58 Euro.

Noch schwerwiegender sind die Verluste gegenüber der von August 2005 bis Jänner 2008 andauernden Hoch-Phase. Am 1. Jänner 2007 hatte die Aktie ihr bisheriges Allzeit-Hoch von 21,55 Euro erreicht. Gegenüber diesem Stand hat das Papier somit drei Viertel seines Werts verloren.

Verluste bei American Movil

Der mexikanische Mobilfunkkonzern America Movil, Mehrheitseigentümer der Telekom Austria, hat im dritten Quartal erstmals seit 14 Jahren wieder rote Zahlen geschrieben.

Wegen der starken Abwertung der lateinamerikanischen Währungen, schärferer Regulierungen in Mexiko und der Rezession in Brasilien sei ein Verlust von umgerechnet 155 Mio. Euro verzeichnet worden, teilte das von der Familie des Milliardärs Carlos Slim kontrollierte Unternehmen mit.

Börse

Schwache Dividendenrendite bei Österreichs Börsecompanys

Börse

Deutsche Bank fährt Rekordverlust ein: 6,7 Milliarden Euro

Börse

Ölschwemme bringt weltweit die Börsen auf Talfahrt