So wird die Telekom-Milliarde aufgeteilt

So wird die Telekom-Milliarde aufgeteilt

TA-CEO Hannes Ametsreiter startet nun eine neue Geldverteilung.

Die Kapitalerhöhung bei der Telekom Austria ist durch: Nun geht's ans Geld verteilen. Der kleinere Teil ist fürs Breitband reserviert, für Firmenübernahmen - vorzugsweise am Balkan - ist der größere Teil den Kuchens reserviert. Die Investitionen in Österreich wurden mit einer Milliarden-schweren Bedingung verknüpft.

Wien. "Wir schauen uns immer um", lautet der Stehsatz, den Telekom-Austria-CEO Hannes Ametstreiter stets parat hat, wenn er nach der Expansion der Telekom Austria Gruppe befragt wird. Neuerdings wird man im Hause Telekom Austria dann doch etwas konkreter. Aktionäre wollen ja wissen, was mit der "Fast-Milliarde" passiert, die durch die Kapitalerhöhung der beiden Hauptaktionäre America Movil und der Staatsholding ÖIAG erzielt wurde. Wie berichtet hatten beide 99,7 Prozent der neuen Aktien erworben. Rund 997 Mio. Euro wurden mit der Kapitalerhöhung eingenommen.

Am Donnerstag wurde die Formel dann präsentiert: 400 Millionen Euro sind für den Breitbandausbau, also etwa der Erneuerung und dem Ausbau der Glasfaserleitungen vorgesehen. Der größere Teil, rund 600 Millionen Euro, hat das Telekom-Management für Firmenübernahmen reserviert. Die TA hält Ausschau nach Festnetz- oder Kabelanbietern vor allem in den Ländern, wo es nur als Mobilfunkbetreiber tätig ist oder wo man noch Nachholbedarf mit Festnetzleitungen hat. In allen Ländern will die Telekom zum Anbieter von "All-in-one-Paketen" werden, also Festnetz, Mobilfunk, Internet und TV-Dienste aus einer Hand anbieten, weil hier die Zukunft und höhere Margen erwartet werden. Das Ziel der TA sei außerdem, das Rating (BBB) mit stabilem Ausblick nachhaltig zu festigen.

Der Bund ist am Zug

Aber: Fließt die Breitband-Milliarde der Republik Österreich nicht, wird's mit den 400 Millionen Euro für den Glasfaserausbau auch nichts - zumindest nicht in voller Höhe. Eine Bedingung steht im Raum: Die von Ex-Infrastrukturministerin Doris Bures versprochene Breitband-Milliarde muss fließen, damit die Telekom seine Breitband-Investitionen in voller Höhe über die kommenden drei Jahr locker macht.

Auch nach der Kapitalerhöhung bleiben die Anteile von Großaktionär America Movil von Carlos Slim sowie des Juniorpartners Staatsholding ÖIAG gleich: Slim hält 59,7 Prozent der TA-Papiere, 28,42 Prozent der Aktien sind in Händen der Republik Österreich via ÖIAG. 11,88 Prozent der Aktien sind noch als Streubesitz in Händen diverser privater Anleger und institutioneller Investoren. 287,9 Millionen Euro hat die ÖIAG für ihre neuen 63 Millionen TA-Aktien bezahlt. America Movil wird für rund 132,2 Millionen neue Aktien 603,2 Millionen Euro nachschießen. Die restlichen 0,3 Prozent aus der Kapitalerhöhung hatte die Deutsche Bank gezeichnet, die im Gegensatz zu den Hauptaktionären diesen Anteil wieder an der Börse weiterverkaufen durfte.

Die Aktie hat seit Montag kaum profitiert. Am Dienstag hatte die Aktie fast ein Prozent verloren, Mittwoch wieder den Verlust fast gewonnen, um am Donnerstag wieder um ein dreiviertel Prozent auf 5,47 Euro zu notieren. Für die Kapitalerhöhung wurden die neuen TA-Aktien um 4,57 Euro je Stück verkauft. ÖIAG und America Movil sind verpflichtet die Aktien ein halbes Jahr zu behalten ab Beginn mit dem heutigen Handelstag an der Wiener Börse.

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