Apple feiert sich selbst - iPhone als Cash-Cow

Apple feiert sich selbst - iPhone als Cash-Cow

Apple CEO Tim Cook

Während andere US-Unternehmen unter dem starken Dollar ächzen, feiert Apple weiterhin Erfolge: Der Umsatz ist im abgelaufenen Quartal um rund 27 Prozent auf 58 Milliarden Dollar gestiegen; der operative Gewinn kletterte um ein Drittel auf 13,6 Milliarden Dollar. Der Treiber ist das iPhone - während das iPad deutlich schwächelt.

So mancher US-Konzern leidet derzeit unter dem starken Dollar, der erstens Erträge in Fremdwährungen in der eigenen Bilanz schlechter aussehen lässt und zweitens auf die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen gegenüber den nicht-amerikanischen Konkurrenten druckt: Facebook spürte dies zuletzt ebenso wie IBM, während Europas Software-Riese SAP im Gegenzug vom schwachen Euro profitiert. Der iPhone-Macher Apple hatte auch im Jänner bekannt gegeben, die Preise für Apps zu erhöhen - und auch ansonsten gingen Marktbeobachter davon aus, dass der Konzern aus Cupertino nicht nur unter dem schwachen Dollar, sondern auch unter der Konkurrenz leiden würde - immerhin hatte Erzfeind Samsung zum Mobile World Congress sein neues Flaggschiff, das Galaxy S6, vorgestellt. Und einige andere Asiaten, darunter der chinesische Anbieter Xiaomi, scharren in den Startlöchern.

Doch nun wurden die Pessimisten eines Besseren belehrt.

Denn Apple (US0378331005) wächst weiter kräftig. Der Umsatz ist im abgelaufenen Quartal um rund 27 Prozent auf 58 Milliarden Dollar gestiegen; der operative Gewinn kletterte um ein Drittel auf 13,6 Milliarden Dollar. Beides lag über den Erwartungen von Analysten.

iPhone und China als Zugpferde

Das große Zugpferd ist und bleibt dabei das Smartphone-Business: So legte der iPhone-Absatz binnen Jahresfrist um 40 Prozent auf 61,2 Millionen Stück zu; mit 40,3 Milliarden Dollar machten sie im vergangenen Quartal mehr als zwei Drittel des Geschäfts aus.

Link: Investor Relations bei Apple

Profitiert hat der Konzern nach Angabe von CEO Tim Cook auch vom chinesischen Neujahrsfest - das Reich der Mitte gilt trotz der lokalen Konkurrenz zu den Wachstumsmärkten des US-Unternehmens; von dort kamen mit 16,8 Milliarden Dollar fast 29 Prozent des Geschäfts - eine Steigerung um 71 Prozent. Erstmals wurden im Reich der Mitte sogar mehr iPhones verkauft als im Heimmarkt USA.

Doch auch der schwache Euro, unter dem so viele andere US-Unternehmen ächzen, lässt Cook kalt: Die Erlöse in Europa stiegen um zwölf Prozent auf 12,2 Milliarden Dollar. Der Nicht-US-Anteil am Umsatz betrug in diesem Quartal 69 Prozent - ein Konzern, der unter einer starken Heimatwährung leidet, sieht anders aus.

Mehr Geld für Aktionäre

An die Aktionäre sollen nun weitere 70 Milliarden Dollar ausgeschüttet werden; der Aufsichtsrat hatte eine entsprechende 50-prozentige Erhöhung des Programms zur Kapitalrückzahlung an die Aktionäre genehmigt. Damit bekommen sie insgesamt 200 Milliarden Dollar bis Ende März 2017, von denen gut 100 Milliarden sie bereits erreichten.

Link: Produktblatt zur Apple-Aktie bei bankdirekt.at

Außerdem hat der Aufsichtsrat eine Steigerung von 11 Prozent der vierteljährlichen Dividende genehmigt und hat eine Bardividende von 0,52 US-Dollar pro Stammaktie bekannt gegeben. Die Dividende wird am 14. Mai 2015 an jene Aktionäre ausbezahlt, die am Ende des Geschäftstages des 11. Mai 2015 Stammaktien besitzen.

Höhenflug der Aktie

Die Aktie legte nachbörslich zeitweise um gut 1,7 Prozent zu und notiert nun bei 132,65 Dollar; an der Börse ist Apple nun 772,65 Milliarden Dollar wert und somit das wertvollste Unternehmen der Welt - zum Vergleich: Petrochina, das zweitwertvollste Unternehmen der Welt, kommt auf eine Marktkapitalisierung von 401,43 Milliarden Dollar und Exxon Mobil, der einstige Spitzenreiter, ist mit 364,52 Milliarden Dollar nicht mal mehr halb so viel wert wie Apple.

Die wertvollsten Unternehmen der Welt
Unternehmen Marktkapitalisierung
Apple 772,65 Mrd. $
Petrochina 401,43 Mrd. $
Microsoft 388,54 Mrd. $
Google 382,85 Mrd. $
Exxon Mobil 364,52 Mrd. $
Quelle: Bloomberg

Im laufenden Jahr hat die Apple-Aktie bereits über 20 Prozent an Wert gewonnen, im Lauf der vergangenen 12 Monate gibt es Kursgewinne von über 56 Prozent zu verzeichnen. Seit dem Tod des legendären Firmengründers Steve Jobs im Oktober 2011 hat die Aktie rund 150 Prozent an Wert gewonnen - trotz eines massiven Kurseinbruchs im Herbst 2012 nach der Präsentation des iPhone 5. Im Juni 2014 hatte das Unternehmen einen Aktiensplit im Verhältnis 1:7 durchgeführt.

Die exorbitanten Steigerungen stehen allerdings in einem gesunden Verhältnis zum Gewinn: Mit einem Wert von 15,52 ist Apples Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) deutlich kleiner als bei anderen IT-Konzernen.

iPhone stark - iPad schwach

Doch während das Unternehmen mit dem iPhone große Erfolge feiert, dürfte das iPad in der kalifornischen Konzernzentrale für Kopfzerbrechen sorgen. Die Verkäufe der Tablet-PCs sanken im Jahresvergleich um fast ein Viertel auf 12,6 Millionen Stück. Apple versucht, unter anderem über eine Partnerschaft mit IBM den Absatz der Tablets in Unternehmen anzukurbeln.

Ist es für den Konzern gefährlich, seinen Erfolg so stark an einziges Produkte zu binden? An und für sich ja - vor allem auf Grund der starken Konkurrenzsituation. Doch andererseits hat Apple in den vergangenen Jahrzehnten oft genug gezeigt, wie man mit cleveren Marketing-Tricks überraschen kann. So etwa auch im Fall der neuen Apple Watch. Denn das neue Produkt ist nur in Kombination mit einem iPhone der jüngsten Generation verwendbar - und wird daher als Komplementärprodukt den Verkauf des hauseigenen Smartphones auch in Zukunft beflügeln.

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