Sondereffekte verdoppeln Quartalsgewinn der voestalpine

Sondereffekte verdoppeln Quartalsgewinn der voestalpine
Sondereffekte verdoppeln Quartalsgewinn der voestalpine

Die Gewinnkurve der Voestalpine zeigt steil nach oben.

Der Stahl- und Technologiekonzern Voestalpine ist mit seiner Strategie weiter auf Erfolgskurs. In der Automobilsparte liefen die Geschäfte zuletzt besonders gut. Die zurückgegangene Nachfrage in China sieht Konzernchef Wolfgang Eder gelassen.

Die Voestalpine hat im ersten Quartal 2015/16 mehr verdient als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Positiv stimmen Voestalpine vor allem die höheren Zulassungszahlen bei Klein- und Mittelklassewagen in Europa. Für das bis Ende März laufende Geschäftsjahr 2015/16 werde daher unverändert eine Verbesserung der operativen Ergebnisse erwartet. Dabei soll auch ein 900 Millionen Euro schweres Sparprogramm helfen, das nun erste Früchte trägt.

Obwohl zuletzt im weltgrößten Markt China weniger Autos gekauft worden seien erwartet Voestalpine-CEO Wolfgang Eder weiterhin eine hohe Nachfrage aus der Automobilbranche. "Wir sehen keine Eintrübung, auch nicht in der chinesischen Automobilindustrie für unsere Produkte", sagte Eder. Positiv stimmen Voestalpine vor allem die höheren Zulassungszahlen bei Klein- und Mittelklassewagen in Europa. Für das bis Ende März laufende Geschäftsjahr 2015/16 werde daher unverändert eine Verbesserung der operativen Ergebnisse erwartet.

Während die Geschäfte mit der Autoindustrie, für die Voestalpine unter anderem Bleche für Karosserieteile herstellt, rund laufen, bereitet den Österreichern die Energiebranche Sorgen. Wegen der stark gefallenen Ölpreise investierten die Unternehmen weniger. Voestalpine erzeugt etwa Grobbleche für Pipeline-Stahlrohre. Seitdem das Erdgasleitungs-Projekt South Stream gestoppt wurde, habe es nur wenige Auftragsvergaben in diesem Bereich gegeben. Auch das Nachfolgeprojekt TurkStream wurde Ende Juli auf Eis gelegt. Auch die Entwicklung im exportstarken deutschen Maschinenbau habe sich abgeschwächt. Für den weiteren Jahresverlauf erwarten die Linzer eine gewisse Volatilität. Dennoch rechnet Voestalpine in den nächsten Monaten mit einer weitgehenden Vollauslastung seiner Werke.

Dass die Rohstahlproduktion in China zuletzt erstmals nach Jahren mit massiven Wachstum rückläufig war, bereitet Unternehmenschef Eder kaum Sorgen. "Stahl ist nur noch ein Drittel unseres Portfolios, das heißt, die Auswirkungen sind für uns vergleichsweise gering".

Unternehmenszahlen im Detail

In dem von April bis Ende Juni laufenden ersten Quartal stieg der bereinigte Betriebsgewinn (Ebit) um 8,5 Prozent auf 237,0 Millionen Euro. Unter dem Strich lag der bereinigte Gewinn mit 151,7 (Vorjahr: 150,0) Millionen Euro nur leicht über dem Vorjahr. Der Umsatz erhöhte sich um 6,2 Prozent auf 3,0 Milliarden Euro. In die Ergebnisse von Voestalpine fließen anders als im Vorjahr die Zahlen von zwei Unternehmen voll ein, deren Ergebnisse bisher nur anteilig in der Bilanz verbucht wurden. Unbereinigt verdoppelte sich der Nettogewinn daher nahezu auf 289,4 (Vorjahr: 150) Millionen Euro.

Die Wertpapierexperten der UBS haben nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen durch die voestalpine ihr Kursziel unverändert auf 35,00 Euro belassen. Auch das Anlagevotum "Sell" wurde bestätigt. Beim Gewinn je Aktie erwarten die UBS-Analysten 3,70 Euro für das laufende Geschäftsjahr, sowie 3,41 bzw. 3,65 Euro für die beiden Folgejahre. Ihre Dividendenschätzung je Titel beläuft sich auf 1,00 Euro für 2015/16, sowie 1,00 bzw. 1,20 Euro für 2016/17 bzw. 2017/18.

Die Voestalpine-Aktie notierte nach der Vorlage der Quartalszahlen bei 39,45 Euro (aktueller Kurs Voestalpine).

Voestalpine: 5-Jahres-Kursentwicklung

Verschuldung sinkt weiter

Der Verschuldungsgrad des Stahlkonzerns hat sich im Laufe des ersten Quartals 2015/16 verringert: Die Gearing Ratio (Nettofinanzverschuldung in Relation zum Eigenkapital) verbesserte sich per Ende Juni von 58,4 auf 53,6 Prozent. "Zum Ende des Geschäftsjahres werden wir ein Gearing unter 50 Prozent ausweisen", sagte Eder, "Das erhöht natürlich den Spielraum für Investitionen und Akquisitionen."

Das Eigenkapital ist im Jahresabstand um 2,6 Prozent auf 5,6 Milliarden Euro gestiegen. "Das sind über 40 Prozent der Bilanzsumme - wir sind damit praktisch wieder auf dem bisherigen Höchstniveau", sagt Eder. Zum Anstieg des Eigenkapitals trug zum einen die erstmalige Vollkonsolidierung der Joint Ventures voestalpine Tubulars in Kindberg (Steiermark) und CNTT Chinese New Turnout Technolgies in Quinhuangdao (China) bei, zum anderen die Kapitalerhöhung vom April um 1,45 Prozent des Grundkapitals, mit der die Mitarbeiterbeteiligung auf 14,8 Prozent ausgebaut wurde.

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