Kaesers erste Bilanz: Siemens-Gewinn steigt um 25 Prozent

Kaesers erste Bilanz: Siemens-Gewinn steigt um 25 Prozent

Siemens CEO Joe Kaeser baut den Konzern um.

Siemens hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2013/14 mehr Gewinn eingefahren als noch vor einem Jahr. Unterm Strich erwirtschaftete das Unternehmen das Unternehmen 5,5 Milliarden Euro, um 25 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Hörgeräte-Sparte wurde verkauft, die Medizintechnik wackelt noch - Einschnitte beim Personal werden dabei nicht ausgeschlossen.

Siemens-Chef Joe Kaeser stellt nach einem Gewinnsprung im abgelaufenen Geschäftsjahr weitere Zuwächse in Aussicht. Der Gewinn je Aktie werde 2014/15 um mindestens 15 Prozent zulegen, kündigte Kaeser am Donnerstag an. Mit der ersten vollen Jahresbilanz als Konzernchef zeigte sich Kaeser zufrieden. "Wir haben die ursprünglich versprochenen Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2014 erreicht und dabei erhebliche Fortschritte bei der Stärkung unseres Portfolios gemacht", sagte er. Im Geschäftsjahr 2013/14 (per Ende September) hatte der Münchner Technologiekonzern seinen Gewinn um ein Viertel auf 5,5 Milliarden Euro nach oben geschraubt. Die Zuwächse kommen allerdings vor allem aus Einsparungen und Verkäufen. Der Umsatz ging leicht zurück und soll 2014/15 stagnieren.

Extra-Einnahmen verzeichnet Kaeser mit dem Verkauf der Hörgerätesparte, die für gut zwei Milliarden Euro an den Finanzinvestor EQT und die Unternehmerfamilie Strüngmann geht. Die Aktionäre sollen für 2013/14 eine Dividende von 3,30 Euro je Anteilsschein erhalten, ein Zehntel mehr als zuletzt.

Kaeser richtet Siemens (ISIN: DE0007236101) derzeit neu aus. Während der Manager sich von den Anteilen an der Gemeinschaftstochter Bosch Siemens Hausgeräte trennte, erweiterte er das Energietechnikgeschäft um den Turbinenspezialisten Dresser-Rand und das Kleinturbinengeschäft von Rolls-Royce. Für das laufende Geschäftsjahr gibt er dem Gesamtkonzern eine Marge im industriellen Geschäft zwischen zehn und elf Prozent vor, die Ergebnisse der Finanzsparte SFS und Kaufpreiseffekte ausgeschlossen. Bei dem Wert liegt Siemens weit hinter dem Rivalen GE, der im Industriebereich zuletzt gut 16 Prozent Rendite einfuhr, und der Schweizer ABB, die gut 14 Prozent erreichte.

Hörgeräte verkauft, Medizintechnik ungewiss

Während Siemens in der Energietechnik wegen Problemen mit Windenergieanlagen im Schlussquartal erneut Sonderlasten von 223 Millionen Euro verbuchen musste, werden die Ergebnisse des laufenden Jahres von Verkaufserlösen gestützt. Siemens bekommt für seine Hörgerätetochter, die eigentlich an die Börse gebracht werden sollte, 2,15 Milliarden Euro vom schwedischen Finanzinvestor EQT und der Hexal-Gründerfamilie Strüngmann. Sollte sich die Audiologische Technik gut entwickeln, bekommen die Münchner über einen Besserungsschein sogar noch etwas mehr. Siemens bleibt mit 200 Millionen Euro Vorzugskapital an der traditionsreichen Tochter beteiligt.

Die hochprofitable Medizintechnik steht indes vor einer ungewissen Zukunft im Konzernverbund. "Wir wollen das Asset stärken. Deshalb wollen wir es als Unternehmen im Unternehmen darstellen, um auch der Gesundheitstechnik die Möglichkeit zu geben, sich stärker an ihren eigenen Bedürfnissen auszurichten", bekräftige Kaeser seine Pläne. "Wir behalten das Heft des Handelns in der Hand und können zu jedem Zeitpunkt so agieren, wie der Markt das erfordert."

Einschnitte beim Personal

Zudem bereitete Kaeser seine Belegschaft auf Einschnitte vor: "Natürlich wird es da oder dort strukturelle Anpassungen geben, weil die Märkte sich verändern", sagte er am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. "In erster Linie reden wir darüber zuerst mit den Arbeitnehmervertretern und wenn wir dann dort zu Vereinbarungen gekommen sind, dann werden wir die auch der Öffentlichkeit dezidiert und klar erläutern." Auch durch seinen jüngsten Konzernumbau würden Arbeitsplätze obsolet. "Natürlich wird es auch Anpassungen struktureller Natur geben, aber wir versuchen so viele wie möglich von den Kolleginnen und Kollegen anderweitig etwa in Forschung und Entwicklung oder im Vertrieb einzusetzen."

"Die Reduzierung der Komplexität im Unternehmen soll ja bis 2017 eine Milliarde an Einsparungen bringen. Im Jahr 2016 gehen wir davon aus, dass wir als Unternehmen in Summe deutlich wachsen", sagte Kaeser. "Wir werden 2015 über eine Milliarde Euro dafür bereitstellen, das Wachstum mittelfristig zu sichern. Wir geben 400 Millionen mehr für Forschung und Entwicklung aus. Wir geben 500 Millionen mehr aus für Vertriebszugang für neue Märkte. Und wir investieren etwa 200 Millionen mehr in unsere Fabriken, für Verbesserung der Produktivität. "

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