Talfahrt der RBI-Aktie hält an

Talfahrt der RBI-Aktie hält an

Der Absturz der RBI-Aktie ist nicht zu stoppen. Der größte ATX-Verlierer des vergangenen Jahres verlor auch in den ersten Tagen von 2015 deutlich an Wert. Die Aktien gibt es inzwischen zu einem Bruchteil des Buchwerts, Analysten sprechen Kaufempfehlungen aus - und Bankchef Karl Sevelda stimmt die Aktionäre für das Jahr 2014 auf maximal eine halbe Milliarde Euro Verlust ein.

Die Aktionäre der börsennotierten Raiffeisen Bank International (RBI) wurden vom Vorstand im September für das Geschäftsjahr 2014 auf maximal eine halbe Milliarde Euro Verlust eingestimmt. Ob die Prognose von bis zu 500 Millionen Euro Verlust jetzt noch hält, das hängt an der Russlandtochter. "Wenn der noch bestehende Firmenwert der Raiffeisenbank Russland hält, gehe ich davon aus, dass die 500 Millionen nicht überschritten werden", sagt Bankchef Karl Sevelda in der "Raiffeisen-Zeitung". Nachsatz: "Allerdings könnte der starke Verfall der russischen Währung und die schlechten Wirtschaftsprognosen für Russland eine Abschreibung des Firmenwertes der Raiffeisenbank Russland erforderlich machen."

Erst am Montagnachmittag hatte die RBI mitgeteilt, dass wegen des Rubelverfalls und der schlechten russischen Wachstumsaussichten die Geschäftsplanung für Russland überarbeitet werden musste, damit könnte auch eine Firmenwertabschreibung der russischen Einheit drohen. Der Firmenwert der russischen Tochter war wegen des Rubelkursverfalls allein zwischen Juni und Ende Dezember 2014 von umgerechnet 237 Millionen auf 148 Mio. Euro zurückgegangen - noch ohne Firmenwertabschreibung. Ob tatsächlich eine Russland-Firmenwertabschreibung erfolgt, sollte sich bis zur Erstellung des Jahresabschlusses entscheiden.

Sevelda: Trotzdem hervorragendes Ergebnis

Sevelda bekräftigte einmal mehr, die Raiffeisenbank Russland werde auch 2014 ein hervorragendes Ergebnis in dreistelliger Millionenhöhe erzielen. Natürlich würden die Sanktionen, aber vor allem die Entwicklung des Ölpreises nicht spurlos an der Wirtschaftsentwicklung des Landes vorübergehen, das werde auch Spuren bei der Entwicklung der Kreditvorsorgen hinterlassen. "Aber selbst bei einer Verdreifachung unserer Kreditvorsorgen würden wir in Russland noch immer schwarze Zahlen schreiben." Russland liege in Rubel nur 10 Prozent unter dem Rekordergebnis des Vorjahres - in Euro sei das aber aufgrund des Rubelverfalls um etwa 100 Millionen weniger.

In der Ukraine habe der Krieg im Osten des Landes zu hohen Kreditverlusten geführt. "Wir haben in den Regionen Donezk und Lugansk unsere Engagements zu 80 Prozent abgeschrieben, das sind Wertberichtigungen in der Höhe von etwa 500 Mio. Euro. Das führt in der Ukraine zu einem hoch negativen Ergebnis", so Sevelda. Hohe Verluste gibt es auch in Ungarn. Die Slowenien-Tochter bilanziert wie praktisch alle slowenischen Banken ebenfalls rot.

Aktie weiter im Sinkflug

Im ATX, der im Jahr 2014 um über 15 Prozent nachgegeben hatte, war die RBI der größte Verlierer: Der Aktienwert der Bank hatte sich im Lauf des Jahres mehr als halbiert (minus 51,1 Prozent). Dieser Sinkflug setzt sich auch im Jahr 2015 fort; heuer ging es bereits um rund acht Prozent bergab, auf einen aktuellen Wert von 11,53 Euro (7.1., 16 Uhr). Relativ gesund sieht angesichs des Kurs-Absturzes das aktuelle Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) aus: Es liegt bei 14,00. Der Buchwert je Aktie liegt bei 50,53 Euro.

Liegt der Buchwert je Aktie erheblich über dem Preis einer Aktie, so ist dies als ein mögliches Kaufsignal zu sehen - dementsprechend optimistisch geben sich manche Analysten: Bei Bloomberg empfehlen 11 Analysten die Aktie zum Kauf, 17 raten zum Halten und nur einer zum Verkaufen. Das Konsensrating liegt bei 3,69, der 12-Monate-Zielkurs bei 20,41 Euro und das Ertragspotenzial bei 76,6 Prozent. Am 6.1. hatte die Societe Generale eine Kaufempfehlung mit einem Zielkurs von 16,20 Euro ausgesprochen, am 7.1. legte AlphaValue mit einem Zielkurs von 22,50 Euro noch eins drauf.

Allerdings hatten viele Analysten bereits positive Empfehlungen abgegeben, als die RBI im Dezember 2014 erstmals ein neues Allzeittief erreichte. Manche Experten hatten auf eine Trendwende gehofft - die bisher allerdings definitiv ausbleibt.

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