Samsung Galaxy S6: Das 11-Milliarden-Dollar-Handy

Samsung Galaxy S6: Das 11-Milliarden-Dollar-Handy

Seit der Vorstellung des neuen Smartphone-Flaggschiffs Galaxy S6 hat Samsung elf Milliarden Dollar an Marktkapitalisierung gewonnen. Apple verlor im gleichen Zeitraum zwölf Milliarden Dollar. Können sich die Koreaner mit dem neuen Wunder-Smartphone die Krone zurück holen?

Der März war für den südkoreanischen Elektronikkonzern Samsung ein 11-Milliarden-Dollar-Monat – denn das ist genau jener Betrag, um den die Marktkapitalisierung des Apple-Erzfeindes angeschwollen ist, seit die Asiaten auf dem Mobile World Congress in Barcelona ihr neues Smartphone-Flaggschiff Galaxy S6 vorgestellt haben.

Seit der Produktvorstellung sind die Aktien des Konzerns im Lauf des Monats März um 6,2 Prozent in die Höhe geschossen – für die Investoren ist dies der beste Monat seit Mai 2014. Ein Jahr zuvor hatte das auf dem Mobile World Congress 2014 präsentierte Galaxy S5 kaum für Bewegung an der Börse gesorgt.

Slideshow: Mobile World Congress 2015: Die Top-Neuheiten der Handy-Welt

Samsungs Marktkapitalisierung erreichte Ende März den Wert von 212,26 Trillionen Won (191,18 Milliarden Dollar). Zum Vergleich: Apple war am 31. März 736 Milliarden Dollar wert – um zwölf Milliarden Dollar weniger als am Monatsanfang. Die Aktie von BlackBerry brach im Lauf des März um rund 17 Prozent ein, HTC verlor elf Prozent an Wert. Ein Wermutstropfen für Korea: ZTE, Samsungs Konkurrent aus China, konnte seinen Aktienwert gar um rund zehn Prozent steigern.

Konkurrenz durch Apple, Lenovo und Xiaomi

Das sind gute Nachrichten für die Koreaner, die zuletzt Marktanteile an die Konkurrenz verloren hatten. So hatte Samsung etwa die Krone des Smartphone-Marktes wieder an Apple abgeben müssen; Studien des Marktforschers Gartner zufolge haben die Amerikaner im vierten Quartal 2014 74,8 Millionen iPhones verkauft, die Koreaner brachten bloß 73 Millionen Smartphones an den Mann.

In Schwellenländern, vor allem China und Indien, verlor Samsung zudem Marktanteile an die chinesischen Herausforderer Lenovo und Xiaomi. Nun glauben Marktbeobachter, dass Samsung sich die verlorenen Marktanteile zurückholen kann: „Die Aufregung um das S6 und die starke Nachfrage bei Endkunden ist groß“, sagt etwa Lee Seung Woo, Analyst bei IBK Securities in Seoul: „Die Vorbestellungen übertreffen jene des Vorgängermodells, und das Smartphone wird Kunden zurückgewinnen können.“

Mobile als wichtigste Säule des Umsatzes

Im ersten Quartal wird der Umsatz von Samsung wohl noch um 36 Prozent auf 5,4 Trillionen Won eingebrochen sein – das ist die durchschnittliche Einschätzung von 35 Analysten, die vom Finanznachrichtendienst Bloomberg befragt wurden. Im zweiten Quartal, das auch die Verkäufe des neuen S6 enthält, rechnen die Experten mit 5,4 Trillionen Won Umsatz. Ab Freitag, 10.4., soll das neue Flagschiff-Modell Galaxy S6 in den Verkauf kommen.

Samsung selbst rechnet mit einem starken Geschäft in den ersten drei Monaten des Jahres. Man erwarte, bei der Vorlage der Quartalszahlen das beste Ergebnis seit Mitte 2014 und damit seit drei Quartalen bekanntgeben zu können, teilte das Unternehmen am Dienstag in Seoul mit. Der Gewinn im ersten Quartal werde mit voraussichtlich rund 5,9 Billionen Won (5,4 Milliarden Dollar) erwartet, erklärte Samsung. Das Ergebnis im saisonal eigentlich schwachen ersten Quartal liegt noch über dem Ergebnis des traditionell umsatzstärksten Dreimonatszeitraums zu Jahresende, in dem Samsung 5,3 Billionen Won erlöst hatte.

Samsung legt traditionell gegen Ende April seine Geschäftszahlen vor. "Diese Zahlen sind bedeutsam und werden zu sehr hohen Erwartungen an das zweite Quartal führen", sagt Analyst Greg Roh von HMC Investment.

Zwar stellt der asiatische Mischkonzern auch andere Produkte – von Displays über Weißware bis zur Aufrüstung an der Grenze gegen Erzfeind Nordkorea – her, das Mobilfunkbusiness ist aber die wichtigste Säule: Vom Jahreserlös 2013 kamen 95,4 Trillionen Won durch das Geschäft mit Telekommunikation zustande, während bloß jeweils rund 30 Trillionen Won auf Halbleiter und Displays, beziehungsweise Weißware und Digitale Medien entfielen.

Analysten sehen nun Potenzial

Die Analysten sind nun sehr positiv gestimmt in Bezug auf die Samsung-Aktie. Allein in der ersten Hälfte der Karwoche empfohlen sieben Analysten, die Aktie zu kaufen; am 1. April standen 49 „Buy“-Empfehlungen gegen vier „Hold“ und drei „Sell“. Das Ertragspotenzial für die Aktie sehen sie bei 16,3 Prozent.

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