Twitter-Chef Dorsey schenkt sich Square-IPO zum Geburtstag

Twitter-Chef Dorsey schenkt sich Square-IPO zum Geburtstag

Abcashen zum Geburtstag: Jack Dorsey will sich selbst großzügig beschenken.

Twitter-Gründer und Chef Jack Dorsey reitet derzeit nicht auf der Erfolgswelle. Zum 39. Geburtstag will er sich sein eigenen Geschenk machen. Mit Square bringt er heute sein zweites Unternehmen an die Börse. Der Börsengang des Mobile-Bezahldienst Square steht aber unter einem ungünstigen Stern. Nachdem Twitter noch immer Verluste schreibt, sind auch bei Square die Vorzeichen alles andere als günstig.

New York/San Francisco Bezahlen via Smartphone hat eigentlich Charme. Und der könnte eigentlich auch in bare Münze umgewandelt werden, wenn ein Unternehmer über die Börse Geld einsammeln will. Twitter-Chef und Gründer Jack Dorsey hat da bereits Erfahrung, wie man vom Kapitalmarkt Geld einsammeln kann. Heute will er seinen Mobil-Bezahldienst Square an die Börse bringen. Und wieder einmal Geld scheffeln. Square kann via Smartphones und Tablets Kreditkartenzahlungen abwickeln. Es soll das große Ding im Zahlungsverkehr werden, will man den Protagonisten und Goldritter des Internets Glauben schenken.

Unter dem Kürzel SQ sollen die Aktien von Square ab heute gehandelt werden. Doch beim Preis wurde geschraubt: Für neun Dollar sollen nun die Papiere zum Handelsstart gehandelt werden. Investoren wurden zuletzt die Papiere zwischen elf und 13 Dollar angeboten.

Doch der Kapitalmarkt könnte just am 39. Geburtstag dem umtriebigen Multimilliardär Dorsey die Party versauen. Die Bewertung von Square macht Dorsey zu schaffen. Die Unternehmensanteile werden heute offenbar zur Erstnotiz nicht mehr als 243 Millionen Dollar bringen. So viel sind die 23 Millionen Aktien wert, die heute am Kapitalmarkt zum Handel begeben werden. Das Unternehmen wird aktuell mit einer Bewertung von 2,9 Milliarden Dollar an der New York Stock Exchange zum Handel starten. Weit unter dem Preis, mit dem Investoren zuvor gelockt wurden. Im Börseprospekt wurde Square noch mit einem Wert von 4,2 Milliarden Dollar beziffert.

Im Vorjahr soll das 2009 in San Francisco gegründete Startup sogar noch mit sechs Milliarden Dollar in den Büchern gestanden sein. Investoren hatten nochmals Geld nachgeschossen.

Bei Dorseys erster Schöfpung, dem Kurzmitteilungsdienst Twitter, scheint das große Wachstum und die Aussicht auf Gewinne passé zu sein. Im abgelaufenen Quartla hat das Unternehmen immerhin den Verlust verringert. Der Quartalsverlust betrug 132 Mio. Dollar, im Vorjahr schrieb Twitter noch 175 Millionen Dollar Minus. Und das trotz massiv erhöhtem Umsatz: Um 58 Prozent sind die Erlöse auf 569 Mio. Dollar (514,4 Mio. Euro) gestiegen - dank steigender Werbeeinnahmen - und hatte sogar damit die Prognosen der Analysten übertroffen.

Allerdings: Das Wachstum der Nutzerzahlen flacht ab, im vergangenen Quartal kamen vier Millionen neue Twitteranten hinzu - zu wenig, wie die Finanzcommunity befindet. Und auch die Analysten sind nun bei ihren Bewertungen von Startups vorsichtiger geworden.

Top-Ten in Sichtweite

Um Dorsey muss man sich dennoch keine großen Sorgen machen, wenngleich die Erfahrungen rund um Twitter Investoren zuweilen schreckt. Es wird bereits recht offen darüber gesprochen, ob Dorsey der richtige Mann an der Spitze für die beiden Unternehmen ist. Er ist jedenfalls der größte Square-Aktionär mit einem Anteil von 24,4 Prozent.

Und Dorsey hatte mit Twitter bereits kräftig abgeräumt: Sein Vermögen wird auf rund 2,2 Milliarden Dollar beziffert - unter den unter 40jährigen US-Amerikanern kommt er laut Reichenliste von "Forbes" nur auf Rang 11. Am Tag seines 39. Geburtstages wird es sich für Dorsey wohl nicht ganz ausgehen, Sean Parker von Facebook zu verdrängen, der mit 2,5 Milliarden Dollar Rang 10 hält.

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