SBO ist Jahresverlierer im ATX: Gewinneinbruch, ungewisse Zukunft, möglicher Jobabbau

SBO ist Jahresverlierer im ATX: Gewinneinbruch, ungewisse Zukunft, möglicher Jobabbau

Wer sich vor einem Jahr SBO-Aktien gekauft hat, der guckt jetzt in die Röhre.

Unterm Strich sank der Gewinn des heimischen Ölfelfdausrüsters SBO im ersten Quartal um 28,2 Prozent auf 10,4 Millionen Euro - Schuld ist das schwierige Umfeld der Ölbranche. Ein Wendepunkt ist noch nicht in Sicht; nun sollen Kosten gespart werden, ein Jobabbau wird nicht ausgeschlossen. In den vergangenen 52 Wochen ist der Aktienwert um 32,33 Prozent eingebrochen - die schlechteste Performance im ATX.

Der österreichische Ölfeldausrüster Schoeller-Bleckmann (SBO) hat zum Jahresauftakt einen massiven Rückgang der Bohraktivitäten zu spüren bekommen. Der operative Gewinn (Ebit) schrumpfte um 26,3 Prozent auf 16,1 Millionen Euro; unter dem Strich sank der Gewinn um 28,2 Prozent auf 10,4 Millionen Euro. Der Umsatz ging um 4,4 Prozent auf 107,5 Millionen Euro zurück.

SBO produziert Bohrköpfe und Bohrgestänge für die Suche nach Öl und Gas und bekommt nun den Sparzwang vieler großer Ölkonzerne zu spüren, deren Einnahmen wegen des fallenden Ölpreises sinken. Der Auftragseingang halbierte sich auf 57,1 (Vorjahr: 114,0) Millionen Euro.

Ungewisse Zukunft – möglicher Stellenabbau

Der Konzern geht davon aus, dass die Talsohle noch nicht erreicht sei. Der Auftragseingang sei auch im April und Mai bisher schwach geblieben, sagt SBO-Chef Gerald Grohmann. Den Zeitpunkt einer möglichen Wende könne man bisher noch nicht abschätzen; daher sei auch noch offen, ob das Gesamtjahr mit einem Gewinnplus abgeschlossen werden könne. "Wir wissen es einfach nicht", gesteht Grohmann.

Das Marktumfeld ist jedenfalls alles andere als einfach, wie jüngste Ereignisse aus der Branche bestätigen: Kurz nach Bekanntgabe der SBO-Zahlen verkündete der russische Gasriese Gazprom, seinen Produktionsplan für 2015 zu kürzen. Der schwierigen Lage möchte der Konzern mit Kosteneinsparungen entgegenwirken. Auch ein weiterer Stellenabbau sei nicht ausgeschlossen, sagt Grohmann.

Der Personalstand wurde seit Jahresbeginn bereits von 1.720 auf 1.534 Leute (Ende März 2015) reduziert. Das Geschäft der beiden englischen Tochterfirmen Techman Engineering Ltd. und Darron Tool & Engineering Ltd. wird bis Ende 2015 am Standort von Techman zusammengeführt. An jedem der Standorte waren vor Beginn der Restrukturierung im vergangenen Jahr rund 120 Leute beschäftigt gewesen.

Hoffnung hat der Manager dennoch: "Es ist nicht unser erster Downturn, wir sind da sehr trainiert. Es trifft uns nicht überraschend und wir wissen, was zu tun ist", sagt Grohmann. Bereits 2014 habe man begonnen, das Bohrmotoren-Geschäft, das derzeit Nordamerika-lastig sei, zu internationalisieren. Künftig sollen die Bohrmotoren neben der bestehenden Niederlassung in Dubai auch von einer neu gegründeten Vertriebsgesellschaft in Saudi-Arabien vermarktet werden. "Grundsätzlich schließen wir auch Akquisitionen nicht aus", sagte Grohmann. "Wenn es etwas gibt, das zu uns passt, sind wir bereit zuzuschlagen. Wir sitzen auf 200 Millionen Cash und haben keine Schulden."

Link: Investor Relations bei SBO

Aufgrund der trüben Aussichten verloren die SBO-Aktien zeitweise knapp sechs Prozent und führten damit die heutige Verliererliste im heimischen Leitindex ATX an. Um 10 Uhr morgens notierte die Aktie bei 59,48 Euro, weit entfernt vom 52-Wochen-Hoch am 4. Juli 2014: Damals war die Aktie noch 96 Euro wert. Auf die vergangenen zwölf Monate betrachtet ist SBO der größte Verlierer im ATX, mit einem Minus von 32,33 Prozent.

An der Börse ist SBO nun nur noch gut 951 Millionen Euro wert, das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) liegt bei 19,07. Analysten von Baader-Helvea haben am Dienstag ihre Kaufempfehlung für die Aktie und den Zielkurs von 65 Euro bestätigt; am Vortag haben Analysten von Goldman Sachs im Rahmen einer Branchenanalyse zu europäischen Ölfeldausrüstern ihr Kursziel von SBO von 54,7 auf 67,0 Euro angehoben; das Anlagevotum beließen sie unverändert auf „Neutral“.

Börse

Schwache Dividendenrendite bei Österreichs Börsecompanys

Börse

Deutsche Bank fährt Rekordverlust ein: 6,7 Milliarden Euro

Börse

Ölschwemme bringt weltweit die Börsen auf Talfahrt