Die Sonne geht auf: SMA-Aktie legte heuer schon 222 Prozent zu

Pierre-Pascal Urbon, Firmenchef des Solarkonzerns SMA, reißt das Ruder rum: 1500 Mitarbeiter wurden gekündigt, die Märkte erholen sich wieder. Eine Dividende wird es zwar noch nicht geben, dafür freuen sich Aktionäre über ein saftiges Kursplus.

Die Sonne geht auf: SMA-Aktie legte heuer schon 222 Prozent zu

Der Solartechnikkonzern SMA (ISIN: DE000A0DJ6J9) hat dank einer Rosskur und florierender Auslandsgeschäfte die Ertragswende schneller geschafft als erwartet. "Die Märkte haben sich positiver entwickelt als wir Anfang des Jahres gesehen haben", sagt Firmenchef Pierre-Pascal Urbon. Vor allem in Nordamerika könne SMA bei Großprojekten punkten: "Das ist ein riesiger Markt." Ein Ende des Booms sei nicht in Sicht. SMA hat sich "hervorragend positioniert", um vom 2016 erwarteten Anstieg der Nachfrage weltweit zu profitieren: "Wir sprechen mit unseren Kunden auch schon über Projekte für 2017."

Trotz flüssiger Mittel von rund 250 Millionen Euro sieht der Manager aber die Zeit für eine Ausschüttung noch nicht gekommen. "Es ist eher unwahrscheinlich, dass wir für 2015 schon wieder eine Dividende zahlen." Zuletzt hatte SMA für 2012 den Aktionären 0,60 Euro je Aktie gezahlt.

1500 Mitarbeiter mussten gehen

Der wegen des Preisdrucks und der mauen Geschäfte in Deutschland ins Wanken geratene Branchenriese hatte zum Jahresbeginn ein Sparprogramm mit massiven Stellenstreichungen auf den Weg gebracht. Derzeit beschäftigt der Wechselrichter- Produzent 3600 Mitarbeiter, 1500 weniger als vor einem Jahr. Wechselrichter sind das Herzstück einer Solaranlage und wandeln den erzeugten Gleichstrom in Wechselstrom um, der ins Netz eingespeist werden kann. Ein Wettbewerber aus Österreich in diesem Segment ist das Unternehmen Fronius.

In den ersten neun Monaten legten die Erlöse von SMA Solar um 27 Prozent auf 699,2 Millionen Euro zu. Der Auslandsanteil stieg deutlich auf 86,7 (Vorjahr: 75,9) Prozent. Als bedeutendste Märkte nannte Urbon Nordamerika, Japan, Großbritannien und Australien. Das operative Ergebnis (Ebit) verbesserte sich auf 3,4 Millionen Euro nach einem Verlust von 72,7 Millionen vor Jahresfrist. SMA verkaufte Solar-Wechselrichter mit einer Leistung von fünf (3,3) Gigawatt (GW). Das sei fast so viel, wie im gesamten vergangenen Jahr, betonte Urbon.

Für 2015 hob Urbon erneut seine Ziele an. Er erwartet nun einen Umsatz von 925 bis 975 (805,4) Millionen Euro statt wie zuletzt 850 bis 900 Millionen. Beim Ebit peilt er zehn bis 30 Millionen Euro an; zuvor waren es maximal zehn Millionen Euro. Im Vorjahr verbuchte SMA noch einen Verlust von 165 Millionen.

Aktie hebt ab

Die Aktie legte nach Vorlage der Zahlen erneut deutlich zu: Um 10:55 Uhr stiegen sie um 16,19 Prozent auf 49,38 Euro. Das Plus seit Jahresbeginn summiert sich somit auf 222,75 Prozent.

Für einen Einstieg ist es nun aber wohl zu spät, mit einem geschätzten KGV für 2015 von 1410,86 ist die Aktie alles andere als ein Schnäppchen.