Telekom Austria schluckt mazedonischen Konkurrenten

Die Übernahme passt zur Strategie von America Movil: Der vom mexikanischen Milliardär Carlos Slim kontrollierte Konzern hatte angekündigt, das noch junge Europageschäft auch mit Hilfe von Zukäufen über die Telekom Austria auszubauen.

Telekom Austria schluckt mazedonischen Konkurrenten

Die Telekom Austria treibt unter der Regie ihres neuen Mehrheitseigentümers America Movil mit einem Zukauf in Mazedonien ihren Wachstumskurs voran. Der österreichische Konzern übernimmt die mazedonische Mobilfunktochter des Wettbewerbers Telekom Slovenije, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Es ist bereits die zweite Übernahme für die Telekom Austria in dem Land innerhalb weniger Monate: Im Juli hatte der Konzern dort für einen zweistelligen Millionenbetrag den Kabelanbieter blizoo gekauft. Der Schritt steht im Einklang mit der Strategie von America Movil: Der vom mexikanischen Milliardär Carlos Slim kontrollierte Konzern hatte angekündigt, das noch junge Europageschäft auch mit Hilfe von Zukäufen über die Telekom Austria auszubauen.

Im Zuge der jüngsten Übernahme fusioniert die Telekom Austria ihre eigene mazedonische Tochter Vip Operator mit der Telekom-Slovenije-Tochter One. Damit schließen sich in dem Land der zweit- und der drittgrößte Mobilfunkanbieter zusammen. Marktführer ist die Deutsche Telekom. An dem neuen Unternehmen wollen die Österreicher künftig mit 55 Prozent die Mehrheit halten sowie die alleinige Kontrolle übernehmen. Innerhalb von drei Jahren kann die Telekom Austria auch die restlichen 45 Prozent übernehmen.

Noch ist der Plan aber nicht in trockenen Tüchern: Zunächst wolle die Telekom Austria noch einen tiefen Blick in die Bücher der neuen Tochter werfen. Zudem steht grünes Licht der Wettbewerbshüter noch aus, das sich die Telekom im Lauf des ersten Quartals 2015 erhofft.

Aktie stürzt ab

Angaben zum Kaufpreis und zur Finanzierung der Übernahme machte die Telekom nicht. Das Unternehmen will sich Insidern zufolge noch im laufenden Jahr rund eine Milliarde Euro über eine Kapitalerhöhung holen, um die dünne Kapitaldecke aufzustocken und sich für Zukäufe zu rüsten. An der Börse hatten Spekulationen über eine unmittelbar bevorstehende Kapitalaufstockung am Mittwoch die Telekom-Aktie in der Spitze mehr als elf Prozent abstürzen lassen. Das Unternehmen wollte sich dazu nicht äußern.

Das Geld für die bereits vor Monaten angekündigte Kapitelerhöhung stammt großteils von der neuen Mutter America Movil, die knapp 60 Prozent an dem österreichischen Konzern hält. Weitere 28,4 Prozent gehören der staatlichen österreichischen Industrieholding ÖIAG, die restlichen knapp 12 Prozent sind breit gestreut.