Schwarzes Gold zum Diskontpreis: Ölpreis fällt unter 31 Dollar

Schwarzes Gold zum Diskontpreis: Ölpreis fällt unter 31 Dollar

Der Preisverfall beim Erdöl hält weiter an. Das Schwarze Gold ist derzeit so günstig gehandelt wie seit 12 Jahren nicht mehr. Der Preisverfall macht nun auch der OPEC zu schaffen. Der OPEC-Vorsitzende fordert ein Sondertreffen.

Peak Oil, 100 Dollar, 200 Dollar, das Ende des Öl-Zeitalters - was wurde seit der Jahrtausendwende nicht alles über das Erdöl und die Entwicklung des Ölpreises prognostiziert? Alles falsch, wie der aktuelle Ölpreis zeigt. Mitte Jänner 2016 ist er auf unter 31 Dollar gefallen, Tendenz weiter sinkend. (--> Link: Aktueller Ölpreis)

Die Folge der Spekulationen nach der Jahrtausendwende war ein dramatischer Anstieg des Rohölpreises. Von Jänner 2007 bis Juni 2008 explodierte dieser regelrecht und stieg von 77 Dollar auf über 160 Dollar. Dem Preisanstieg folgte jedoch ein noch dramatischerer Absturz. Binnen eines halben Jahres fiel der Ölpreis wieder auf 50 Dollar pro Barrel. Großverbraucher und all jene, die mit Heizöl heizen waren noch einmal mit dem Schrecken davongekommen.

Als Ursache für den Preisverfall wurde damals die Wirtschaftskrise ausgemacht. Bis in den Sommer 2010 hinein zog der Ölpreis auch nur wenig an und erholte sich lediglich auf einen Durchschnittspreis von etwa 70 Dollar. Die Weltwirtschaft erholte sich langsam wieder ein wenig und es folgte die nächste Hausse des Ölpreises. Im Februar 2011 knackte der wieder die 100-Dollar-Marke und stieg bis Juni 2014 wieder auf 125 Dollar.

Absturz ins Nichts

Seither kennt der Ölpreis allerdings nur noch eine Richtung, und die zeigt immer weiter nach unten. Genauso wie vor einem Jahrzehnt spekuliert wurde, in welche Höhen er noch steigen wird gehen die Phantasien nun in die entgegengesetzte Richtung. Nach dem letzten Preisverfall scheint es nun sogar möglich, dass ein Fass Rohöl bald um unter 30 Dollar gehandelt wird. Das war zuletzt Ende der 1999 der Fall.

Und es ist weiterhin keine andere Tendenz in Sicht. Der Ölpreis könnte sich in den nächsten Jahren auf einem Niveau wie in den 1990er Jahren einpendeln. Zur Erinnerung: Anfang 1994 wurde ein Barrel Rohöl um 18 Dollar gehandelt.

Die Ursachen dafür wurden bereits oft beschrieben: Neue Player im Markt - Schieferöl-Anbieter in den USA - haben die Strategie des mächtigen Ölkartelles OPEC zunichte gemacht, mit permanenter Verknappung den Fördermengen den Preis in lichte Höhen zu treiben. Es ist weit mehr Erdöl am Markt als verbraucht werden kann. Die Überlegung der OPEC, die neuen Konkurrenten durch billig aus dem Wüstenboden gefördertes Erdöl einfach vom Markt zu spülen, weil die Kosten für alternative Fördermöglichkeiten (Fracking oder Tiefsee-Bohrungen) weit höher liegen, ging nicht auf. Das Gegenteil war der Fall und bald könnte noch mehr Öl verfügbar sein, denn die EU-Sanktionen gegenüber dem erdölreichen Iran dürften bald endgültig aufgehoben werden.

Das könnte den Preis für ein Fass Öl auf unter 30 Dollar drücken und lässt bei der OPEC die Alarmglocken läuten. Der Vorsitzende des Ölkartells, Nigerias Erdölminister Ibe Kachikwu fordert deshalb jetzt ein Sondertreffen des Ölkartells, um die weitere Strategie zu besprechen. Erst Anfang Dezember hatte die OPEC ja beschlossen, ihre Fördermengen weiterhin nicht zu reduzieren.

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